STANS: Baurechtsvertrag für Kapuzinerkloster genehmigt

Die Nidwaldner Regierung startet einen zweiten Versuch zur langfristigen Umnutzung des einstigen Kapuzinerklosters Stans. Sie unterbreitet dem Landrat einen Baurechtsvertrag bis 2075 mit einer Zürcher Firma, deren Muttergesellschaft ein Zentrum für Kulinarik plant.

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Im ehemaligen Kapuzinerkloster soll ein Kompetenzzentrum der regionalen Kulinarik entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Im ehemaligen Kapuzinerkloster soll ein Kompetenzzentrum der regionalen Kulinarik entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Der Baurechtsvertrag mit dem Unternehmen Senn Values wurde am Donnerstag beurkundet, wie der Nidwaldner Regierungsrat bekannt gab. Das Baurecht beginnt ab dem 1. Januar 2016 oder sobald der Landrat den Vertrag genehmigt hat. Bis Ende 2020 sind jährliche Zinseinnahmen für den Kanton von 50'000 Franken festgesetzt.

Wie bereits im Mai angekündigt, will das St. Galler Unternehmen Senn Resources in den ehemaligen Klostermauern ein Kompetenzzentrum für regionale Kulinarik einrichten. Das Projekt ging als Sieger eines Investorenwettbewerbs hervor, an dem vier weitere Mitbewerber teilnahmen. Die Initianten wollen laut eigenen Angaben sechs bis sieben Millionen Franken investieren.

Zentrum für Kulinarik

Das Projekt sieht einen Nutzungsmix mit dem Fokus auf Ausbildung und Produktion vor. Neben Kursen rund um Lebensmittel ist auch eine Zusammenarbeit beispielsweise mit Pro Specie Rara oder Slow-Food Schweiz angedacht. Weiter sind kulturelle Veranstaltungen, ein kleiner Gastronomiebetrieb und eine Klosterherberge für Pilger und Kursteilnehmer geplant.

Das Projekt umfasst die Renovation von Teilen des Klosters und die Nutzung der Gebäude sowie unüberbauter Flächen. Der Baurechtsvertrag lässt auch eine normale Wohn- und Gewerbenutzung des Grundstücks zu.

Der Regierungsrat sei überzeugt, dass mit dem Baurechtsvertrag der Fortbestand und Erhalt des ehemaligen Kapuzinerklosters Stans als bedeutendes kulturhistorisches Erbe gesichert werden könne, heisst es in der Mitteilung. Ziel sei es, Nidwalden, Stans und die Innerschweiz mit dem Projekt als Tourismusregion zu stärken.

Medizinalfirma ausgezogen

Die Kapuziner waren 2004 aus dem Kloster an der Mürgstrasse 18 ausgezogen, weil ihnen der Nachwuchs fehlte. Der Kanton kaufte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude für eine Million Franken, ohne zu wissen, wie er die Anlage nutzen will.

2008 ging das Kloster im Baurecht für ursprünglich 60 Jahre an das Unternehmen Mondobiotech, das Wirkstoffe für die Behandlung von lebensbedrohenden und seltenen Krankheiten entwickeln und kommerzialisieren wollte. Das Unternehmen erlebte turbulente Zeiten und machte 2013 einen Neuanfang. Schon 2014 verkaufte die Nachfolgefirma das Baurecht für einen Franken an den Kanton zurück. (sda)