STANS: Beyeler verkauft Spichermatt

Hermann Alexander Beyeler trennt sich von seinem Projekt. Eine gemeinnützige Wohnbaugesellschaft hat das Grundstück Unter Spichermatt gekauft.

Matthias Piazza
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So präsentierte sich der Blick vom Länderpark-Dach auf die Unter Spichermatt im Frühling 2014. (Bild Matthias Piazza)

So präsentierte sich der Blick vom Länderpark-Dach auf die Unter Spichermatt im Frühling 2014. (Bild Matthias Piazza)

«Die vielen Einsprachen machten mich müde. Nach über sieben Jahren habe ich nun genug und will mich vom Projekt trennen», begründet Hermann Alexander Beyeler seinen Entscheid, sich von seinem 15 000 Quadratmeter grossen Grundstück in der Unter Spichermatt vis-à-vis des Länderparks zu trennen. Auf diesem Grundstück, das er seit 2007 besitzt, wollte der Luzerner Investor Wohnungen bauen.

Am vergangenen Freitag hat er das Grundstück an die Logis Suisse AG, eine gemeinnützige Wohnbaugesellschaft aus Baden AG, verkauft, welche ihm zu einem früheren Zeitpunkt 135 Wohnungen in Basel abgekauft habe. Wie viel er für das Grundstück in der Unter Spichermatt erhielt, will er nicht sagen.

Schlussstrich unter das Projekt

Die Logis Suisse spricht mit ihrem Angebot Mieter der mittleren und unteren Einkommensschichten an, wie sie auf ihrer Website schreibt. Mit ihren rund 63 Siedlungen und 2600 Wohnungen ist sie gemäss eigenen Angaben die grösste gemeinnützige Wohnbaugesellschaft in der deutschen Schweiz.

Mit dem Verkauf des Grundstückes zieht sich Beyeler auch als Investor des Wohnhauses zurück. «Ich trenne mich vom Projekt mit einem lachenden und einem weinenden Auge», meint er. Einerseits bedaure er, dass er seine Wohnsiedlung nicht habe realisieren können – trotz jahrelanger Bemühungen und mehrmaliger Überarbeitung. «Andererseits habe ich jetzt genug, nachdem ich so viel Zeit, Energie und Geld in das Projekt investiert habe und immer wieder gegen den Widerstand der Anwohner ankämpfen musste.»

Mit 63 Jahren habe er keine Lust mehr auf weitere Auseinandersetzungen mit den Anwohnern und wolle sich lieber anderen Immobilien zuwenden. «Mein Immobilienportfolio ist sehr gross. Der Abschied von der Unter Spichermatt schmerzt mich nicht.» Ein Kränzchen windet er den Behörden von Kanton und Gemeinde, welche sich immer sehr kooperativ verhalten hätten. Ganz aus der Region verabschieden will sich der Luzerner nicht. «Stans, wo auch meine Tochter wohnt, wird mich nicht so schnell los. Ich habe zwei, drei interessante Objekte in Aussicht», meint er, ohne auf Details einzugehen.

Projekt wird weiterverfolgt

Stans als Gemeinde mit einem grossen Bedarf an preisgünstigen Wohnungen sei für Logis Suisse interessant, habe das Unternehmen ihm gegenüber begründet (von der Firma selber war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar). Am von Beyeler angedachten Projekt wolle sie festhalten. Das heisst günstige Wohnungen, ergänzt mit Gewerbe im Erdgeschoss. Hingegen soll die Überbauung nebst Mietwohnungen auch Eigentumswohnungen beinhalten. «Etwas Besseres könnte Stans nicht passieren», so Beyeler. Auch am Zeitplan wolle sie festhalten. Noch dieses Jahr will die neue Besitzerin das Baugesuch einreichen und mit dem Bau starten. Details wie Kosten und Grösse der Überbauung seien noch offen.

Projekt hat Hürdenlauf hinter sich

Im vergangenen Mai stimmten die Stanser an der Gemeindeversammlung der Anpassung des Zonenplans und der Änderung des Verkehrsrichtplanes zu. Und schafften damit überhaupt erst die Voraussetzung für die Überbauung. Der Veronika-Gut-Weg wird an den Länderpark-Kreisel verlegt. Die Einsprachen an der Versammlung wurden abgewiesen.

Es war bereits das zweite Mal, dass sich die Stanser an der Gemeindeversammlung damit befassten. Im Mai 2013 beschlossen sie die Zurückweisung der Nutzungsplanungsänderung und des Bebauungsplans und begruben damit faktisch die damaligen Pläne für ein Einkaufszentrum mit Wohnungen, Geschäften und Büros.

2009 sorgte Hermann Alexander Beyeler in Nidwalden erstmals für Aufsehen, als er am selben Ort für 150 Millionen Franken ein Einkaufscenter sowie ein 70 Meter hohes Hochhaus errichten wollte. Das Projekt «Kristall Hybrid Stans Nord» überschritt jedoch die Vorgaben der geltenden Zonenplanung.

Matthias Piazza