STANS: Bowler suchen neue Spieler

Der Bowlingsport in Nidwalden hat ein Nachwuchsproblem. Darüber konnte auch die gute Stimmung an den Meisterschaften nicht hinwegtäuschen.

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Reicht es für einen Strike? Stephan Lachat aus Ennetbürgen blickt gespannt seinem Ball nach. (Bild Edi Ettlin)

Reicht es für einen Strike? Stephan Lachat aus Ennetbürgen blickt gespannt seinem Ball nach. (Bild Edi Ettlin)

Falls es das perfekte Bowlingwetter gibt, dann fand die erste Hälfte der Nidwaldner Meisterschaften am Wochenende unter besten Bedingungen statt. «Wenn die Sonne scheint, braucht es tatsächlich manchmal etwas Überwindung, in eine Halle zu gehen», lacht Alexander Keiser, Präsident der Bowling Sektion Nidwalden. Doch am Samstag und Sonntag kamen 19 Bowlerinnen und Bowler ins Sport- und Freizeitcenter Rex in Stans. In jeweils acht Spielen sammelten sie Punkte für die diesjährigen Nidwaldner Meisterschaften.

Für die lizenzierten Spieler der Sektion geht es gar um die Qualifikation für die regionalen und schweizerischen Meisterschaften, welche im Februar und März ausgetragen werden.

Stans zieht Bowler an

Gegenwärtig zählt die Sektion Nidwalden 33 Mitglieder aus den zwei Clubs Phantom Fighters Stans und Speed Ball Club Luzern. «Zu unserem Einzugsgebiet gehören auch Obwalden, Luzern und Uri», erklärt Präsident Keiser. Der Grund für die Anziehungskraft Nidwaldens liegt in den technischen Anlagen. Bowlingbahnen sind in den vorderen zwei Dritteln mit einem dünnen Ölfilm überzogen. «Damit wir immer die gleichen Verhältnisse vorfinden, müssen die Bahnen regelmässig mit der Ölmaschine präpariert werden», sagt Keiser. «Nur so werden sie vom schweizerischen Verband abgenommen.» Gäbe es die Anlage in Stans nicht, wären die nächsten Trainingsmöglichkeiten für ambitionierte Bowlingsportler in Meierskappel oder Sihlbrugg. Doch trotz der guten Infrastruktur kämpft die Nidwaldner Sektion mit einem Mitgliederschwund. «Das ganze Vereinswesen hat sich verändert. Als Randsportart merken wir das als Erste», sagt Keiser und vermutet einen Trend zu unverbindlicheren Freizeitaktivitäten. «Hinzu kommt, dass wir bis vor zwei Jahren nicht wussten, wie die Zukunft des Sportcenters Rex aussieht.» Deshalb habe die Sektion keine Nachwuchskurse mehr organisiert.

Aus Freude am Spiel

Der Bowlingsport hat sich im vorletzten Jahrhundert auf einem Umweg über Amerika aus dem europäischen Kegeln entwickelt. Stetig gewachsen ist dabei auch der Materialaufwand. Die Spieler haben je nach Anspruch zwei bis acht eigene Bälle und tragen Schuhe, deren Sohlen auf Links- oder Rechtshänder abgestimmt sind.

Für Alexander Keiser, der vor elf Jahren aus beruflichen Gründen von Thüringen nach Nidwalden zog, steht beim Bowlingspiel der Spassfaktor im Mittelpunkt. «Eigentlich kann es jeder», sagt er. «Bowling ist ein mentaler Sport. Wenn es im Kopf stimmt, läuft es, und man hat Freude am Spiel.»

Wer sich über den Nidwaldner Meistertitel oder die Qualifikation für die regionalen Meisterschaften freuen kann, zeigt sich am nächsten Wochenende, wenn die Spieler die zweite Hälfte der Meisterschaft austragen werden.

Das ist aber erst der Auftakt zum Bowlingjahr 2016. In der Trio-Liga der Sektion spielen schon bald wieder sieben Mannschaften übers Jahr verteilt gegeneinander.

Edi Ettlin