STANS: «Charakter wird beibehalten»

Das Baugesuch für die Sanierung des ehemaligen Kapuzinerklosters ist eingereicht. Dominik Flammer ist guter Dinge für sein Kompetenzzentrum der Regionalkulinarik. Auch wenn er etwas bedauert.

Interview Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Initiator Dominik Flammer vor dem Klostergebäude. (Bild: Oliver Mattmann (Stans, 1. Dezember 2016))

Initiator Dominik Flammer vor dem Klostergebäude. (Bild: Oliver Mattmann (Stans, 1. Dezember 2016))

Es geht voran mit dem Projekt des Kompetenzzentrums der Regionalkulinarik im ehemaligen Kapuzinerkloster an der Mürg in Stans. Anfang Monat reichte die Senn Values AG, St. Gallen, als Investor und Baurechtsnehmerin das Baugesuch ein. Sie kaufte das Kloster im Oktober 2015 dem Kanton Nidwalden für einen Franken ab, um es für rund 7 Millionen Franken zu sanieren. Dominik Flammer will die sanierten Klosterräumlichkeiten nutzen, um Veranstaltungen und Weiterbildungen rund ums Thema Kulinarik anzubieten.

Noch diesen Winter will Dominik Flammer eine eigene Stiftung gründen, die sich mit rund 1 Million Franken an den Kosten für den Aufbau der Gastronomieschule beteiligt, die im Herbst 2018 voraussichtlich eröffnet wird. Je 1 Million Franken sollen Grossstiftungen und Küchen- und Möbelsponsoren beisteuern. Noch diesen Sommer soll die Sanierung des Klosters starten, etwa ein Jahr später sollen die Gastronomie und die Schule und danach das gesamte Kloster eröffnet werden.

Dominik Flammer, was beinhaltet das Baugesuch genau?

Es betrifft die Sanierung des Wohntraktes und der Umgebung mit dem Garten. Man muss nicht viel machen. Dach und Fassade sind in einem guten Zustand, auch Datenleitungen, etwa für das Internet, sind vorhanden.

Werden bisherige Räume gänzlich verschwinden, gibts grosse Eingriffe in die Raumaufteilung?

Nein, wir legen höchstens ein paar Zellen zusammen, aber grundsätzlich bleiben die Räume bestehen.

Welchen Einfluss haben denkmalpflegerische Auf­lagen?

Wir haben sehr früh den Kontakt mit Heimat- und Denkmalschutz aufgenommen. Die Zusammenarbeit verläuft sehr konstruktiv.

Wie wird sich das Kloster verändern? Wird vom Geist der Kapuziner noch etwas zu spüren sein?

Was die Räumlichkeiten betrifft, ja. Allerdings kommen wir um feuerpolizeiliche Eingriffe nicht herum. Die Brandschutztüren nehmen in den Gängen und Treppenhäusern viel von der Weitläufigkeit weg, was ich persönlich bedaure. Aussen wird der klösterliche Charakter bei­behalten.

Wie sind Sie termin- und kostenmässig unterwegs?

Wir sind noch immer auf Kurs. Bis zur Eröffnung im nächsten Jahr warten wir mit vielen Zwischennutzungen auf. So findet auch der nächste Alpkäsemarkt im Kloster statt. Und Gastrosuisse führt diesen März einen zweitägigen Kongress mit 150 Teilnehmenden durch. Mit einer Fachhochschule sind wir im intensiven Gespräch. Auch die Bewegung Slow Food Schweiz, die sich für fair produzierte Lebensmittel einsetzt, ist mit im Boot, ebenso die Bio Suisse, der Dachverband der Schweizer Knospe-Betriebe.

An der Infoveranstaltung im vergangenen Dezember wurden Befürchtungen wegen des Mehrverkehrs laut, der sich dann durch die schmale Mürgstrasse zwängen würde. Sind Sie in dieser Frage schon weiter?

Diese und ähnliche Fragen konnten wir bereits an der Veranstaltung von damals klären. Die Parkplätze sind definiert. Und auch ein Verkehrsgutachten liegt vor. Dieses besagt, dass der prognostizierte Mehrverkehr bewältigbar ist. Wir setzen als ökologisch ausgerichteter Veranstalter alles daran, dass unsere Besucher, Gäste und Veranstaltungsteilnehmer mit dem öffentlichen Verkehr anreisen.

Interview Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch