STANS: Christen Beck zieht im Bahnhof ein

Aus dem ehemaligen LSE-Buffet wird ein rauchfreies Bistro mit einem Bäckerei- und Confiserie-Laden. Der neue Betreiber Thomas Christen hat sich insbesondere bei der Wartezeit anspruchsvolle Ziele gesetzt.

Matthias Piazza
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Thomas Christen, der neue Mieter des ehemaligen LSE-Buffets (links), und Gemeinderat Martin Mathis studieren den Plan des neuen Lokals. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 8. Mai 2017))

Thomas Christen, der neue Mieter des ehemaligen LSE-Buffets (links), und Gemeinderat Martin Mathis studieren den Plan des neuen Lokals. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 8. Mai 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Zukunft des ehemaligen LSE-Buffets beim Bahnhof Stans steht fest. Die Gemeinde Stans als Besitzerin der Bahnhofliegenschaft hat ihre Wahl getroffen. Sie vermietet die Räumlichkeiten an Thomas Christen, den Inhaber der Christen Beck AG, Buochs. Das Interesse war gross, wie Gemeinderat Martin Mathis erklärte. «Von der Pizzeria bis zum Kebabstand war alles dabei.» Schmunzelnd erinnert er sich auch an die Form der Bewerbungen. «Darunter waren kurze SMS als auch ein 15-seitiges Konzept.» Unter den drei Bewerbern, die schliesslich in die engere Wahl kamen, machte Thomas Christen das Rennen. «Er hat uns mit seinem Konzept am meisten überzeugt. Wir suchten einen Mieter, der aus dem ehemaligen LSE-Buffet ein rauchfreies Café macht, wo man verweilen, Speisen und Getränke aber auch mitnehmen kann. Genau das bietet Thomas Christen», meinte Martin Mathis, ohne näher auf die übrigen Mitbewerber eingehen zu wollen.

Für den Gemeinderat sei es von Anfang an klar gewesen, dass ein Rauchlokal nicht mehr in Frage komme. «Viele Bürger wünschen ein rauchfreies Lokal, was ja auch dem Zeitgeist entspricht.» Mit der Pensionierung von Walter Amstutz, der das Restaurant 20 Jahre lang bis Ende April führte, sei eine Epoche zu Ende gegangen.

Das Lokal wird erweitert

Thomas Christen hat klare Vorstellungen, wie sein Café aussehen soll. Das Lokal wird um einen 35 Quadratmeter grossen Wintergarten auf 75 Quadratmeter erweitert und damit Platz für 50 Sitzplätze und ein Buffet bieten. Dazu kommt eine 50 Quadratmeter grosse Terrasse. Im Angebot gibt’s heisse Snacks, Sandwiches, Salate, Backwaren, Konditoreiprodukte, Geschenk- und Schokoladenspezialitäten. Das Angebot im Bistro besteht aus Kleinmahlzeiten und verschiedenen Kaffee- und Tee-Spezialitäten sowie alkoholischen Getränken.

Zwischen 15 und 18 Mitarbeiter, die sich 12 Vollzeitstellen teilen, werden die Kunden von 5.30 Uhr bis 23 Uhr bedienen – sieben Tage die Woche. «Diese grosszügigen Öffnungszeiten waren für uns bei der Wahl ein wichtiges Kriterium an diesem stark frequentierten Ort», erläuterte Martin Mathis. Thomas Christen sprach von einem Traumstandort, darum habe er nicht gezögert, sich auf das Inserat zu melden. «An diesem gut frequentierten Standort erreichen wir Pendler, Schüler, Touristen und Einheimische. So eine Gelegenheit kommt nicht alle Tage. Auch können wir so eine Lücke im Bistro-/Café-Segment des Stanser Dorfzentrums schliessen.» Er rechnet mit gegen 350 Kunden täglich. Bei den Annahmen stütze er sich auf die Erfahrungen der Branche. Was ihn zusätzlich im Entschluss bestärkt habe, sei die Tatsache, dass der Dorfplatz 9, wo Christen Beck eine Bäckerei-Filiale mit Café betreibt, im Frühling 2018 nach rund 20 Jahren umgebaut werde und darum während einiger Wochen für die Kunden nicht zur Verfügung stehe.

Siebter Standort für Christen Beck

Rund 700000 Franken investiert Thomas Christen in den Aufbau seines siebten Standortes. Die Rede ist von einem marktüblichen und fairen Mietpreis. «Wir wollen den Markt nicht verzerren und generieren so auch Einnahmen in die Gemeindekasse, wozu wir dem Steuerzahler auch verpflichtet sind», hielt Martin Mathis fest.

Spätestens in zwei Wochen will Thomas Christen das Baugesuch für den Wintergarten einreichen. Nach einer rund zweimonatigen Bauzeit soll das neue Lokal spätestens im Oktober dieses Jahres eröffnen – unter welchem Namen, steht noch nicht fest. Klar ist für Thomas Christen, dass zwölf Jahre nach der Fusion der LSE (Luzern-Stans-Engelberg-Bahn) mit der Brünigbahn der Name LSE definitiv verschwindet.