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STANS: Das sagen Schüler über Fremdsprachen

Die Fremdsprachen­debatte bewegt Politiker, Eltern und Lehrer. Doch was denken die Schüler? Ein ­Besuch in einer Französischklasse.
Französisch zum Anfassen: Silvia Frank mit Schülern während einer Lektion. (Bild Matthias Piazza)

Französisch zum Anfassen: Silvia Frank mit Schülern während einer Lektion. (Bild Matthias Piazza)

Matthias Piazza

«Bienvenue welcome» steht an der Türe. Drinnen bewegen sich die Schüler rhythmisch zu einem Lied mit französischem Text. Kinderstimmen animieren zu verschiedenen Bewegungen. Die Fünftklässler hüpfen, drehen sich um die eigene Achse, zeigen auf die im Lied beschriebenen Körperteile. Wir sind zu Besuch in einer Französischlektion im Stanser Tellenmattschulhaus. An den Wänden hängen Illustrationen mit englischen und französischen Wörtern. Nach der Tanzeinlage übt die Lehrerin Silvia Frank mit den Schülern Wörtchen, die auf einem Blatt am Boden stehen. Es klappt schon ganz gut. Wo nötig, hilft sie bei der Aussprache oder beim Finden eines Wortes nach. Der animierte, lebendige Sprachunterricht ist bei Silvia Frank keine Ausnahme. «Wir versuchen, wenn immer möglich, die Sprache spielerisch, etwa mittels Bewegungen, zu vermitteln. Das gibt den Kindern Gelegenheit, das Gelernte sogleich anzuwenden.» Diese Methode käme auch dem «Sprachbad», bei dem man während eines Sprachaufenthaltes in die Sprache «eintauche», am nächsten.

Seit 2007 lernen die Nidwaldner Kinder ab der dritten Klasse Englisch und ab der fünften Französisch. Geht es nach dem Willen der SVP-Initiative, über die am 8. März abgestimmt wird, soll künftig nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe unterrichtet werden. Dies, weil die Kinder mit zwei Fremdsprachen überfordert seien und Deutsch darunter leide, wird argumentiert.

In der Primarschule gehts leichter

In der teils hitzig geführten Debatte kamen bisher immer Politiker, Eltern und Lehrer zu Wort. Doch wie sehen das die Schüler selbst? Eine nicht repräsentative Umfrage in der Klasse.

«Französisch ist eine Landessprache, die leichter zu erlernen ist, wenn man damit schon in der fünften Klasse beginnt», meint etwa Samira Benkirane. «Die Sprache ist nicht schwieriger zu erlernen als Englisch», findet die Elfjährige. Auch fühle sie sich mit zwei Fremdsprachen nicht überfordert. «Französisch würde ich vermissen, wenn es aus dem Unterricht gestrichen würde.» Auch sie würde sich für die Lösung 3/5 entscheiden, also Englisch ab der dritten und Französisch ab der fünften Primarklasse. Stünde nur eine Fremdsprache in der Primarschule zur Wahl, wäre Französisch ihr Favorit, hält sie fest. Eine ähnliche Meinung hat auch ihre Kollegin Hannah Meier (10 Jahre). Das parallele Lernen der zwei Fremdsprachen falle ihr leicht. Sie glaubt auch nicht, dass andere Fächer wie Deutsch und Mathematik darunter leiden. Auf die Frage, ob sie sich als Schülerin bei der ganzen Fremdsprachenfrage, welche die Erwachsenen diskutieren, übergangen fühle, meint sie: «Vielleicht hätte ich schon gerne etwas dazu gesagt.»

Englisch vor Französisch

«Der Fremdsprachenunterricht macht Spass», meint Stefan Novitovic (11­Jahre). «Mit Englisch komme ich besser durch, da ja auch in Frankreich Englisch gesprochen wird.» Trotzdem möchte er nicht aufs Französisch verzichten, da er stolz sei, diese Sprache zu erlernen. «Ich finde es cool, mehrere Sprachen zu sprechen», meint Ali Robin Toprak (10 Jahre), der zu Hause Türkisch spricht. «Ich will, dass Französisch bleibt, da dies eine Landessprache ist.» Den frühen Fremdsprachenunterricht befürwortet er. «In der Primarschule lernt man viel besser eine Fremdsprache, weil man jünger ist.»

Elvira Suljic (11 Jahre) würde es langweilig finden, in der Primarschule als einzige Fremdsprache Englisch zu lernen. Sie habe sich darum aufs Französisch in der fünften Klasse gefreut. Könnte sie selber den Lehrplan gestalten, stünde auch bei ihr Englisch ab der dritten und Französisch ab der fünften Klasse auf dem Stundenplan. «Zwei Fremdsprachen sind cool und abwechslungsreich, ich würde mich auch freiwillig dafür entscheiden», sagt Remo Achermann (11 Jahre). Stünde nur eine Fremdsprache zur Auswahl, gäbe er Französisch den Vorzug.

Hinweis

Ein «Nachgefragt» zum Thema mit Peter Keller, SVP-Nationalrat und Mitglied der nationalrätlichen Bildungskommission, lesen Sie auf Seite 23.

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