STANS: Der «Engel» glänzt bald im neuen Licht

In wenigen Wochen ist der grosse Umbau des traditionellen Restaurants Engel abgeschlossen. Mit dem neuen Wirtepaar kehrt auch ein frischer Wind ein.

Matthias Piazza
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Das Pächterpaar Patricia Pereira und Sören Schwitzky mit Stefan Flury (rechts) von der Genossenkorporation Stans in der neuen Küche. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Pächterpaar Patricia Pereira und Sören Schwitzky mit Stefan Flury (rechts) von der Genossenkorporation Stans in der neuen Küche. (Bild Corinne Glanzmann)

Handwerker verpassen ihrer Arbeit den letzten Schliff. Werkzeuge surren und dröhnen, es riecht nach Baustelle, die Böden sind abgedeckt. Der Gastraum hat neue, dreifach verglaste Fenster erhalten, im Restaurant wurden die Bänke an der Wand gepolstert, auch die Holzstühle werden durch gepolsterte Stühle ersetzt, Tische erhalten eine neue Oberfläche. Eine neue Beleuchtung soll für mehr Helligkeit und Ambiente sorgen. Und seinen Kaffee kann man künftig auch an einem Hochtisch geniessen ...

Auch der Saal wird aufgefrischt

«Wir sind sehr gut im Zeitplan», freut sich Stefan Flury, Projektleiter und Baukommissionspräsident der Genossenkorporation Stans, in deren Besitz der «Engel» ist. Am 3. Juni will das neue Pächterehepaar Sören Schwitzky (37) und Patricia Pereira (34) das Ruder übernehmen. «Es gibt noch so viel zu tun, dass ich über Nervosität noch gar nicht nachdenken konnte», meint Schwitzky.

Ende März beendete er seine Pacht im Hotel Hermann in Stansstad und nahm dann mit seiner Frau und den Kindern einen Monat Auszeit. Seit Anfang Mai steht das Ehepaar nun täglich im «Engel», tätigt Vorbereitungen und begleitet die Bauarbeiten. Und die sind umfangreich. Neben den Hotelzimmern im Obergeschoss erhält auch der «Engel»-Saal eine komplette Auffrischung mit neuem Mobiliar.

Über 1,5 Millionen Franken investierte die Genossenkorporation Stans in die gesamte Erneuerung. Der Löwenanteil des Umbaus entfällt auf die Küche aus dem Jahre 1989, welche für 1,2 Millionen Franken saniert wurde. Sämtliche Küchengeräte sowie die Kältetechnik wurden ersetzt, Boden und Decke erneuert. Von der Modernisierung soll auch der Gast profitieren. «Wir haben nun ganz andere Möglichkeiten, können innerhalb kurzer Zeit ein Gericht zubereiten», sagt Sören Schwitzky.

Apropos Menükarte: Er will auf die traditionelle Schweizer Küche setzen, mit Cordons Bleus mit verschiedenen Füllungen und Fleisch aus der Region. Ganz gross schreibt er das Wort Gastfreundschaft: «Unsere Gäste sollen sich bei uns in jeder Beziehung wohlfühlen.» Der 7-Tage-Betrieb solle sowohl den Arbeiter ansprechen, der im Gastraum sein Mittagsmenü aus vier verschiedenen Variationen auswählen kann, als auch den Banker, der im Säli am gedeckten Tisch seinen Business-Lunch mit einem Geschäftspartner abhalte.

Hier lernte er seine Frau kennen

Die Hotellerie soll das zweite Standbein bilden. An die Nachfrage nach Übernachtungen mitten in Stans glaubt Sören Schwitzky. «Man muss auf neuzeitlichen Kanälen wie Internet-Portals präsent sein, dort laufen heute rund 80 Prozent der Buchungen. Dann rentiert auch dieser Zweig mit Sicherheit. Nebst Individualtouristen wollen wir auch einheimische Firmen ansprechen.»

Mit dem «Engel» verbindet der gebürtige Berliner, der seit 18 Jahren in der Schweiz lebt, eine Liebesgeschichte. Schliesslich lernte er hier seine Frau kennen, als er vor über zehn Jahren als Betriebsassistent im Restaurant Engel arbeitete. Und so habe er nicht zweimal überlegen müssen, als der Genossenrat ihn angefragt habe, ob er den «Engel» übernehmen wolle.

Das Vorhaben scheint unter einem guten Stern zu stehen. «Wenn wir heute durch Stans spazieren, sprechen uns die Leute auf den ‹Engel› an, gratulieren uns dazu und freuen sich mit uns auf den Neustart», erzählt er.

Korporation spricht von Idealfall

Am 3. Juni ist der offizielle Start, zuvor gibts einen Probedurchlauf mit der Genossenkorporation, mit Vereinen und Freunden. Zehn der 18 Mitarbeiter hat er von seiner alten Wirkungsstätte in Stansstad mitgenommen, die übrigen acht wurden neu eingestellt.

Stefan Flury spricht von einem Idealfall mit dem neuen Pächterpaar. «Es ist schwierig, jemanden zu finden, der einen solchen Betrieb erfolgreich führen kann. Mit Sören Schwitzky und Patricia Pereira sind wir aber überzeugt, ein sehr gutes Pächterpaar gefunden zu haben. Wir freuen uns auf die gemeinsame «Engel»-Zeit mit ihnen.»

«Alle sollen sich wohlfühlen»

Wobei für Stefan Flury klar ist, dass der «Engel» nie eine Goldgrube wird, doch darum gehe es auch nicht. «Schon damals mit dem Kauf des Hotels vor fast 60 Jahren ging es der Genossenkorporation Stans nicht um Gewinnoptimierung, sondern darum, mit dem «Engel»-Saal der Bevölkerung einen schon lange benötigten Saal zur Verfügung stellen zu können. Und auch heute steht der Saal für verschiedenste Anlässe zur Verfügung, und im Restaurant sollen sich einfach alle wohlfühlen.»