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STANS: Der Roboter nutzt den Platz perfekt

Nicht nur in der Luft ist Pilatus ganz vorne dabei. Mit dem neuen Logistikgebäude haben die Flugzeugbauer auch am Boden neue Massstäbe gesetzt.
Das Hochregallager im neuen Logistikgebäude der Pilatus Flugzeugwerke AG ist 25 Meter hoch. (Bild Pius Amrein)

Das Hochregallager im neuen Logistikgebäude der Pilatus Flugzeugwerke AG ist 25 Meter hoch. (Bild Pius Amrein)

Neues Logistikgebäude der Pilatus Flugzeugwerke AG in Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Neues Logistikgebäude der Pilatus Flugzeugwerke AG in Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Hochregale sind bis 25 Meter hoch. Alles läuft vollautomatisch. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Die Hochregale sind bis 25 Meter hoch. Alles läuft vollautomatisch. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Warenausgabe (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Warenausgabe (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Jeder Artikel ist als solcher im Computersystem erfasst, genauso wie das Behältnis, in dem es untergebracht ist und das vom Lagerführungssystem irgendwo an verfügbaren Orten im Hochregallager platziert wird. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Jeder Artikel ist als solcher im Computersystem erfasst, genauso wie das Behältnis, in dem es untergebracht ist und das vom Lagerführungssystem irgendwo an verfügbaren Orten im Hochregallager platziert wird. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Tatsächlich fahren die Fördersysteme in den drei unterschiedlichen Lagerstrassen wie von Geisterhand bewegt vor- und rückwärts, auf- und abwärts, holen Boxen, Paletten oder Kassetten aus dem Dunkel des bis 25 Meter hohen Lagers. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Tatsächlich fahren die Fördersysteme in den drei unterschiedlichen Lagerstrassen wie von Geisterhand bewegt vor- und rückwärts, auf- und abwärts, holen Boxen, Paletten oder Kassetten aus dem Dunkel des bis 25 Meter hohen Lagers. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
30 Millionen Franken haben die Pilatus-Werke investiert, 10 Millionen kostete alleine die Lager- und Fördertechnik. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)30 Millionen Franken haben die Pilatus-Werke investiert, 10 Millionen kostete alleine die Lager- und Fördertechnik. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Roger Hess, Chef der Logistik, vor dem Gebäude in Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Roger Hess, Chef der Logistik, vor dem Gebäude in Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Aussenansicht des neuen Gebäudes. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Aussenansicht des neuen Gebäudes. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Alles läuft über Förderbänder (Bild: PD)Alles läuft über Förderbänder (Bild: PD)
Das neue Logistikgebäude der Pilatuswerke in Stans. Vorne (mit Schriftzug) das Hochregallager. Links daran angebaut die Arbeitsplätze für Logistik, im obersten Stock ist das neue Personalrestaurant mit Oberlicht. (Bild: PD)Das neue Logistikgebäude der Pilatuswerke in Stans. Vorne (mit Schriftzug) das Hochregallager. Links daran angebaut die Arbeitsplätze für Logistik, im obersten Stock ist das neue Personalrestaurant mit Oberlicht. (Bild: PD)
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Neues Logistikgebäude bei Pilatus Flugzeugwerke

«Die Person geht nicht mehr zur Ware, sondern die Ware kommt zur Person»: Kurz und knapp bringt Roger Hess die erhebliche Effizienzsteigerung, welche die Pilatus-Flugzeugwerke mit ihrem neuen Logistikgebäude erzielen, auf den Punkt. Hess ist seit gut sieben Monaten Chef der Logistik (Vice President Supply Chain & ICT) und Mitglied der Geschäftsleitung. Ihm untersteht auch das neue topmoderne Hochregallager. «Früher hatten alle Teile im Lager ihren festen Platz. Das brachte bei Fehlen eines Artikels auch ungenutzten Lagerplatz mit sich.» Das heutige computergesteuerte Lagersystem funktioniert anders. Jeder Artikel ist als solcher im Computersystem erfasst, genauso wie das Behältnis, in dem es untergebracht ist und das vom Lagerführungssystem irgendwo an verfügbaren Orten im Hochregallager platziert wird.

Einzigartig in Europa

Das System selber ist lernfähig. Häufig gebrauchte Artikel lagert es an schneller zugänglichen Orten ab oder platziert über Nacht Behältnisse um, schafft also quasi wieder Ordnung. «Damit spart man nicht nur Zeit. Jeder Meter, den das System nicht zurücklegen muss, bedeutet auch eine Energieeinsparung», erklärt Roger Hess. Tatsächlich fahren die Fördersysteme in den drei unterschiedlichen Lagerstrassen wie von Geisterhand bewegt vor- und rückwärts, auf- und abwärts, holen Boxen, Paletten oder Kassetten aus dem Dunkel des bis 25 Meter hohen Lagers. 30 Millionen Franken haben die Pilatus-Werke investiert, 10 Millionen kostete alleine die Lager- und Fördertechnik. Ausgelegt ist das Gebäude, das auch ein neues helles Personalrestaurant, 150 neue Büro-Arbeitsplätze und das Rechenzentrum beherbergt, für mindestens 30 Jahre. «Die Kombination dieser drei Lager­typen unter einem Dach ist in Europa einzigartig», erklärt Roger Hess. «Im Kleinteilelager befinden sich 28 000 Boxen, das Hochregallager umfasst 5200 Paletten und im Systemkassettenlager sind 280 Kassetten von 8 mal 2 Metern untergebracht.»

Mitarbeiter mussten umlernen

Arbeitsplätze sind dem «Lagerroboter» keine zum Opfer gefallen. Nach wie vor arbeitet das Stammteam mit rund 60 Personen im neuen Logistikgebäude. «Wir haben den Umzug mit temporären Arbeitskräften überbrückt», sagt Roger Hess. Die Mitarbeiter mussten aber lernen, mit dem neuen System zu arbeiten. «Die Anforderungen sind zwar gestiegen, anderseits haben sich die Arbeitsplätze in ergonomischer Hinsicht nun wesentlich verbessert. Es muss weniger getragen oder gehoben werden, die Arbeitsstellen sind heller», meint Roger Hess und ergänzt, die Mitarbeiter hätten die Umstellung denn auch sehr gut aufgenommen und umgesetzt. Während der Testphase des neu gebauten Systems seien alle Transaktionen durchgespielt und getestet worden.

Gebaut wurde das neue Logistikgebäude von Februar 2014 bis im Juni 2015. Ab Juli lief die zweimonatige Testphase. Seit 3. September ist das Hochregallager in Betrieb. In nur zwei Wochen wurden über 17 000 Artikel aus dem ehemaligen Lager verschoben. «Dafür war eine minutiöse Planung nötig. Schliesslich musste während dieser Zeit die Produktion trotzdem weiterlaufen», hält Roger Hess fest. Man habe die Vorausplanung für Rüstaufträge verlängert und Materialvorräte geliefert. Pilatus rechnet für die Anlage mit einer Verfügbarkeit von 99 Prozent. Trotzdem hat man vorgesorgt, um sich nicht quasi selbst aus seinem eigenen Lager auszuschliessen. Ersatzteile für die Anlage sind im eigenen Haus verfügbar, und Techniker und Computerfachleute stehen jederzeit bereit.

Ein massgebender «Treiber» für die Investition in das topmoderne Hochregallager war der neue Business-Jet PC-24, für den ab 2017 die Serienproduktion beginnen soll. Das bedeutet wesentlich grösseren Lagerbedarf. «Mehr Lagerplatz erlaubt uns, grössere Materialmengen kostengünstiger einkaufen zu können», erklärt Roger Hess.

Kaum war das bisherige Lager geräumt, haben die Pilatus-Werke begonnen, dort neue Fräsmaschinen, unter anderem auch für die Produktion der PC-24-Bauteile, zu installieren.

Philipp Unterschütz

Mehr Bilder vom Innenleben des Logistikgebäudes unter www.nidwaldnerzeitung.ch/bilder

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