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STANS: «Der Unterricht beginnt pünktlich»

Vier Wochen nach der Umstellung vom Klassen- aufs Fachzimmersystem zieht Kollegi-Rektor Patrik Eigenmann eine positive Bilanz. Er schliesst eine Rückkehr zum alten System definitiv aus.
Matthias Piazza
Vor einem Jahr war der Protest gross: Kollegischüler demonstrieren gegen die Fachzimmer. (Bild: Matthias Piazza (23. September 2017))

Vor einem Jahr war der Protest gross: Kollegischüler demonstrieren gegen die Fachzimmer. (Bild: Matthias Piazza (23. September 2017))

Interview: Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Seit diesem Schuljahr müssen die Schüler des Kollegi Stans mit dem Fach auch das Schulzimmer wechseln. Die Klassen verloren ihr Klassenzimmer, wo die meisten Lektionen abgehalten wurden. Nun sind in den Zimmern nicht mehr Klassen, sondern Fächer sozusagen zu Hause – mit der Konsequenz, dass Schüler und teilweise auch Lehrer mehrmals am Tag zügeln müssen. Der Widerstand, als die Systemänderung im Herbst des vergangenen Jahres verkündet wurde, war gross. Schüler demonstrierten. Sie befürchteten, dass die fünf Minuten Pause für den Schulzimmerwechsel nicht reichen und sie mit der Abschaffung von Klassenzimmern auch einen Aufenthaltsort verlieren, den sie auch in der Mittagszeit benutzen. Rektor Patrik Eigenmann hingegen spricht von einem Erfolg.

Patrik Eigenmann, hat sich der Widerstand gelegt?

Ja, die Schüler haben die Systemänderung akzeptiert. Selbst jene, welche sich sehr dagegen auflehnten, äussern sich nun positiv. Das System sei in Ordnung, gar nicht so schlecht, bekam ich zu hören.

Wie erklären Sie sich die damalige Opposition? Schliesslich ist das Fachzimmersystem in immer mehr Mittelschulen Realität.

Das ist schwer zu sagen. Es war wohl die Befürchtung, dass die Schüler mit der Aufhebung des Klassenzimmers auch ein Daheim im Schulhaus verlieren.

Wie lautet Ihre Bilanz nach vier Wochen Schulbetrieb mit dem Fachzimmersystem? Schüler sprechen davon, dass ihre Befürchtungen eingetroffen seien, sie wegen der langen Wege zum Beispiel zu spät im Schulzimmer eintreffen würden.

Ich ziehe eine positive Zwischenbilanz. Die Lehrer können mit dem Unterricht pünktlich beginnen. Diese Erfahrung mache ich selber auch. Früher kam es vor, dass man die Schüler erst auf das Fach einstimmen musste, bevor man mit dem Unterrichten starten konnte, da sie sich eine Lektion davor im selben Zimmer mit einem ganz anderen Fach beschäftigt hatten. Mit dem Fachzimmersystem machen sich die Schüler während der Pause auf dem Gang Gedanken über die kommenden Lektionen und darüber, welches Schulmaterial sie dafür benötigen. Positiv äussert sich auch unser Hausdienst. Die Menge des Abfalls in den Schulzimmern habe sich massiv verringert. Die von Schülern befürchtete Stausituation in den Gängen ist ebenfalls nicht eingetreten.

Sie sprachen von pädagogischen Vorteilen, spannender Unterrichtsgestaltung mit modernen und vielseitigen Unterrichtsmethoden. Sind diese Vorteile tatsächlich eingetreten?

Die Umstellung ist noch nicht ganz vollzogen. So ist etwa noch zu wenig erkennbar, dass man sich beispielsweise im Fachzimmer Deutsch befindet. Da müssen wir uns noch überlegen, wie wir dies noch verbessern können. Andere Fachschaften haben da schon sehr viel Gestaltungsarbeit übernommen. Es ist ein laufender Prozess, der erst eingesetzt hat.

Ein weiterer Kritikpunkt lautet, dass nun auch die Lehrer zügeln müssten und die Schulzimmer für den Fachunterricht gar nicht richtig eingerichtet seien.

Das haben wir von Anfang an immer so kommuniziert, dass unter Umständen auch Lehrer das Zimmer wechseln müssen, vor allem, wenn sie mehrere Fächer unterrichten. Und was die Ausrüstung betrifft: Die Beamer, Visualizer und weitere Geräte treffen wegen Lieferschwierigkeiten erst nach den Herbstferien ein. Dies hat aber mit der Systemumstellung nichts zu tun. Wir hätten die Schulzimmer ohnehin modernisiert.

Sie haben im vergangenen Herbst angekündigt, dass Sie als Ersatz für die verlorenen Klassenzimmer 150 zusätzliche Arbeitsplätze in Gruppenräumen schaffen würden. Wie kommen diese an?

Sie sind bei den Schülern noch zu wenig bekannt. Dasselbe gilt für die Stufenzimmer, das heisst, Schulzimmer, in denen sich Schüler derselben Stufe in der unterrichtsfreien Zeit aufhalten können.

Halten Sie am System fest?

Ja, wir haben uns von Anfang an gegen eine Versuchsphase entschieden. Nach diesen positiven ersten Erfahrungen sehen wir erst recht keinen Grund, aufs alte Klassenzimmersystem zurückzukehren.

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