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STANS: Die Älper im besten Licht

Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Stanser Älper gestern ihre Chilbi mit dem traditionellen Umzug durchs Dorf. Die Massen strömten herbei, alle waren begeistert.
Christian Hug
Die Älperbeamten strahlen an ihrem grossen Tag mit der Sonne um die Wette. (Bild: Edi Ettlin (Stans, 15. Oktober 2017))

Die Älperbeamten strahlen an ihrem grossen Tag mit der Sonne um die Wette. (Bild: Edi Ettlin (Stans, 15. Oktober 2017))

Christian Hug

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Zuerst kam das Säntä-Veh. Dann wäre der Käsewagen dran gewesen, doch die Schafe und Ziegen waren einen Tick schneller. Die Reihenfolge aber tat letztlich nichts zur Sache – alles war wie immer an der gestrigen Älperchilbi in Stans: die Älper und ihre Begleiterinnen in Sonntagstracht, die Jungmannschaften aufgekratzt Stumpen rauchend und Traktoren fahrend, und die Alt-Älper zwischen heiterer Ländlermusik und heftig qualmendem «Tannechriis».

Tradition nennt sich das, was alljährlich am dritten Sonntag im Oktober mit einem herrlichen Umzug als Erntedankfest zelebriert wird. Schliesslich muss man wissen, woher man selber kommt, bevor man die Welt erobern kann. «Das isch äbä scheen», sagte denn auch der 1. Hauptmann und OK-Präsident Mark Schönholzer. Er freute sich besonders, dass nach langer Zeit die 30-Jährigen wieder mal mit einem Wagen teilnahmen. Die 30-Jährigen, das sind die Älper, die 1987 in die Älperbruderschaft aufgenommen wurden – also die Umzugssenioren mit den ebenfalls vertretenen 20- und 10-jährigen Älpern. Derweil priesen die Neu-Älper vom Vorjahr mit ihrem Wagen Insekten als Nahrungsmittel an, quasi als Alternative zum Raclette. Die verteilten echten Maden-Chips stiessen beim Publikum allerdings auf sehr gemässigte Neugier. Herausragend auch die Rundfahrt von elf verschiedenen Schilter-Fahrzeugen des Schilter-Fanclubs, das war die Parade, die man gerne zur Eröffnung der Schilter-Ausstellung im Salzmagazin gesehen hätte.

Episoden aus dem Dorfleben in Sprüche verpackt

Und dann das ganze Drumherum: Das Publikum kam in Scharen, nicht zuletzt des wunderbaren Wetters wegen. Die Buben und Mädchen kraxelten den Geschenkbaum hoch. Die Butzi rannten den Kindern hinterher und umgekehrt. Das Kafi floss in Strömen und der Bratchäs auch. Die Ehrengäste genossen das Treiben auf der Tribüne. Und schliesslich wurden die Älpersprüche vorgetragen, eine in Knittelversen verfasste Rundschau über mehr oder weniger genierliche Begebenheiten aus dem Leben der Älper. Zum Beispiel diese: «Äs paar Jodlerbuäbä sind im Allgäu gsi / und hend im Hotel «zum alte Wirt» Logis / Am Stammtisch lahnd sie sich’s guät la gah / zum Zmorgä muäs niämmer friäh uifstah / So wird a’gstossä uf Gsundheit mängi Stund / bis de ändlich dr Schlaf bi allnä chund / I dr Nacht muäs dr Eint und Ander ufs Klo / ai dr Schwand Sepp, aber äbä wo?»

Wie’s jetzt weitergeht, kann man sich ausmalen. Aber eben: Schön wars! Und nächstes Jahr ist wieder Älperchilbi.

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