Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STANS: Die Kiwi ist eine mögliche Bedrohung für den Schweizer Wald

In der Zentralschweiz ist in einem Wald bei Stans eine wildwachsende Kiwipflanze entdeckt worden, die einen einheimischen Baum umschlungen hat. Ob die aggressive chinesische Schlingpflanze eine Bedrohung für den Schweizer Wald ist, soll nun abgeklärt werden.
So sollte es sein: Kiwi-Kultur während der Blust. (Bild: wikipedia.org / A.j.Morris)

So sollte es sein: Kiwi-Kultur während der Blust. (Bild: wikipedia.org / A.j.Morris)

In der Schweiz galt die Kiwi, die auf zahlreichen Plantagen angebaut wird, bisher als unproblematisch. Das Informationszentrum der Schweizer Flora führt sie als Alternative zu invasiven Zierpflanzen auf. Der Fund in Stans dürfte diese Einschätzung nun relativieren. Zu dem Schluss kommt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) der ETH in einem am Freitag publizierten Artikel.

In Nidwalden wurde die Kiwi oder der Chinesische Strahlengriffel im Frühling 2016 auf einer vom Sturm Lothar 1999 verwüsteten Fläche bei Stans aufgefunden. Mehrere junge Bergahornbäume waren von der aggressiven Schlingpflanze eingeschnürt. Die Stämme der befallenen Bäume waren laut WSL deutlich verformt.

Dass eine Kiwi mitten im Wald keimen und aufwachsen konnte, lege nahe, dass auch einheimische Vögel die Samen verbreiten würden, heisst es in dem Bericht. Das Auftreten dieser Art solle darum im Auge behalten werden, fordert die Fachstelle für Waldschutzfragen.

Rodungen in Neuseeland

Neuseeland stuft die Kiwi bereits als invasive Art ein. Zwischen 1998 und 2005 wurden auf der Nordinsel in der Region Bay of Plenty 21'000 Einzelpflanzen abgetötet. In den USA wurde das Gefährdungspotenzial der Kiwi nach einem anfänglichen Warnaufruf im Bundesstaat Massachusetts 2002 später wieder heruntergestuft.

Wilde Kiwi-Pflanzen kommen in der Schweiz immer häufiger vor. Im Tessin würden sie immer öfter in Wäldern, an Ufern und in urbanen Gebieten vorgefunden, wo sie zum Teil grosse Bestände bildeten. Die Kiwi kann sich auch vegetativ vermehren. Die Vermehrung mittels Stecklingen ist in Gärtnereien ein verbreitetes Verfahren.

Eine unmittelbare Bedrohung stellt die Kiwi für den einheimischen Wald nicht dar. Die Kiwi sei nur bedingt frosthart und überlebe tiefe Minustemperaturen nicht, schreibt die WSL. Deshalb sei eine unbeschränkte Ausbreitung zur Zeit nicht zu erwarten. Das könnte sich aber ändern, wenn die Klimaerwärmung fortschreite.

Die Kiwi stammt ursprünglich aus China. 1904 wurde sie in Neuseeland eingeführt und dort kultiviert und kommerzialisiert.

In der Schweiz produzieren mehrere Bauern auf Plantagen Kiwis. Diese machten 2015 eine Fläche von rund 2000 Aren oder 28 Fussballfelder aus, rund 0,3 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Anbaufläche.

sda

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.