Stans
Die Meisterschaft der Spürnasen: Hundesport auf höchstem Niveau

An der Schweizer Meisterschaft im Suchen von Fährten war vor allem die Nasenarbeit und die Präzision der Vierbeiner gefragt.

Sepp Odermatt
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Am letzten Wochenende fand im Gnappiried, in Stans und in der näheren Umgebung die Schweizer Meisterschaft der Fährtenhunde statt. Die schweizerische Dachorganisation (SKG) war froh, dass sich der Verein Hundesport Unterwalden bereit erklärt hatte, die Austragung dieses Anlasses zu übernehmen. Innerhalb von sechs Wochen organisierte Heinz Urech, der Präsident des Vereins, zusammen mit seinem Team diese Meisterschaft.

Auch sie nahmen an der Schweizer Meisterschaft teil: Claudia Frey und Hündin «Kokopelli».

Auch sie nahmen an der Schweizer Meisterschaft teil: Claudia Frey und Hündin «Kokopelli».

Bild: Sepp Odermatt

«Es ist in der heutigen Zeit enorm schwierig, einen Verein zu finden, der die Schweizer Meisterschaft organisiert, denn der Anlass ist mit einem grossen Aufwand verbunden», sagte Heinz Urech, der gleichzeitig als OK-Chef amtete. Es sei heftig gewesen, denn normalerweise habe man etwa ein Jahr Vorbereitungszeit zur Verfügung. Und weiter: «Nur dank der erfreulichen Zusammenarbeit mit der Armee, der Pilatus-Aircraft und der Genossenkorporation ist die Organisation geglückt. Und natürlich braucht es auch unsere einsatzfreudigen Vereinsmitglieder, Helferinnen und Helfer.» Es zeuge auch von besonderer Wertschätzung, dass der Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG), Hansueli Beer, auf Besuch gekommen sei, obwohl das OK wegen der momentanen Lage auf den Ehrengastanlass verzichtet hätte, ergänzte Heinz Urech.

Auch falsche Fährten wurden gelegt

Zugelassen waren 16 Teams aus der ganzen Schweiz, die sich vorgängig qualifizieren mussten. Ihre Aufgabe war es nun, am Samstag und am Sonntag je eine Fährte zu absolvieren. Unter den Teilnehmenden befand sich neben der Weltmeisterin Jutta Zahnd auch die Berner Hundeführerin Claudia Frey. Diese war mit ihrem Belgischen Schäfer «Kokopelli» nach Nidwalden gereist und begann den Wettkampf bei misslichen Wetterverhältnissen sehr konzentriert. Auf der Fährte von rund 1,2 Kilometern, die drei Stunden zuvor gelegt worden war, musste die schon etwas ältere Hündin sieben abgelegte Gegenstände (Hölzchen, Teppichreste etc.) sicher verweisen. Frey führte ihre «Kokopelli» mit einer zehn Meter langen Leine, die nicht angespannt sein durfte. Als zusätzliche Schwierigkeit wurde eine so genannte Verleitfährte gelegt, die den Hund in die Irre führen sollte. Doch die erfahrene Schäferhündin gab sich keine Blösse und bestätigte alle sieben Funde durch eine ruhige Platzstellung.

Claudia Frey mit ihrer Belgischen Schäferhündin «Kokopelli» wird begleitet vom Richter Patrick Clément.

Claudia Frey mit ihrer Belgischen Schäferhündin «Kokopelli» wird begleitet vom Richter Patrick Clément.

Bild: Sepp Odermatt

Patrick Clément, ein strenger Richter aus dem Kanton Freiburg, begleitete das Fährtenteam, beurteilte dessen Arbeit und notierte die Punkte. Dabei achtete der Fachmann auch auf eine tiefe Nase, ruhiges Verhalten und Fährtenabweichungen. Der Jubel war gross, als Clément nach einer fairen aber kritischen Schlussbesprechung die Punktezahl bekannt gab: 96 von 100 Punkten, ein Spitzenresultat! Zur Belohnung bekam die erfolgreiche Hündin von Claudia Frey, die in ihrer eigenen Praxis als Tierphysiotherapeutin arbeitet, eine wohlverdiente Delikatesse.

Selbst Prüfungsleiter und OK-Mitglied Werner Zbinden freute sich über das tolle Resultat der Bernerin. Er hatte während mehreren Wochen mit den Landbesitzern intensive Gespräche geführt, damit seine insgesamt 32 Fährtenpläne zustande kamen. «Es war eine strenge Zeit; aber es hat sich gelohnt. Diese Arbeit habe ich mit Überzeugung ausgeübt, denn ich bin selber ein ‹Hündeler› und absolut fasziniert vom Hundesport», verriet der Pensionär. Der Umgang mit Hunden verlange Feingefühl, halte einem auf Trab und brauche viel psychologisches Geschick.

Was sind Fährtenhunde?

Fährtenhund ist die Bezeichnung für einen Hund, der eine Ausbildung in die Fährtenarbeit erhalten hat. Fährtenhunde werden als Diensthunde, im Hundesport oder bei der Jagd als Jagdhunde geführt. Auch Rettungshunde erlernen Elemente der Fährtenarbeit. Bei der Jagd finden vor allem Schweisshunde zur Nachsuche Verwendung. Das sind Hunde, die Fährten von blutendem («schweissendem») Wild suchen.

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