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STANS: Drahtseilakt ohne rote Zahlen

Das Jugendkulturhaus Senkel feiert das dritte Jahr. Trotz positiver Bilanz sagen die ­Betreiber, dass sie sich nicht zurücklehnen dürfen.
Die Betriebsgruppe des Jugendkulturhauses Senkel in Stans. (Bild: pd)

Die Betriebsgruppe des Jugendkulturhauses Senkel in Stans. (Bild: pd)

Lange habe die Nidwaldner Jugend auf dieses Haus gewartet – nun stehe der Senkel, werde genutzt und ständig neu belebt. Nach drei Jahren ist klar, dass das Konzept funktioniert, ziehen die Verantwortlichen Bilanz. Der Senkel biete jungen Erwachsenen Raum und Gestaltungsmöglichkeiten und ­setze so den politischen Willen von Kanton und Gemeinden in Nidwalden um.

Der Verein Kultur Nidwalden fungiert dabei als Betreiber. Das Kernteam der Betriebsgruppe koordiniert die Buchungsplattform und den Betrieb. Externe Veranstalter mit ihren Ideen und Events sorgen für ein abwechslungsreiches Programm und eine vielseitige Nutzung durch ein breites Publikum. Lage und technische Ausstattung seien gut geeignet für etwas grössere ­Konzerte und Partys bis tief in die Nacht.

50 Anlässe pro Jahr

Der Senkel schliesse in Nidwalden eine wichtige Lücke im kulturellen Angebot. Das zeigte besonders das erste Jahr mit einer enormen Auslastung. Doch auch jetzt finden pro Jahr rund 50 Veranstaltungen statt. Emanuel Wallimann, von Anfang an in der Leitung des Hauses, sagt: «Das Programm ist vielseitig und lebendig, wie es gewünscht wurde. Wir dürfen sagen, dass in den ersten drei Jahren die Auflagen und Erwartungen unserer Auftraggeber übertroffen wurden.» Die Betreiber bedauern allerdings, dass ein gewisses Übergewicht an Partys im kulturellen Programm herrscht. Veranstaltungen wie Konzerte, Kleinkunst und Theater, die finanziell ein höheres Risiko bedeuten, seien im Vergleich etwas unterrepräsentiert.

Keine roten Zahlen

Auch wenn das Haus gut besucht und ausgelastet ist, ist der Senkel finanziell keineswegs auf Rosen gebettet. Der Grossteil der Anlässe wird von externen Veranstaltern durchgeführt. Die Mietkosten werden ihnen kostendeckend verrechnet. Gewinn wird somit kaum erwirtschaftet. «Natürlich wollen wir die Kosten nicht auf unsere jungen Veranstalter abwälzen. Dies würde dem Grundgedanken und dem Leistungs­auftrag widersprechen», erklärt Eliane Kayser, die Emanuel Wallimann in der Co-Leitung des Hauses ergänzt.

Das Haus wird vom Kanton und den Landeskirchen getragen. Dies reicht dank haushälterischem Umgang und viel Fronarbeit, um den Betrieb zu gewährleisten, eine 100-Prozent-Stelle zu unterhalten und dabei keine roten Zahlen zu schreiben. Reserven und Spielraum seien hingegen kaum vorhanden, gibt Emanuel Wallimann zu bedenken: «Finanziell begehen wir – bisher erfolgreich – einen ständigen Drahtseilakt.»

Probleme werden diskutiert

Neben der finanziellen Situation beschäftigen die Betreiber auch Interessenkonflikte und Problemfelder. So sind Littering und Lärm im Umfeld von Veranstaltungen ein Problem, besonders für betroffene Anwohner. «Wir nehmen die Anliegen und Beschwerden der Öffentlichkeit sehr ernst», versichert Eliane Kayser. Besonders mit der Gemeinde Stans ist der Austausch intensiv. Im ständigen Dialog versuche man die Situation fortwährend zu verbessern und Massnahmen gegen Missstände vor­zunehmen. So wurde jüngst eine Hinweistafel zur Vermeidung von Lärm und Verschmutzung angebracht. Wichtiger Partner hierzu sei auch der Sicherheitsdienst. Er und der angestellte Beizer würden für eine zuverlässige Umsetzung der Hausordnung und die Einhaltung des Jugendschutzes sorgen. Bei schwierigen Fragen dient auch die Jugendarbeitsstelle als wichtige Kontaktstelle.

Auch für ältere Generationen

Die grösste Schwierigkeit sehen die Mitglieder der Betriebsgruppe darin, ständig neue Träger und Helfer anzuwerben. Nur so kann der Betrieb noch lang so bestehen und funktionieren wie bis anhin. «Wir werden nicht jünger», hält Wallimann nüchtern fest. «Damit wir langfristig lebendig bleiben und junge Leute ansprechen, sind wir stets auf neue Mitwirkende angewiesen.»

Trotzdem ist es der Co-Leitung wichtig zu betonen, dass im Senkel keineswegs nur Jugendliche und junge Erwachsene willkommen seien. Da herrsche bei vielen nach wie vor ein Missverständnis. Zwar seien die jungen Leute bis 25 die Hauptzielgruppe. Dennoch soll die ganze Bevölkerung von den Möglichkeiten profitieren können. Eliane Kayser: «Die Jungen mögen ­sowieso nicht Woche für Woche bei uns sein – warum also nicht mal ein Rock-’n’-Roll-Konzert für die ältere Generation durchführen?» Es seien alle Generationen, Personengruppen sowie Stile und Geschmäcker willkommen.

pd/red

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