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STANS: Drehscheibe Nidwalden: «Alle Senioren ab 60 sollen uns kennen»

Im Frühling vor fünf Jahren starteten die Vorbereitungen für die Drehscheibe Nidwalden, im Oktober war Eröffnung. Aktuell hat das Team 180 Nidwaldner in der Kartei, die einen Dienst brauchen oder anbieten.
Marion Wannemacher
Sie gehören zum Drehscheiben-Team (v. l.): Klara Niederberger, Armand Claude und Rolf Scheuber. (Bild: Marion Wannemacher (Stans, 21.2.2018))

Sie gehören zum Drehscheiben-Team (v. l.): Klara Niederberger, Armand Claude und Rolf Scheuber. (Bild: Marion Wannemacher (Stans, 21.2.2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@nidwaldnerzeitung.ch

«Ich bin jetzt pensioniert und möchte mich gern freiwillig engagieren», hörte Brigitta Stocker, Geschäftsstellenleiterin von Pro Senectute Nidwalden vor mehr als fünf Jahren immer mal wieder am Telefon. Eine Eingabe an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit führte zur Entwicklung eines Projekts. Eine Gruppe von acht engagierten Senioren aus Nidwalden arbeitete daran mit. Dabei heraus kam die Drehscheibe.

«Ich erinnere mich noch gut an die Eröffnung», erzählt Klara Niederberger aus dem Team. «Es kamen 180 Personen ins Pfarrheim und wir mussten noch zusätzliche Stühle holen, weil wir gar nicht mit so viel Leuten gerechnet hatten.» Einige Besucher der Feier nahmen einen Anmeldungsbogen mit. Auf Anhieb kamen an die 20 Anfragen zu Stande. «Für uns ein guter Grundstock, auf dem wir aufbauen konnten», erzählt Armand Claude, Leiter des aktuell neunköpfigen Teams der Drehscheibe.

Die Drehscheibe gab es anfangs tatsächlich

Bis heute hat die Drehscheibe 262 Einsätze vermittelt, aktuell sind 180 Nidwaldner in der Kartei, die einen Dienst brauchen oder anbieten. Häufig ist es mit einem einmaligen Einsatz getan. Zeitgutschriften oder Entschädigungen gibt es nicht.

Und sie heisst auch nicht mehr «SeniorInnen Drehscheibe Nidwalden», sondern nur noch «Drehscheibe Nidwalden», denn seit dem vergangenen Jahr können sich auch Interessierte unter 55 Jahren vermitteln lassen, wenn der andere Partner Senior ist. Tatsächlich gab es damals eine Drehscheibe aus Karton, ähnlich wie eine Parkscheibe, die in zwei Guckfenstern den Bereich des Angebots und dazugehörige Beispiele anzeigte.

Die Palette der Angebote reicht auch heute noch weit: Begleitung für den Spaziergang oder auf Amtsstellen, Fahrdienste, Hilfe beim Zügeln, Unterstützung am PC, Rasen mähen, eine Lampe aufhängen oder gemeinsam wandern. Zu jeweils rund einem Viertel werden von allen Diensten vor allem Begleitungen sowie Hilfe an Handy, Computer, Fernsehen und Radio vermittelt.

Jede Anfrage wird spätestens innert einer Woche bearbeitet. Das Team selbst, das im Seniorenalter ist, hat in Sachen Computer den Durchblick und ist gut vernetzt. «Die Hälfte der Nidwaldnerinnen und Nidwaldner in unserer Kartei kennt mindestens eine Person im Team, das erleichtert die Vermittlung. Denn die Chemie zwischen Anbieter und Suchendem sollte schon stimmen», betont Teammitglied Rolf Scheuber.

Manchmal, so erzählen die drei vom Team der Drehscheibe, ergäben sich sogar Freundschaften: Wie der Theologe, der nun regelmässig eine Bewohnerin der Nägeligasse besucht, ihr vorliest und mit ihr «über Gott und die Welt diskutiert», so Armand Claude. «Zum Dank spielt sie ihm jedes Mal ein Stück auf dem Klavier, das sie extra einstudiert.»

Keine Konkurrenz zu anderen Organisationen

Einmal habe eine Frau nach einer Operation viermal am Tag Augentropfen benötigt – für sie mit zitternden Händen ein Ding der Unmöglichkeit. Doch das Team wusste auch hier Rat und konnte jemanden aus der Nachbarschaft vermitteln, der gerade um die Ecke wohnte.

«Die Wege zwischen Suchendem und Anbieter sollen kurz sein, das gehört zu unseren Grundsätzen», erklärt Klara Niederberger. Ausserdem trete die Drehscheibe zu keiner Organisation oder zu keinem Anbieter in Konkurrenz, vermittelt eher mal eine Anfrage weiter, wie beispielsweise Patientenfahrten an Rotkreuzfahrer.

Noch immer gebe es Nidwaldner, die die Drehscheibe nicht kennen. «Es ist uns ein ­Anliegen, dass uns alle Senioren ab 60 kennen», betont Armand Claude. «Und dass nur noch ganz wenig Menschen durch die Maschen unseres Netzes fallen, dass es verdichtet wird», ergänzt ­Klara Niederberger.

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