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STANS: «Echo112» kann auch in Stans Leben retten

Im Notfall können Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Eine digitale Karte kann im Kantonsspital Stans helfen, Leben zu retten.
Philipp Unterschütz
Urs Baumberger, Direktor Kantonsspital NW: «Es ist denkbar, dass das System auch am Kantonsspital Luzern eingeführt wird.» (Bild: PD)

Urs Baumberger, Direktor Kantonsspital NW: «Es ist denkbar, dass das System auch am Kantonsspital Luzern eingeführt wird.» (Bild: PD)

«Es kommt schon ab und zu vor, dass bei uns nicht ansprechbare oder verwirrte Patienten eingeliefert werden, die nur ein Handy bei sich haben, aber keine Notfallkarte oder Angaben zu Angehörigen. Da kann wertvolle Zeit verstreichen», sagt Urs Baumberger, Direktor des Kantonsspitals Nidwalden. Das Spital in Stans hat nun nach eigenen Angaben als erstes in der Zentralschweiz auf der Notfallstation ein Gerät installiert, das automatisch die digitale Notfallkarte der Notfall-App «Echo112» auf dem Smartphone des Besitzers erkennt und diese auch ohne Eingabe eines Entsperrungscodes auf dem Sperrbildschirm des Telefons anzeigt. Das System ist nach einigen Tests ab sofort in Betrieb. Die angezeigten Informationen geben den Ärzten auf der Notfallstation sofort Hinweise über die Blutgruppe, Allergien, Medikamente sowie Daten zu Kontaktpersonen des Patienten. Zudem kann der Organspendeausweis, sofern vorgängig erstellt, aufgerufen werden. «Damit können die Ärzte ohne Zeitverlust die geeignete medizinische Therapie einleiten und Angehörige informieren», erklärt der Spitaldirektor. Damit das System aber funktioniert, muss beim Smartphone die Bluetooth-Funktion eingeschaltet sein. «Stans macht quasi den Pilotversuch für die Spitalregion Lunis», sagt Baumberger. «Wenn sich das System hier bewährt, ist es denkbar, dass es auch am Kantonsspital Luzern eingeführt wird.»

Organspende-Ausweis integriert

Die Privatsphäre der Patienten ist geschützt. Das System kann keine anderen Daten ausser der digitalen Notfallkarte einsehen. Die Geräte haben zudem eine geringe Reichweite, die auf die Notfallstation beschränkt ist.

«Echo112» verfügt seit 2014 über den schweizweit ersten digitalen Organspende-Ausweis. Entwickelt wurde er gemeinsam mit Swisstransplant, der Nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation, die im Auftrag des Bundes für die gesetzeskonforme Zuteilung der Spenderorgane an die Empfänger zuständig ist. Falls eine Organspende aufgrund einer digitalen Spenderkarte in Frage kommt, habe man klare Richtlinien, meint Anja Radojewski, Leiterin Qualitätsmanagement am Kantonsspital Nidwalden. «Wir nehmen in jedem Fall Kontakt mit dem Kantonsspital Luzern auf, falls ein klar definierter Spender bei uns vorliegt.» In Nidwalden mache man keine Organentnahmen.

«Echo112» kann noch mehr

Die kostenfreie Notfall-App funktioniert weltweit auf jedem Smartphone. Zusätzlich können neben der 144 (Notruf/Ambulanz) auch die 117 (Polizei) und die 118 (Feuerwehr) in der Schweiz angerufen werden. Schweizweit haben bereits über 30 Spitäler Geräte installiert, welche die digitale Notfallkarte erkennen.

Hinweis

Weitere Informationen zu «Echo112» unter www.emergencyid.ch. Infos zur Organspender­karte unter www.swisstransplant.org/de/

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