STANS: Ehemaliges Kloster wird wieder belebt

Im einstigen Kapuzinerkloster in Stans kann das Projekt "Das kulinarische Erbe der Alpen" realisiert werden. Der Landrat hat am Mittwoch mit 54 zu 1 Stimmen der Senn Values AG in St. Gallen bis 2075 ein Baurecht eingeräumt.

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Das Kapuzinerkloster in Stans. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Das Kapuzinerkloster in Stans. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Der Baurechtsvertrag mit Senn Values ist bereits zuvor beurkundet worden. Senn Values will in den ehemaligen Klostermauern ein Kompetenzzentrum für regionale Kulinarik einrichten. Der Anfangszins, der für das Baurecht gezahlt werden muss, wurde auf jährlich 50'000 Franken festgelegt.

Das Projekt "Das kulinarische Erbe der Alpen" war als Sieger eines Investorenwettbewerbs hervorgegangen, an dem vier weitere Mitbewerber teilnahmen. Die Initianten wollen laut eigenen Angaben sechs bis sieben Millionen Franken investieren.

Die Kapuziner waren 2004 aus dem Kloster an der Mürgstrasse 18 ausgezogen, weil ihnen der Nachwuchs fehlte. Der Kanton kaufte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude für eine Million Franken, ohne zu wissen, wie er die Anlage nutzen will.

Aus Flop gelernt

2008 ging das Kloster im Baurecht für ursprünglich 60 Jahre an das Unternehmen Mondobiotech, das Wirkstoffe für die Behandlung von lebensbedrohenden und seltenen Krankheiten entwickeln und kommerzialisieren wollte. Das Unternehmen erlebte turbulente Zeiten. 2014 verkaufte deren Nachfolgefirma das Baurecht für einen Franken an den Kanton zurück.

Erich von Holzen (FDP) und weitere Sprecher stellten mit Befriedigung fest, dass der Regierungsrat aus der Geschichte gelernt habe. Martin Zimmermann (SVP) sagte, die neue Konzeption sei ein Glücksfall. Sie koste den Kanton nichts, bringe ihm aber dennoch einen Mehrwert.

Leo Amstutz (Grüne) sagte, der Entscheid des Regierungsrates für die Senn Values sei plausibel. Er hoffe, dass das Kloster nun mit Inhalt gefüllt werde. Andreas Gander (CVP) erklärte, das Problem, das es nun zu lösen gelte, sei die Verkehrserschliessung.

Markus Landolt (Grüne) lehnte den Baurechtsvertrag ab. Das geplante Projekt entspreche nicht dem Geist der Kapuziner, die in dem Kloster gelebt haben. (sda)