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STANS: Ein modernes Buch zu einem altem Kloster

Die St.-Klara-Schwestern arbeiten seit 400 Jahren für Dorf und Kanton. Als Geburtstagsgeschenk erhalten sie nun ein wunderschönes Buch.
Redaktorin Marita Haller-Dirr (Mitte) übergibt die ersten beiden Bücher Frau Mutter Sr. Sabine (rechts) und Verwalterin Sr. Miryam. (Bild: Romano Cuonz)

Redaktorin Marita Haller-Dirr (Mitte) übergibt die ersten beiden Bücher Frau Mutter Sr. Sabine (rechts) und Verwalterin Sr. Miryam. (Bild: Romano Cuonz)

Romano Cuonz

«Hauptdarstellerinnen im neuen Buch seid ihr und eure Vorgängerinnen, alles in allem 431 porträtierte St.-Klara-Schwestern», sagt Hansjakob Achermann zu den heutigen Schwestern, die bei der Buch-Vernissage in der Klosterkirche in der vordersten Bank sitzen. Das 250-seitige, reich bebilderte Buch mit dem Titel «400 Jahre Kloster St. Klara – 1615 bis 2015» kommt in der bescheidenen braunen Farbe des Kapuziner-Habits daher. Schlägt man es aber auf, ist es voller Farben. Achermann, Präsident des Herausgebers (Historischer Verein Nidwalden), sagt kein Wort zu viel, wenn er verspricht: «Macherinnen und Macher, Autorinnen und Autoren nehmen einen mit auf eine spannende und attraktiv dargestellte Zeitreise über 400 Jahre.»

Buchgeheimnis wurde gewahrt

Ihr «schönes» Buchgeheimnis haben die Macher bis zum letzten Augenblick gewahrt. So sind die Schwestern am Freitagabend selber am meisten gespannt. Schon am Morgen jubeln sie in ihrer Kirche: «Jauchzt dem Herrn mit Freude, kommt vor sein Antlitz mit Jubel, danket ihm.» Und Grund zur Freude haben sie: Das Buchgeschenk, das als Erste Frau Mutter Sabine Lustenberger und dann eine Schwester nach der anderen entgegennehmen dürfen, ist klug konzipiert und spannend erzählt. Auch in Sachen Druck, Grafik und Bebilderung ist es ein höchst modernes, gefälliges und deshalb leicht lesbares Werk. Dass so ein Grossprojekt entstehen konnte, verdankt Nidwalden einer fundierten Kennerin des Ordens: der Redaktorin Marita Haller-Dirr. Sie selber begleitet im Eingangskapitel die Kapuzinerinnen auf ihrem 400-jährigen Weg. Und sie tut es mit akribischer Recherchen-Genauigkeit sowie in bunten Erzählfarben. Sie weiss: «Als Trägerinnen eines Stücks ihrer Gemeinschaftsgeschichte drücken alle 431 Schwestern ihren Stempel ins Buch der Klostergeschichte.»

Ein grosses Gemeinschaftswerk ist auch das Buch. Das fängt beim Illustrator Edi Ettlin an. In seinen Zeichnungen zu Beginn eines jeden Kapitels integriert er jeweils das Bruchstück eines passenden Archivdokuments: schlank, getreu seiner Idee, dem Titelzweck dienlich und mit tiefgründiger Aussagekraft. Grosses Können und Einfühlungsvermögen beweist auch Fotograf Urs Flüeler. «Fast zwei Jahre hat er sich mit seiner Kamera den Schwestern an die Fersen geheftet und dabei ihr Gebets- und Arbeitsleben dokumentiert», lobt Marita Haller-Dirr. Die vielen Bilder, aufgenommen vom frühen Morgen bis zum späten Abend, sind sehr stimmungsvoll. Oft zeigen sie auch, was sich mit Worten kaum sagen lässt.

Schulerlebnisse und Paramente

Im Vernissagen-Publikum sind an diesem Abend auch viele ehemalige Schülerinnen. Um die 6000 Kinder unterrichteten die Kapuzinerinnen in der Primarschule, über 4500 Töchter besuchten das Pensionat. Marlis Betschart berichtet über die schulische Tätigkeit der Schwestern. Marlene Wirthner-Durrer plaudert wortwörtlich und amüsant aus der Schule. Das dritte Kapitel, geschrieben von Ursula Karbacher, trägt den Titel «Mit spitzer Nadel und flinken Schiffchen» und gibt einen spannenden Einblick in die Paramentenwerkstatt. Christian Schweizer erzählt von der Zusammenarbeit zwischen den Schwestern und ihren Kapuziner-Brüdern als Visitatoren und Spirituale. Der Musik im Kloster widmet sich Raphael Grolimund, der Baugeschichte über 400 Jahre Hansjakob Achermann.

Das abschliessende Kapitel befasst sich mit dem «Heute» im Kloster. Bezeichnend für die Arbeit der Schwestern ist der Titel, den Frau Mutter Sabine Lustenberger darübersetzt: «Immer ist im Herzen Raum für mehr!» Als ihr Marita Haller-Dirr das erste Buch übergibt, ist die Freude gross. «Dieses Buch ist voll Geschichten, die es wert sind, weitergegeben zu werden», findet sie.

Hinweis: Buchpublikation «400 Jahre Kloster St. Klara». Verlag «Historischer Verein Nidwalden Stans» – www.hvn.ch. Erhältlich auch im Buchhandel.

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