STANS: Ein Schulhaus und 25 Nationen

Vor zehn Jahren öffnete das Turmattschulhaus seine Tore. 300 Kinder und 500 Erwachsene haben nun das Jubiläum am «Turmikult»-Fest gefeiert und sich den unterschiedlichen Kulturen gewidmet.

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Mit Fahnen und Freude: Kinder an der Eröffnungsgala im Turmattschulhaus. (Bild: Richard Greuter (Stans, 7. Juni 2017))

Mit Fahnen und Freude: Kinder an der Eröffnungsgala im Turmattschulhaus. (Bild: Richard Greuter (Stans, 7. Juni 2017))

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Eine gute Schule ist eine Schule, die verbindet und nicht trennt», sagte Schulzentrumsleiterin Theres Odermatt am Mittwoch während der Eröffnungsgala. Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrpersonen eröffneten das 10-Jahr-Jubiläum ihres Schulhauses mit einer eindrücklichen Feier. Eine Gala, die zeigt, dass die rund 300 Kinder aus 23 Nationen, welche im Turmattschulhaus seit zehn Jahren regelmässig den Unterricht besuchen, zusammengehören.

Seit Mittwochmorgen seien es sogar 25 Nationen, berichtete Theres Odermatt. In ihrer Eröffnungsbotschaft streifte sie die Flüchtlingsthematik und betonte, dass die verschiedenen Kulturen zusammengehören. «Leben wir den Gewinn der Verschiedenartigkeit von Kulturen, Generationen und Religionen – ein Miteinander», sagte Odermatt. Zusammen mit Nadia Stöckli hat sie das Turmikult-Fest auf die Beine gestellt. Gesamtschulleiter Meinrad Leffin ging noch einen Schritt weiter und forderte die mehreren hundert Besucher deutlich auf: «Bitte hören Sie mir zu!» Leffin thematisierte in seinen Ausführungen das gegenseitige Zuhören und hielt fest: «Das Zuhören in der Kommunikationsgesellschaft wird immer wichtiger.»

Tänze, Geschichten und Kunsthandwerk

In verschiedenen Themenbereichen konnten ältere und jüngere Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie unter Kultur verstehen und wie sie Kultur erleben. In einer unterhaltsamen Akrobatik-Show nahmen die Kinder die Gelegenheit wahr, den Besuchern verschiedene Akrobatikübungen und kleinere Kunststücke vorzuführen. Das begeisterte Publikum dankte es mit grossartigem Applaus. Während sich Kinder draussen bei Mitmachspielen austobten, wurde im 2. Obergeschoss getanzt. Zahlreiche Jugendliche zeigten Tänze verschiedener Nationen. In einem farbenfrohen Zelt, welches im Musikraum aufgebaut wurde, erzählten Buben und Mädchen Geschichten und Märchen aus aller Welt. Zu sehen war auch Kunsthandwerk aus verschiedenen Ländern. Fleissige Hände schufen Halsketten, Armbänder, Amulette, ritzten Bilder in Gläser oder bemalten Steine. Der Fantasie waren kaum Grenzen gesetzt. In einer Foto-Show waren die einzelnen Bauphasen des Turmattschulhauses zu sehen.

Auf die Rechnung kamen auch Freunde der Esskultur. Hasiba Mujic zeigte auf einfache Weise, wie man Pita herstellt. Auf einer metergrossen Teigfläche streute die Bosnierin Käse und rollte alles zusammen. Daraus entstand ein bosnisches Nationalgericht. Primär den heimatlichen Gerichten widmete sich der bekannte Koch Toni von Matt – Älplermagronen, Gehacktes mit Hörnli, aber auch das Nudelgericht Mah Mee oder Tonis Tomatensuppe. Ebenfalls bewährt und beliebt: eine Kalbsbratwurst mit Brot und Senf – es hatte für jeden Geschmack etwas.