STANS: Ein Überfall mit unzähligen Zeugen

Zeugen eines Überfalls zu werden ist alles andere als lustig – normalerweise. Doch beim Guuggenüberfall in Stans kann man sogar mittanzen.

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Hunderte von Guuggern haben in Stans am Samstag-Abend, 14. Februar, die Fasnacht eingeläutet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Hunderte von Guuggern haben in Stans am Samstag-Abend, 14. Februar, die Fasnacht eingeläutet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Zeugen eines Überfalls zu werden ist alles andere als lustig – normalerweise. Dies muss aber nicht immer so sein. Bester Beweis dafür war gestern die riesige Schar von Fasnächtlern in Stans. Als nach dem Urknall um 20.20 Uhr mehrere Guuggen den Dorfplatz aus allen Himmelsrichtungen überfielen – deshalb Guuggenüberfall –, wippten und tanzten sie ausgelassen zu den Klängen und Rhythmen, die Sousafon, Trompete, Posaune, «Chuchi» und Pauke in harmonischer Abfolge «verursachten». Keine Spur von Erstarrtheit, wie es gang und gäbe ist, wenn man Zeuge eines Überfalls wird. Und: Ein bisschen Bewegung kam gestern ohnehin so manchem gelegen bei der klirrenden Kälte.

Mit originellen Kostümen, gefürchigen Masken oder einem künstlerisch geschminkten Gesicht verwandelten aber auch die Fasnächtler selbst den Dorfplatz in ein Meer voller Farben und Wärme. Und wer jetzt noch fröstelte, der durfte immerhin noch hoffen, dass ihm zum Valentinstag ein wenig Wärme im Herzen geschenkt werde. Oder dass es in einer der umliegenden Beizen noch ein freies Plätzchen hat. 

Die Nacht wurde zum Tag
In einer Sache hat der Guuggenüberfall aber doch Ähnlichkeit mit herkömmlichen Überfällen: Die Zeit scheint für eine Weile stillzustehen. So schränzten die Guuggenmusigen, die aus ganz Nidwalden, aus Willisau und Netstal GL nach Stans gereist waren, stundenlang bis in die Nacht hinein.

Der 17. Guuggenüberfall war ein Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Tagen noch folgen wird: Narrentum, so weit das Auge reicht. Und wieder wird Stans zu Beginn der Hauptfasnacht im Mittelpunkt stehen. Am Schmutzigen Donnerstag strömen die Fasnächtler zuerst an die Tagwache und später an den Umzug.

Oliver Mattmann