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STANS: Elefant und Kamel zurück in der Kirche

Die über 100-jährige Krippe in der Klosterkirche St. Klara ist dieses Jahr erstmals wieder zu sehen. Sie ist nicht zuletzt wegen ihrer Figuren sehr beliebt.
Lange gab es die besondere Krippe im Kloster Stans nicht mehr zu sehen. Im Bild die drei Könige mit Kamel und Elefant sowie Schwester Franziska Christen. (Bild Corinne Glanzmann)

Lange gab es die besondere Krippe im Kloster Stans nicht mehr zu sehen. Im Bild die drei Könige mit Kamel und Elefant sowie Schwester Franziska Christen. (Bild Corinne Glanzmann)

Brigitt Flüeler

Sie kamen nicht zu Fuss, die drei Weisen aus dem Morgenland. Kaspar, der schwarze König, liess sich in einer kostbar ausgestatteten Sänfte auf dem Rücken eines Elefanten zum neugeborenen König der Juden tragen. So erzählt es die Krippe in der Klosterkirche St. Klara in Stans. Balthasar machte die weite Reise im gut gepolsterten Sattel auf einem Kamel. Wie Melchior, der älteste der drei Könige, unterwegs war, bleibt ein Rätsel. Möglicherweise machte er die Reise auf einem Pferd. Das allerdings ist nicht mehr oder war nie Teil der St.-Klara-Krippe.

Viele Jahre war sie nicht mehr zu sehen – wurde aber immer wieder vermisst. Ältere Stanser erinnern sich, dass sie Jahr für Jahr das Kloster und diese Krippe besuchten. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres haben die Schwestern, vorderhand einmalig, entschieden, die Krippe wieder einmal aufzustellen.

Letzte Woche hat Schwester Marie-Elisabeth sie aufgestellt, und jeden Tag rückt sie die drei Könige und ihr Gefolge samt Kamel und Elefant ein Stück näher zum Christkind heran. Erst am 6. Januar, am Dreikönigstag, werden diese sieben zum Teil über 50 Zentimeter hohen Figuren an ihrem Ziel angelangt sein.

Krippenfiguren aus Kevelaer

Die sehr sorgfältig geschaffenen und zum Teil reich verzierten Figuren kommen aus Kevelaer. Das sagt Paul Laternser, Mitglied im Vorstand der Schweizerischen Vereinigung der Krippenfreunde. Kevelaer liegt an der niederländischen Grenze im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist einer der bekanntesten Marien-Wallfahrtsorte Deutschlands. Vom Ende des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Kevelaer aber auch eine Hochburg der Gipsfigurenindustrie.

Am Anfang des Produktionsprozesses stand ein Bildhauer. Er schnitzte jede einzelne Figur aus Holz. Der Modelleur stellte davon eine Giessform her. Der Figurist goss diese mit Gips aus, und der Polychromeur bemalte den Rohling. Dies nicht nach Lust und Laune, sondern nach einer genauen Vorlage. Die Krippenfiguren in der Klosterkirche St. Klara wurden 1905 in der Manufaktur AR hergestellt. Wer hinter der Signatur AR steckt, ist unklar.

Von einem Arzt geschenkt

Die Krippenfiguren waren ein Geschenk des Arztes Karl Odermatt. Er hatte im Juli 1910 die 20 Figuren bei der Buchhandlung Raeber in Luzern bestellt, und man kann davon ausgehen, dass sie an Weihnachten jenes Jahres erstmals bewundert werden konnten. Karl Odermatt, ein Nachbar der Klosterfrauen, war ein beliebter und in ganz Nidwalden bekannter Arzt und Politiker. Seine Wohnung und Praxis hatte er im zweiten Stock am Rathausplatz 3 in Stans.

Nicht aus Kevelaer stammen der Ochse und der Esel. Sie sind aus Holz geschnitzt und im Vergleich zu den Gipsfiguren einfach gestaltet. Der Krippenspezialist Paul Laternser vermutet darum, dass sie aus einer Vorgängerkrippe stammen könnten. Dass diese Vermutung nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigt Marita Haller-Dirr, die Klosterarchivarin. In der Chronik des Frauenklosters St. Klara steht, dass die Schwestern an Weihnachten 1851 wieder eine Krippe aufgestellt hätten, «was seit vielen Jahren nicht mehr geschehen» sei. Stall und Krippe, so heisst es dort weiter, schreinerte ein Herr Ettlin, und «die Figuren machten unsere Schwestern». Offen ist, ob damals das ganze Krippenpersonal oder nur ein Teil davon neu geschaffen wurde. Ochse und Esel könnten also von 1851 stammen oder sogar noch älter sein.

Hinweis

Die Krippe in der Klosterkirche ist noch bis am 10. Januar zu sehen. Von 14 bis 18 Uhr ist sie beleuchtet. Die Klosterkirche ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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