STANS: Energiestadt will den Langsamverkehr fördern

Ab März stehen der Bevölkerung 60 Velos, die an 20 Stationen via Internet vermietet werden, zur Verfügung. Insgesamt über 500 solcher Gefährte verkehren auf der Achse Sursee-Luzern-Hergiswil-Stans.

Christoph Riebli
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Nextbike: Nach Hergiswil auch bald in Stans im Angebot. (Bild: Matthias Piazza)

Nextbike: Nach Hergiswil auch bald in Stans im Angebot. (Bild: Matthias Piazza)

Nach Hergiswil setzt nun auch der Nidwaldner Hauptort Stans auf Mietvelos: Ab März sollen hieran 20 verschiedenen Verleihstationen total 60 Velos zur Verfügung stehen. Diese sogenannten Nextbikes, die von der Caritas Luzern gewartet werden, können rund um die Uhr via Telefon oder Internet für eine Gebühr von 2 Franken pro Stunde ausgeliehen werden (die ersten vier Stunden sind gratis, Tagespass 20 Franken). Hat man den Code auf seinem Smartphone erhalten, gilt es, diesen nur noch ins Zahlenschloss des Gefährtes einzutippen, und los gehts. An einer x-beliebigen Verleihstation kann man das Velo wieder zurückgeben. Die Energiestadt Stans hat das Projekt in den Hauptort geholt. Sie möchte damit «den Langsamverkehr und eine nachhaltige Mobilität» fördern, wie es in einem Schreiben an potenzielle Kunden von Werbeflächen an den Velos heisst.

Obwalden ist noch ohne

Dieses automatische Veloverleihsystem hat sich bereits in Luzern und Sursee bewährt und ist jeweils von Mitte März bis November in Betrieb. Seit 2016 partizipiert daran auch Hergiswil mit 30 Leihvelos, welche die Gemeinde der Bevölkerung vorerst gar gratis zur Verfügung stellt (siehe Nachgefragt). «Das Angebot hat sich entlang der Nord-Süd-Achse von Sursee, Luzern und Hergiswil ausgedehnt», freut sich Urs Odermatt, Leiter Kommunikation der Caritas Luzern, über ­diese Entwicklung. Ab Frühjahr 2017 seien so über 500 Nextbikes in diesem Gebiet unterwegs. «In Obwalden sind gewisse Sachen angedacht, doch im Moment gibt es noch keine konkreten Projekte», sagt Odermatt. Vorstellen könne man sich auch eine Ergänzung mit Velostationen auf dem Abschnitt Buochs–Beckenried. «Doch das ist immer auch eine Frage von Partnern, wie etwa Gemeinden oder Tourismusveranstalter.» Die Unterhalts- und Servicearbeiten werden von Erwerbslosen im Rahmen eines Beschäftigungsprogrammes der Caritas durchgeführt, welche für das weltweit tätige Unternehmen seit 2010 in Luzern verantwortlich ist.

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

 

Nachgefragt

Wie kommt das Angebot an?

Hergiswil blickt bereits auf ein Pilotjahr mit Nextbike zurück. In der Winterpause bis März sind die 30 Leihvelos eingestellt. Wir fragten Gemeindepräsident Remo Zberg nach den Erfahrungen.

Remo Zberg, wie kommt das Angebot von Nextbike an?

500 Personen, also rund ein Zehntel der Bevölkerung, haben sich registriert. Im Zeitraum vom März bis November haben wir 2000 Fahrten gezählt. Das erachten wir als einen guten Anfangserfolg. Sehr gut frequentiert sind auch die Velos, die bei verschiedenen Restaurants oder der Schifflände stehen. Das zeigt uns, dass offenbar auch Touristen die Velos nutzen. Überrascht sind wir, dass das Angebot vor allem bei Jungen sehr gut ankommt. 

Warum überrascht Sie das?

Wir waren davon ausgegangen, dass eher die Älteren oder Menschen mittleren Alters die Velos nutzen. Aber vor allem die Jungen scheinen den «Plausch» daran zu haben. 

Nutzen die Leute die Velos auch für längere Fahrten?

Diese Angaben habe ich nicht, aber ich gehe davon aus, dass es eher kürzere Strecken sind. Von der Schifflände zum «Roggerli» oder vom Gemeindehaus zum «Adler». Es wäre aber wünschenswert, dass die Nutzung gemeindeübergreifend wird, etwa nach Stansstad oder Stans, ganz nach unserem Motto Brücken bauen. Und wir möchten auch die Pilatus-Bahnen motivieren, damit es Verbindungen nach Kriens oder Alpnach gibt. 

Wie geht es mit Nextbike in Hergiswil weiter?

Zunächst kommt das zweite Jahr der Pilotphase, in der die Velos weiterhin kostenlos zur Verfügung stehen. Wie es dann weitergeht, entscheiden wir Ende Jahr. 

Nutzen Sie das Angebot auch?

Ich sage jetzt kurz mal selten (lacht). Aber immerhin haben die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung dank eines internen Wettbewerbs auch 400 Fahrten absolviert.

(mu)