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STANS: Er ist der Herr über das Stanser Wasser

Den Wasserhahn aufdrehen und einen kräftigen Schluck nehmen: Was selbstverständlich erscheint, ver­danken wir Brunnenmeistern wie Christoph Scheuber.
Philipp Unterschütz
Der Stanser Brunnenmeister Christoph Scheuber beim oberen Dorfbrunnen neben dem Winkelried­denkmal. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Stanser Brunnenmeister Christoph Scheuber beim oberen Dorfbrunnen neben dem Winkelried­denkmal. (Bild Corinne Glanzmann)

Philipp Unterschütz

«Wenn es irgendwo grössere Pfützen hat, die da nicht hingehören, schaue ich schon genauer hin, ob sie nicht etwa von einem Rohrbruch stammen», erzählt Christoph Scheuber. Ansonsten habe sich für ihn durch den Beruf bezüglich Wasser nicht viel verändert. Der 30-jährige Christoph Scheuber ist der Herr des Wassers in Stans. Als Brunnenmeister unterstehen ihm das Netz mit insgesamt 112 Kilometern Leitungen, fünf Quellen, vier Wasserreservoirs, ein Grundwasserpumpwerk (Betrieb gemeinsam mit Stansstad) sowie fünf UV-Entkeimungsanlagen – die technischen Voraussetzungen für die Versorgung von rund 11 000 Personen im Einzugsgebiet der Wasserversorgung Stans. Es ist eine grosse Verantwortung, die er trägt. «Wir müssen jederzeit genügend Trinkwasser mit genügend Druck und in einwandfreier Qualität liefern», umschreibt Scheuber seine Hauptaufgabe.

Unterbrüche ärgern Kunden

«Trinkwasser ist den strengsten Hygie­nevorschriften des Lebensmittelgesetzes unterstellt, die Qualität wird ständig genaustens kontrolliert», erklärt Scheuber. Für einen Brunnenmeister sei deshalb eine Verunreinigung des Trinkwas­sers das Schlimmste, was passieren könne. «Natürlich mache ich mir schon Gedanken über die Verantwortung, aber das darf sicher nicht lebensbestimmend sein, sonst wäre ich am falschen Platz.» Man müsse auch ein gesundes Selbstvertrauen haben, schliesslich wisse er, was in einem Ernstfall getan werden müsste. Das Wichtigste wäre zuerst die Information, damit der Konsum umgehend gestoppt würde.

«Rohrleitungsbrüche sind dagegen für uns kein Problem, die kann man einfach reparieren.» Wenn das kostbare Nass nämlich einmal nicht mehr fliesst, bekommen die Vertreter der Wasserversorgung einiges zu hören. «Wenn die Leute mit Shampoo in den Haaren aus den Häusern kommen, dann sind sie verständlicherweise meist sehr ungehalten.» Dann müsse man zuerst mal zuhören und dann erklären, warum es zum Unterbruch kam. «Viele bedanken sich danach für unsere Tätigkeit.»

Unkonventionelle Lösungen

Es komme neben Ermüdungsbrüchen halt schon mal vor, dass zum Beispiel bei Bauarbeiten Leitungsrohre beschädigt werden. Dann versuche man zuerst den Wasserunterbruch zu beheben – wenn es sein müsse auch etwas unkonventionell –, bevor man die länger dauernde Reparatur in Angriff nehme. «Kürzlich haben wir bei einem Zahnarzt, der gerade einen Notfallpatienten behandelte, nach einem Rohrleitungsbruch das Wasser mit einem Trinkwasserschlauch aus dem Nachbarhaus in sein System eingespiesen.» Es sei das Ziel, den Kunden eine gute Dienstleistung zu liefern. «Ich bin überzeugt, dass wir das in Stans sehr gut machen.» Das gelte übrigens auch für die Brunnenmeister in den anderen Gemeinden.

Wasserknappheit ist undenkbar

Zur vielfältigen Arbeit von Christoph Scheuber – am meisten hat er mit Leitungsbauprojekten zu tun – gehört auch die tägliche Kontrolle des Wasserverbrauchs. «Der Tagesverbrauch in unserem Einzugsgebiet beträgt durchschnittlich 4000 Kubikmeter, was 4 Millionen Litern entspricht», sagt der Brunnenmeister, relativiert aber, dass dies von vielen Faktoren wie Wetter, Ferienzeit oder der Industrie abhänge. Aus den Verbrauchszahlen kann der erfahrene Fachmann aber schliessen, ob allenfalls irgendwo ein Rohrbruch vorliegen könnte, der dann lokalisiert und repariert werden muss. Jährlich müssten etwa in zwei Quartierstrassen Leitungen ersetzt werden. Was Christoph Scheuber jedoch nicht zu fürchten hat, ist eine Wasserknappheit. «Wir haben in Stans genügend Reserven, das ist praktisch undenkbar», betont er. Das Wasser solle gebraucht werden, das Leitungsnetz lebe davon, dass ständig Wasser durchfliesse. «Aber es soll trotzdem mit Sorgfalt genutzt werden. Schlimmer als die Verschwendung ist die Verschmutzung, darauf sollte man achten.» Häufig seien es nur kleine Angewohnheiten, die man einfach ändern könne.

Lehrmeister legte Grundstein

Aufgewachsen ist Christoph Scheuber in Ennetmoos am Mehlbach. Viel Zeit habe er als Kind am Bach verbracht, Wasser habe ihn immer fasziniert. Die technische Verbindung zum Wasser sei in seiner Lehre als Sanitärmonteur entstanden. Und da wurde von seinem Lehrmeister Markus Waser auch der Grundstein für seinen heutigen Beruf gelegt. Waser war Brunnenmeister in Ennetmoos und gab seinem Lehrling einen umfassenden Einblick. 2008 absolvierte Scheuber dann die Brunnenmeisterschule und wurde später Wasers Nachfolger. «Es war ein absoluter Glücksfall für mich, dass ich dann 2013 die Nachfolge von Teddy Christen antreten konnte, der über 40 Jahre Brunnenmeister in Stans gewesen war.» Als diese Stelle frei wurde, habe er einfach zugreifen müssen, obwohl es ihm gar nicht so leicht gefallen sei, Ennetmoos zu verlassen. «Aber so sehr die Arbeit als Brunnenmeister mein Ziel war, meine Heimat Nidwalden würde ich dafür nicht verlassen.»

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