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STANS: Experte rät zu Pausen bei den Hausaufgaben

An der offenen Bildungsveranstaltung der Organisation «Fokus Schulen Nidwalden» gab es interessante Erkenntnisse zum Thema Hausaufgaben. Die rund 150 Anwesenden erhielten Antwort auf viele Fragen.
Eine Schülerin erledigt die Hausaufgaben (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein/LZ)

Eine Schülerin erledigt die Hausaufgaben (Symbolbild). (Bild: Pius Amrein/LZ)

«Qualität vor Quantität» und «Lieber oft als viel» sind die zwei wohl bedeutendsten Aussagen von Doktor Sandra Moroni, Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Bern, zum Thema «Hausaufgaben als Brücke zwischen Schule und Elternhaus». Regelmässiges Lernen sei erfolgreicher als lange Hausaufgaben, ist die Professorin überzeugt. «Und wenn die Schüler dazu noch erwarten, dass sie die gestellten Aufgaben gut bewältigen können und sie sich einen persönlichen Nutzen davon versprechen, ist der Erfolg garantiert», sagte Frau Moroni in ihrem Eingangsreferat an der Veranstaltung «Hausaufgaben: Für und Wider» im Pestalozzi in Stans.

In der anschliessenden Gesprächsrunde, moderiert von Schulberater Jürg Brühlmann, wurde schnell klar: Das Thema Hausaufgaben ist ein Dauerbrenner in der Bildungslandschaft. Erika Liem Gander, Mutter und Mitglied der Schulkommission Beckenried, fühlte sich von der Referentin bestätigt: «Lange Hausaufgaben sind eher ungeeignet und führen im Elternhaus zu unnötigen Konflikten.» Auch Alexandra Wymann, Ors-Lehrerin aus Stansstad, betonte, dass weniger oft mehr sei und die Kreativität der Lehrpersonen bei der Art der Hausaufgaben entscheidend sei.

Zur Frage, ob es denn Kinder gebe, die unter dem Druck der Hausaufgaben litten, sagte Niklaus Oberholzer, Leiter des Schulpsychologischen Dienstes Nidwalden: «Ich muss sehr oft versuchen, Konflikte zu entspannen, und rate dabei den Eltern, Pausen einzuschalten und mit den Kindern in kurzen Intervallen zu arbeiten. Im Sinn der Chancengleichheit ist es auch sehr wertvoll, wenn die Schulen Aufgabenhilfen anbieten.» Ursula Rayher ist in der Hausaufgabenbetreuung in Stans tätig und bestätigte, dass die Eltern die Möglichkeit hätten, sich zu melden, wenn Hilfe benötigt werde. Diese Brücke zum Elternhaus dürfe nicht das Überwinden eines Problems sein, sondern ein Handbieten.

Das Gespräch suchen

Stellvertretend für alle Beteiligten der Gesprächsrunde sagt Alexandra Wymann: «Die Hausaufgaben dürfen nicht die einzige Brücke zum Elternhaus sein. Direkte Gespräche oder Telefonate sind ebenso wichtig. Auch Veranstaltungen oder Informationsabende bieten die Möglichkeit, den Kontakt zu den Eltern zu pflegen.»

Ein Abschaffen der Hausaufgaben, wie das in wenigen Ländern der Fall ist, steht für Sandra Moroni nicht zur Diskussion: «In der Schweiz gibt es keine wissenschaftlichen Vergleiche. Daher verharren die meisten Schulen bei den Hausaufgaben.»

So bleibt das Thema brisant, wie es am Anfang der Veranstaltung von einer Familie in einem heiteren Sketch auf der Bühne ­gespielt worden ist: Kind beim Lösen der Mathematikaufgaben überfordert, Bruder genervt, Mutter abwesend, Vater hilfsbereit, gestresst und frustriert.

Hausaufgaben

Die fünf Bausteine der Hausaufgabenbetreuung nach Sandra Moroni:

  • Günstige Rahmenbedingungen
  • Unterstützung
  • Akzeptanz und Wertschätzung
  • Anpassung der Hilfe an das Kind
  • Förderung der Motivation

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Sepp Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

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