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STANS: Fabio hofft auf sein persönliches Wunder

Fabio Paco leidet an einer sehr seltenen Krankheit. Sein bester Freund und die Arbeitskollegen der Eltern machen alles für eine Blutstammzellenspende. Sie könnte ihm das Leben retten.
Matthias Piazza
Seit drei Monaten im Spital: Fabio Paco (17) wünscht sich nichts sehnlicher als einen geeigneten Blutstammzellenspender. (Bild: PD)

Seit drei Monaten im Spital: Fabio Paco (17) wünscht sich nichts sehnlicher als einen geeigneten Blutstammzellenspender. (Bild: PD)

Der Aufruf tönt dramatisch: «Rettet Fabio! Dringend Lebensretter für Fabio gesucht.» Doch die Mitteilung, die Joël Super (17) kürzlich im Internet über Facebook lancierte, ist alles andere als übertrieben, nein – sie könnte seinem besten Freund Fabio Paco tatsächlich das Leben retten. Denn der 17-jährige Stanser leidet an einer sehr seltenen, schweren Erkrankung des Immunsystems (Hämophagozytische Lymphohistiozytose, kurz HLH). Der Teenager braucht dringend Blutstammzellen. Aus seiner Familie ist allerdings niemand als Spender geeignet. Joël Super fackelte darum nicht lange und startete die Facebook-Aktion, um möglichst viele Leute für eine Registrierungsaktion vom 30. Juli zu bewegen, welche die Arbeitskollegen von Fabios Eltern ins Leben gerufen haben.

Tausende Reaktionen

Die Krankheit seines Kumpels traf ihn hart. «Ich weinte nur noch, als er im künstlichen Koma lag. Er ist für mich wie ein Bruder!» Die beiden kennen sich seit der Kindheit. Joël Super, der eine Lehre als Mediamatiker in Bern macht, besucht seinen Freund regelmässig, so oft es geht – entweder bei sich zu Hause in Stans oder im Kinderspital Luzern, wo er sich derzeit von einer Operation erholt.

«Er klagt bei unseren Gesprächen, wie schrecklich langweilig es im Spital sei und dass er möglichst schnell wieder gesund werden wolle. Die bevorstehende Registrierungsaktion gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut.» Von der Resonanz des Facebook-Aufrufs zeigt sich Super völlig überwältigt: «Rund 350 Leute haben schon fix für den Registrierungsanlass zugesagt. Ich erhalte Hunderte von Nachrichten – nicht nur von Leuten, die ich kenne. Viele sprechen uns Mut zu oder beschreiben ihre eigene Geschichte über ein ähnliches Schicksal, das sie erlebt haben.» Die Aktion hat inzwischen schon Tausende Leute erreicht.

«Meine Mutter hätte sich nie erträumen lassen, dass der Aufruf ein solches Echo auslöst. Sie ist unendlich dankbar dar­über, da so die Chance, einen passenden Spender zu finden, um ein Vielfaches steigt», erzählt André Paco (18), Fabios älterer Bruder. Die Diagnose im vergangenen Oktober habe die Familie aus heiterem Himmel getroffen. «Es war ein Schock für uns, nichts war mehr wie vorher. Unser Familienleben änderte sich schlagartig. Meine Mutter besucht Fabio täglich im Kinderspital in Luzern, wo er nun seit drei Monaten liegt. Sie ist von morgen früh bis spätabends an seiner Seite.»

Gerade operiert

Mit der belastenden Situation habe man sich versucht zu arrangieren – so gut es unter solch dramatischen Umständen eben geht. «Wir müssen damit leben und das Beste hoffen. Mehr können wir nicht tun. Ich sage mir immer: Nächstes Jahr ist wieder alles gut.»

Zurzeit erhole sich Fabio gut von einer Operation, die am Mittwoch stattfand. Er liege aber immer noch auf der Intensivstation, müsse sich schonen.

Ein Team «wie eine Familie»

Initiiert hatte die hoffnungsvolle Spendeaktion die 26-köpfige Hauswirtschaftsabteilung des Nidwaldner Kantonsspitals in Stans, wo seine aus Portugal stammenden Eltern Celina und Jorge Paco seit Jahren arbeiten. «Die beiden sind sehr beliebt. Unser gesamtes Team war sofort Feuer und Flamme, Fabio zu helfen», erzählt Abteilungsleiterin Sandra Wigger. «Wir sind wie eine Familie, helfen einander, wo wir können.» Und so rühren die Mitarbeiter im ganzen Spital die Werbetrommel für die Registrierungs­aktion vom 30. Juli, sie erzählen Patienten und Besuchern davon, versuchen möglichst viele zu einer Teilnahme an dieser womöglich lebensrettenden Aktion zu bewegen.

Die Nadel im Heuhaufen

Wer fürs Blutspenden in Frage kommt, eignet sich in der Regel auch fürs Spenden von Blutstammzellen. Freiwillige müssen zwischen 18 und 55 Jahre alt und mindestens 50 Kilo schwer sein, dürfen zum Beispiel nicht an Hepatitis C, HIV, Herzinfarkt oder Krebs erkrankt sein. Bei einer Registrierung wird der Blutstammzellentyp bestimmt und in die Datenbank, die mittlerweile aus 25 Millionen potenziellen Spendern weltweit besteht, eingetragen. Das grosse Problem ist die Übereinstimmung.

«Es gibt mehr verschiedene Gewebetypen als Menschen auf der Welt», meint Rudolf Schwabe, Direktor Blutspende beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). Im Wesentlichen schaue man auf zehn spezifische Merkmale. «Die Kombination muss letztlich genau übereinstimmen.» Die Chance, dass innerhalb der eigenen Familie ein Spender gefunden werde, liege bei 20 bis 30 Prozent. In zirka 30 Prozent aller Fälle finde sich trotz weltweiter Datenbanken niemand. Ohne die lebenswichtige Spende sterbe der Patient früher oder später. Und dabei spreche man «eher von Monaten als von Jahren», präzisiert Schwabe. Meist entnimmt man die Zellen direkt dem Blutkreislauf des Spenders, dies dauert etwa einen halben Tag. Zuvor werden dem Spender Wachstumszellen gespritzt. Alternativ werden die Zellen operativ und unter Vollnarkosen des Spenders dem Beckenknochen entnommen, was einen Spitalaufenthalt über Nacht mit sich zieht.

Die Kosten der Registrierung von 180 Franken übernimmt das SRK, jene der Spende die Krankenkasse des Empfängers.

Matthias Piazza

So helfen Sie Fabio

Die Registrierungsaktion am 30. Juli findet zwischen 12 und 18 Uhr im Kantonsspital Nidwalden in Stans statt. Eine Registrierung beinhaltet das Ausfüllen eines Fragebogens und die Entnahme einer Mundschleimhauptprobe. Das Ganze ist komplett schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Je mehr Personen sich regis­- trieren lassen, desto höher ist die Chance, dass Fabio gerettet werden kann. Helfen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser!

Weitere Infos und die Möglichkeit, sich jederzeit zu registrieren, auf: www.sbsc.ch/registrierung

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