STANS: Fasnacht: Die Stimmung kocht bei 0 Grad

Bunt, schrill, laut, lebendig: Der Umzug im Hauptort hatte alle Zutaten für einen gelungenen Fasnachtsauftakt – nicht nur wegen der offiziellen Nummern.
Matthias Piazza
Die Lopper-Gnome aus Hergiswil treten mit Maori-Köpfen auf. (Bild: Markus von Rotz (Stans, 8. Februar 2018))

Die Lopper-Gnome aus Hergiswil treten mit Maori-Köpfen auf. (Bild: Markus von Rotz (Stans, 8. Februar 2018))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Der Dallenwilerin und ihren drei Kindern im Alter zwischen 9 und 12 Jahren hatte der Stanser Umzug im vergangenen Jahr derart gefallen, dass sie auch am Donnerstag wieder alle in Stans anzutreffen waren. Und auch diesmal fand die Familie, dass sich der Weg nach Stans gelohnt habe. «Der Umzug war sehr schön, mit den verschiedenen Guuggenmusigen und Gruppen», lautete das Fazit der Mutter.

Ähnlich begeistert waren wohl die zahlreichen weiteren Zuschauer, die am Donnerstag Nachmittag dicht gedrängt entlang der Route das fasnächtliche Spektakel mit rund 1000 Mitwirkenden, ebenso vielen Kilo Orangen und 40 Umzugsnummern verfolgten. Das Programm liess das frostige Wetter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vergessen.

Bürgenstock und Fluglärm

Die einheimischen und auswärtigen Guuggenmusigen legten laut und schrill den kakofonischen Teppich. Auch die Augen des Publikums kamen voll auf ihre Kosten. Die Umzugsteilnehmer liessen sich bei der Wahl ihrer Sujets mächtig was einfallen. Die Gruppe «Ajax Wälläbärg» etwa begeisterte mit ihrem Motto «Wenn dich där Flugkrach duäd plagä, de gang doch ufä Birgästock go badä». Militärflugzeuge drehten lautstark ihre Runden, während sich Scheichs auf dem Bürgenstock entspannten.

Eine weitere Gruppe thematisierte den Seilbahnkanton Nidwalden – mit einer, wie es schien, ausrangierten Gondel. Talwärts ging es mit dem Schlitten. Die Horner-Zunft zog aus Anlass ihres 20-Jahr-Jubiläums mit «The Voice of Stans» die Aufmerksamkeit auf sich. Zunftmitglieder gaben auf ihrer fahrbaren Bühne bekannte Hits zum Besten – live und ohne Texthilfe, wie sie beteuerten.

Mindestens so erwähnenswert sind die vielen «wilden» Fasnächtler, die einzeln oder in kleinen Gruppen den Dorfplatz in einen fasnächtlichen Hexenkessel verwandelten. So fiel einem etwa ein Schaf auf, das seine Wolle gleich selbst verarbeitete. Bunte Pferdchen und Wikinger liessen das Fasnächtlerherz ebenfalls höher schlagen. Die anschliessenden Konzerte der Guuggenmusigen hielten die Stimmung bis spät am Abend am Kochen.

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