Stans
FDP Nidwalden sagt Ja zum Covid-19-Gesetz und lehnt die restlichen Vorlagen deutlich ab

An der Parteiversammlung stand der Präsident der FDP Schweiz, Thierry Burkart, im Fokus: Er sprach über die Zukunft der FDP, seine Kindheit und Hardrock-Vergangenheit.

Franz Niederberger
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Parteipräsident Thierry Burkart im Gespräch mit Sonja Hasler.

Parteipräsident Thierry Burkart im Gespräch mit Sonja Hasler.

Bild: Franz Niederberger (Stans, 28. Oktober 2021)

Der Parteipräsident der FDP Nidwalden Raphael Bodenmüller begrüsste als besonderen Ehrengast Thierry Burkart, Parteipräsident der FDP Schweiz. Im Hotel Engel Stans wollte Moderatorin Sonja Hasler den neu gewählten Präsidenten von einer anderen Seite kennen lernen. Er bezeichnet sich selbst als einfachen Provinzpolitiker aus dem Kanton Aargau. Als Mensch sei er manchmal ein Träumer, manchmal faul, zielstrebig, arbeitsam und vor allem sehr treu zu den eigenen Freunden.

Prägende Jugendzeit im Raum Baden erlebt

Der heute 46-jährige Burkart erlebte die Jugendzeit mit einem Bruder und einer Schwester im Raume Baden. Erzogen hat ihn die alleinerziehende Mutter. Geprägt hat ihn die Trennung der Eltern und der Entführung seines Bruders durch seinen Vater nach Italien. Die Schulzeit verbrachte er in der Kantonsschule in Immensee, die er als «sehr lässig» bezeichnet. Seine Klasse und auch er sei sehr engagiert gewesen – natürlich durften aber auch Streiche nicht fehlen. Sportlich betätigte er sich als Handballer, Heavy Metal war seine Lieblingsmusik und mit seinen langen Haaren war er Mitglied einer Hardrock-Band. Viele nächtelange, politische Diskussionen mit seinen gleichaltrigen Kollegen waren zu dieser Zeit prägend.

Seine politische Vorbelastung erbte Thierry Burkart von seinem Urgrossvater. Er war Regierungsrat im Kanton Zug. Richtig bewusst wurde ihm dies im Alter von 22 Jahren, als er Gründungsmitglied vom Jugendparlament vom Kanton Aargau war.

Schwierigste Entscheidung

Das Virus Politik hatte Thierry Burkart endgültig gepackt, als Ständerat lebt er heute im Aargau mit Partnerin und zwei Kindern. Der Entscheid, sich der Wahl zum Parteipräsidenten zu stellen, fiel nach vielen Gesprächen. Diese Wahl hat sein Leben total umgekrempelt: Er ist überall im Rampenlicht und fast jede Minute ist verplant.

Für Thierry Burkart ist es eine grosse Herausforderung, die Rollentrennung als Ständerat und Parteipräsident wahrzunehmen, da Parteipolitik nach seinen Aussagen eher im Nationalrat zu verorten ist. Der Glaube an die liberalen Werte, die auch Grundwerte von der Schweiz sind; dafür kämpft er und das ist seine Motivation.

Ein Kompromisskünstler mit weicher Seele und unbändigem Wille zur Selbstoptimierung: Diese Attribute nannte Sonja Hasler, als sie Thierry Burkart zu beschreiben versuchte. Er rege sich manchmal über Sachen auf, die er hätte besser machen können und deshalb sei das Ziel der Optimierung nur logisch.

Der Ansporn sei, bessere Lösungen für die Menschen in unserem Land zu finden. Die Moderatorin thematisierte weiter die Zukunft der FDP. Burkart hatte dabei eine klare Meinung zum Wahlbarometer der FDP. Sie müsse sich auf drei bis vier Themen fokussieren, mit klaren Kanten kommunizieren. Ein Bundesratsmandat ist für Burkart kein Thema, viel wichtiger ist für ihn, dass die Bestehenden wiedergewählt werden.

Thierry Burkart ist ein grosser Schwingerfan. So hat er sich schon als OK-Präsident in Szene gesetzt. Einen «Kurz» würde er als Schwung vorziehen, weil dieser meistens «fadengrad» zu einer Note von Zehn führe, nicht so wie ein «Wyberhacken», der links abdrehe.

FDP Nidwalden sagt zweimal deutlich Nein

Abschliessend wurden an der Versammlung die Parolen für die kommenden nationalen Abstimmungen gefasst: Die Mitglieder lehnten die Volksinitiative «Für eine starke Pflege» mit 48 zu 3 ab. Keine Chance hatte auch die Bestimmung des Bundesgerichtes im Losverfahren und ebenfalls klar, 48-mal Ja gegen 2-mal Nein, fiel das Verdikt über die gesetzlichen Grundlagen zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie aus.

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