STANS: Feiertage sind im Spital keine freien Tage

Während es andernorts in diesen Tagen deutlich ruhiger zu- und hergeht, herrscht im Kantonsspital der übliche Betrieb. Grundversorgung und Notfalldienst sind sichergestellt – rund um die Uhr.

Philipp Unterschütz
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Das Kantonsspital kennt keine 'ruhigen Festtage.' (Bild: Corinne Glanzmann (Stans / 20. August 2014))

Das Kantonsspital kennt keine 'ruhigen Festtage.' (Bild: Corinne Glanzmann (Stans / 20. August 2014))

Feiertage hin oder her, auch an Weihnachten oder Neujahr gibt es leider Unfälle oder krankheitsbedingte Notfälle – und erfreulicherweise auch Geburten. Das Kantonsspital Stans kann seinen Betrieb über die Feiertage nur leicht reduzieren.

Abgesehen vom realen Bedürfnis der Bevölkerung gibt es dafür auch eine gesetzliche Grundlage. «Wir haben einen Leistungsauftrag mit dem Kanton abgeschlossen. Dieser verpflichtet uns, die Grundversorgung und den Notfalldienst während des ganzen Jahres rund um die Uhr sicherzustellen», sagt Spitaldirektor Urs Baumberger. Das heisst, dass auch über die Feiertage das Personal rund um die Uhr für alle Eventualitäten bereit ist – und dafür falls nötig auch im Spital selber übernachtet. Insbesondere im Operationszentrum, in der Pflege und Intensivpflege, in Labor, Röntgen, Notfallstation und Rettungsdienst. Auch Hebammen sind immer vor Ort. Und dass es nötig ist, zeigte der Vormittag des 24. Dezember. Laut Urs Baumberger musste der Rettungsdienst allein am Vormittag sechs Einsätze leisten. Die einzige Reduktion, die sich das Spital leistet, sind geplante Eingriffe, die nicht zuletzt auch im Interesse der Patienten nicht auf Feiertage angesetzt werden.

Notfall-Kaiserschnitt innerhalb von 20 Minuten

Dass man über die Feiertage genügend Personal findet, sei kein Problem, sagt Urs Baumberger. Einerseits sei es für Angestellte eines Spitals normal, Schichtdienst zu leisten. Anderseits mache man die Dienstpläne lange im Voraus. «Die Abteilungen sprechen sich ab, dass beispielsweise jemand, der über Weihnachten arbeitet, dafür dann an Silvester frei hat», erklärt der Spitaldirektor. Doch nicht alle, die arbeiten müssen, sind im Spital. Neben dem «regulären Dienst» gibt es auch noch Pikett- und Hintergrunddienst. Für alle gilt wie immer das im Personalreglement festgelegte Alkoholverbot. Ansonsten erfordern diese Dienste die permanente Erreichbarkeit via Mobiltelefon und vor allem eine schnelle Verfügbarkeit.

Am schnellsten bereit muss die Gynäkologie und Geburtshilfe sein. «Bei einer ‹Blitz-Sectio›, also einem Notfall-Kaiserschnitt, dürfen vom Entscheid bis zur Geburt maximal 20 Minuten verstreichen», erklärt Urs Baumberger. Die Frist sei sonst für die anderen Abteilungen generell unter 30 Minuten. Wenn Ärzte oder Personal zusätzlich zum anwesenden Personal Pikettdienst haben, müssen sie sich also in der Nähe des Spitals befinden, um diese Zeiten einhalten zu können. Da kann schon ein Ausflug nach Luzern oder Engelberg zu weit sein. «Das sind erfahrene Leute. Die Distanz und die Zeit, um ins Spital zu kommen, können sie bestens selber einschätzen», sagt Urs Baumberger und lobt sein Personal für das grosse Pflichtbewusstsein. «Es ist toll, mit welcher Hingabe sie auch über die Festtage Tag und Nacht arbeiten.»

Eine Ausnahmesituation ist es am ehesten für Patienten, welche die Festtage am Jahresende im Spital verbringen müssen. «Es gibt schon Leute, die dann eine schwere Zeit durchmachen. Das Personal weiss aber damit umzugehen. In der Pflege merkt man im Gespräch schnell, wenn es jemandem deswegen schlecht geht», versichert Urs Baumberger. Um es den Patienten einfacher zu machen, organisieren die Abteilungen auch kleinere Anlässe oder schmücken die Zimmer. Auch bei den Besuchszeiten könne man nach Absprache mal ein Auge zudrücken.

Vorzeitiger Austritt wegen Festtag ist keine gute Idee

Doch es gibt hin und wieder auch Patienten, die nach Hause wollen, um die Festtage mit ihren Lieben zu verbringen. «Sicherheit ist immer das oberste Gebot», betont Urs Baumberger. «Wir möchten nicht, dass Patienten früher nach Hause gehen, als medizinisch angezeigt ist. Es kann schnell etwas mit gravierenden Folgen passieren. Das gilt auch für vorübergehende Heimkehr, beispielsweise nur für Heiligabend.» Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nach Operationen betrage fünf Tage. Ausnahmen für vorzeitige Austritte würden nur gemacht, wenn der zuständige Arzt die Erlaubnis gebe. «Wenn ein Patient aber absolut darauf besteht, entlassen zu werden, obwohl der Arzt dagegen ist, dann muss er eine Erklärung unterschreiben, dass er das Spital auf eigenes Risiko verlässt.»

Und was zeigt der am Jahresende fast schon obligate Blick in die Zukunft? «Es gibt im Rahmen der Strategie 2014–2018 einiges, das läuft. Die Strategie soll ja nicht nur ein leeres Papier sein, sondern auch umgesetzt werden», sagt Urs Baumberger schmunzelnd. Dazu gehören zum Beispiel die Weiterführung der Prozessoptimierung oder kleinere Umbauten.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ nidwaldnerzeitung.ch