Stans
Ferienpass Nidwalden lässt die Kinder auf dem Rollbrett abheben

Skateboarden ist mehr als nur auf dem Brett fahren. Am Ferienpass lernen die Kinder, was sonst noch alles dazugehört. Und wagen Neues.

Matthias Piazza
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Lejan Van Loon hebt zum Sprung an, angeleitet von Atilla Baumann.

Lejan Van Loon hebt zum Sprung an, angeleitet von Atilla Baumann.

Bild: Matthias Piazza (Stans, 20. Juli 2021)

Die Halfpipe im Stanser Skatepark Eichli ist verlockend. Doch auch für diejenigen, die schon einmal auf einem Skateboard gestanden sind, geht's am Boden los. Unter der Leitung von Coach Atilla Baumann vom Stanser Sportgeschäft 3Sixty übt «seine» Gruppe von Ferienpass-Teilnehmern die wichtigsten Basics, so etwa wie man richtig auf dem Skateboard steht, angibt, bremst, lenkt. Man merkt, es sind keine blutigen Anfänger, auch wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Immer grössere Runden werden gedreht, eingestreut, verschiedene Tricks werden ausprobiert. Dann geht's auch schon auf die Hindernisse (Obstacles). «Man spürt's ein bisschen in den Beinen», sagt Lejan Van Loon nach seinem ersten Sprung des Tages. Auch er ist nicht das erste Mal auf dem Brett, er gehe oft in den Skatepark Eichli, meint er. Am Skateanlass des Ferienpasses schätze er, von Profis zu lernen.

Als Krönung steht dann gegen Mittag die Halfpipe auf dem Programm. Zuerst mit Hilfe von Atilla Baumann, dann selbstständig, bezwingen die Kinder immer spielender die Miniramp. «Es sieht schwieriger aus, als es ist», lautet das Fazit von Niklas Britschgi. Der zehnjährige Stanser fährt regelmässig Skateboard. «Doch die Halfpipe befuhr ich heute das erste Mal. Es war cool, wie auch der ganze Vormittag. Ich lernte viele Tricks.»

«Das Wichtigste ist, dass die Kinder das Feeling fürs Fahren und Bremsen auf dem Skateboard bekommen und dass sie die Angst überwinden», erklärt Kursleiter Atilla Baumann. «Und das gelingt am besten mit Begleitung, wenn ich sie zu Beginn am Arm festhalte.» Doch sei klar, dass ein Vormittag kaum mehr als ein Crashkurs sei. «Die Tricks, die sie lernen, müssen sie zu Hause üben. Es führt kein Weg daran vorbei, ein Trick tausendmal zu wiederholen. In diesem Sport wird einem nichts geschenkt.» Angesprochen auf das Risiko meint er, dass es wichtig sei, sich nicht zu überschätzen.

Fast 900 Anmeldungen für Ferienpass Nidwalden

Mit 20 Teilnehmern für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren war dieser Kurs ausgebucht. Auf grosse Nachfrage stossen auch die anderen rund 400 Angebote. «870 Anmeldungen gingen für die vier Ferienpass-Wochen ein, 150 Anmeldungen mehr als im vergangenen Jahr», sagt Ferienpass-Leiter Ruedi Walpen auf Anfrage. 2020 habe die Pandemie für einen Nachfragerückgang gesorgt. Dieses Jahr hätten allerdings einige Ausflüge wegen des Hochwassers abgesagt werden müssen. Als Entschädigung durften die Kinder einen Filmabend geniessen.

Auch wenn die offizielle Anmeldefrist abgelaufen ist: Wer noch Lust auf Ausflüge oder Ateliers bekommen hat, könne sich für die beiden letzten Ferienpass-Wochen zwischen 9. und 20. August noch anmelden, sofern es noch freie Plätze habe, so Ruedi Walpen. Auch alte Ferienpass-Hasen könnten noch Neues entdecken. Denn auch in der 39. Ausgabe stehen nebst bewährten auch neue Aktivitäten auf dem Programm, so zum Beispiel Tischminigolf, Dart, Billard, die Schnitzeljagd «Spiel dich durch Engelberg» oder Programmieren eines Lego-Roboters.

Hinweis: Anmeldungen möglich unter 079 798 77 49 oder info@ferienpass-nidwalden.ch. Weitere Infos: www.ferienpass-nidwalden.ch