STANS: Gangster nach Banküberfall vor Gericht

Ein Italiener soll 2013 in Beckenried eine Bank überfallen und Überfälle in Aargau und Zürich geplant haben. Am Mittwoch steht der 61-Jährige in Nidwalden vor dem Kantonsgericht. Der Prozess gegen den Neapolitaner findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

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Zwei Männer haben im März 2013 die Kantonalbank in Beckenried überfallen. Laut der Richterin stimmte eine auf Überwachungsbildern der Bank abgebildete Person exakt mit dem erstellten 3D-Profil des Angeklagen überein. (Bild: Archiv Kapo Nidwalden)

Zwei Männer haben im März 2013 die Kantonalbank in Beckenried überfallen. Laut der Richterin stimmte eine auf Überwachungsbildern der Bank abgebildete Person exakt mit dem erstellten 3D-Profil des Angeklagen überein. (Bild: Archiv Kapo Nidwalden)

Dem Mann werden von der Nidwaldner Staatsanwaltschaft Raub und strafbare Vorbereitungshandlungen vorgeworfen. Sie fordert eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Der Beschuldigte soll gemäss Anklageschrift am 25. März 2013 mit einem Komplizen mit einer Pistole bewaffnet die Kantonalbank in Beckenried überfallen haben. Dabei wurden drei Bankangestellte gefesselt und im Bad eingesperrt. Die Täter flüchteten mit gut 200'000 Franken Bargeld.

Zudem soll der Arbeitslose im Oktober und November 2013 erneut aus Neapel in die Schweiz eingereist sein und mit dem Auto Banken in den Kantonen Aargau und Zürich auskundschaftet haben. Entsprechende Adresseinträge fand die Staatsanwaltschaft im Navigationsgerät des Mannes.

Anweisungen auf Diktafon

Die Polizei verhaftete den Mann vor einer Jugendherberge in Zürich, in der er mehrmals ein Zimmer gemietet hatte. In seinem Besitz stellten die Behörden unter anderem ein Diktafon mit Banküberfall-Vokabular, das ins Englisch übersetzt war, Sonnenbrillen, Daunenjacken und eine Stoffmütze sicher. Der Verteidiger des Italieners will vor dem Prozess zu den Vorwürfen und seinen Anträgen keine Stellung nehmen. Dies sagte der Anwalt auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Am Mittwoch kommt es in dem Fall zu einem Indizienprozess. Das Kantonsgericht muss unter anderem darüber befinden, ob sich mit den von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Hinweisen die Taten dem Beschuldigten zuweisen lässt.

Erhöhte Sicherheitsmassnahmen

Die Verhandlung im Stanser Rathaus findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Der Angeklagte, der sich in Sicherheitshaft befindet, ist in Italien mehrfach wegen Raubes vorbestraft. So war er gemäss italienischen Medienberichten mit Banden-Komplizen an mehreren bewaffneten Banküberfällen beteiligt. Eine mögliche Verbindung zur Mafia erwähnt die Anklage nicht explizit.

sda