Stans
Guter Sommer hat Alpkäsereien viele Kunden beschert

Am elften Stanser Alpkäsemarkt haben vier Käsereien ihre Produkte präsentiert. Andere Produzenten hatten schon keinen Alpkäse mehr.

Richard Greuter
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Giana Töngi (rechts), Tochter von Sälmi Töngi, bedient Kunden am Alpkäsemarkt.

Giana Töngi (rechts), Tochter von Sälmi Töngi, bedient Kunden am Alpkäsemarkt.

Bild: Richard Greuter (Stans, 1. Mai 2021)

Liebhaber einheimischer Hofprodukte konnten am Samstag aus dem Vollen schöpfen. Gleichzeitig mit dem Stanser Alpkäsemarkt fand auf dem Dorfplatz in Stans die Saisoneröffnung des Wochenmarktes statt. Den kulinarischen Wünschen und Fantasien nach feinen Spezialitäten waren kaum Grenzen gesetzt. Wer sich gut umsah und die richtigen Hofprodukte und Käsespezialitäten auswählte, konnte am Sonntag mühelos den Morgen-, Mittag- und Abendtisch mit feinen Köstlichkeiten decken.

Trotz der kühlen Witterung in den Morgenstunden erreichte der Alpkäsemarkt einen grossen Publikumsaufmarsch. «Ich denke, die Leute sind bereit und möchten das Lokale wieder geniessen», sagte der zufriedene OK-Chef Conrad Wagner. Ursprünglich waren mehr Alpkäsereien angemeldet. Dass es letztlich noch vier waren, hat einen einfachen Grund. «Sie haben keinen Alpkäse mehr», so Wagner.

Trotz Pandemie guter Verkauf

Alle vier anwesenden Alpkäsereien haben die Pandemiezeit gut überstanden. Die Einbussen der Gastrobranche konnten praktisch alle ausgeglichen werden. Durch den Wander- und Bike-Boom im vergangenen Jahr erhielten die Alpkäsereien nämlich reichlich Besuch. «Die Leute kamen vermehrt zu uns auf die Alp», sagte Res Gut von der Alp Chüenern, der mit seinen beiden Töchtern Enia und Judith seine Spezialitäten anbot. Auf den Punkt brachte es Thomas Scheuber von der Alp Untertrübsee: «Der letzte Sommer war extrem gut. Wanderer und Velofahrer kauften bei uns Käsespezialitäten ein.»

Bild: Richard Greuter (Stans, 1. Mai 2021)

Wer gerne würzigen und rezenten Alpkäse mag, kam bei Agnes und Paul Barmettler von der Alp Bleiki auf seine Rechnung. Das kreative Älplerpaar hat sich auf rezenten Alpkäse spezialisiert. Eine der grössten Alpkäseregion sind Unter-Trübsee in Nidwalden und die Gerschnialp in Obwalden, eine Hochterrasse ob Engelberg. Auf der Gerschnialp produzieren Sälmi und Nia Töngi seit Jahrzehnten rund 30 Tonnen Alpkäsespezialitäten jährlich. Etwa die gleiche Menge entsteht auf der Alp Unter-Trübsee von Thomas und Andrea Scheuber.

Das Angebot dieser vier Alpkäsereien, wurde ergänzt mit Bergkäse der Käserei Langendannen und feinen Produkten der «Stanser Molki» (Nachfolger von Sepp und Daniela Barmettler). Und wem das nicht genügte, der konnte bei Rita und Carla Zumbühl (zwei Schwägerinnen) feine Hofprodukte erstehen. Bei weiteren Ständen waren auch Produkte aus Bereichen abseits der Landwirtschaft erhältlich.

Ehrung dank Weichkäse

Eine feierliche Würdigung erlebte das ehemalige Stanser Käsepaar Sepp und Daniela Barmettler. Wie der bekannte «Käsepapst» Rolf Beeler berichtete, war der Weichkäse in der Deutschschweiz lange eine Rarität. Mit seinem «Stanser Fladä» und weiteren Erzeugnissen habe Sepp Barmettler dem Weichkäse in der Deutschschweiz zum Durchbruch verholfen, erzählte Beeler. Lobende Worte gab es auch von Regierungsrat Joe Christen: «Sie haben für unseren Kanton viel getan, was man kaum hoch genug einschätzen kann.»

«Wir sind überwältigt», sagte der Schmidgass-Käser, der sich bei seinen Milchlieferanten, Kunden und auch bei seiner Frau Daniela für die Zusammenarbeit bedankte.

OK-Chef Conrad Wagner (links) übergibt Sepp und Daniela Barmettler einen «goldenen Hartkäse», hergestellt von Künstler Rochus Lussi.

OK-Chef Conrad Wagner (links) übergibt Sepp und Daniela Barmettler einen «goldenen Hartkäse», hergestellt von Künstler Rochus Lussi.

Bild: Richard Greuter (Stans, 1. Mai 2021)