STANS: Guuggen, marsch!

Der Guuggenüberfall Stans ist nicht nur für heimische Formationen ein Highlight. Besonders war der Auftritt für eine Malterser Guuggenmusig.

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Guggeüberfall auf dem Stanser Dorfplatz (Bild: Roger Grütter (Stans, 18. Februar 2017))

Guggeüberfall auf dem Stanser Dorfplatz (Bild: Roger Grütter (Stans, 18. Februar 2017))

Philipp Unterschütz und Matthias Piazza

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Exakt um 20.20 Uhr der Urknall – und zum Feuerwerk am Himmel entlädt sich ein kakofonisches Gewitter auf dem Stanser Dorfplatz. Zur Begeisterung von Tausenden von Fasnächtlern. Ein buntes Meer, vom einfach Geschminkten bis zu aufwendig gestalteten Sujets, hatte nur darauf gewartet, dass die Fasnacht endlich richtig beginnt. Und je mehr Guuggenmusigen aus den Gassen und allen Winkeln auf den Dorfplatz strömen, desto grösser wird das musikalische Chaos und der Guuggerstau auf dem Dorfplatz. Doch dann die Entwirrung, für fasnächtliche Verhältnisse bricht schon fast so etwas wie Ruhe aus. Die Ruhe vor dem Sturm der Guuggenkonzerte, die kurz vor 21 Uhr losgehen. Es ist eine besondere Stimmung vor historischem Winkelried-Denkmal. «Da ist es einfach ein Muss, dabei zu sein», freut sich ein Einheimischer im Hasenkostüm. «Jetzt haben wir Stans fest im Fasnachtsgriff.»

Fluehchräie fühlen sich wie zu Hause

Der Guuggenüberfall hat nicht erst seit dem diesjährigen Jubiläum einen Ruf über die Kantonsgrenzen hinaus. Was als bescheidene Stanser Fasnachtseröffnung 1992 begann, hat inzwischen beachtliche Dimensionen angenommen. Zu Tausenden strömen die Fasnächtler jeweils auf den Dorfplatz, um die fünfte Jahreszeit einzuläuten. Das ist auch auswärtigen Guuggenmusigen nicht entgangen. Schon länger auf den Geschmack gekommen sind die Fluehchräie Schwarzenberg mit ihren 35 Mitgliedern. Sie haben nicht zum ersten Mal mit Handkuss die Einladung zum Guuggenüberfall angenommen. «Wir gehen sowieso gerne auswärts an die Fasnacht – vor allem in Nidwalden. Hier sind die Leute immer so aufgestellt und unkompliziert. Sie geben uns überhaupt nicht das Gefühl, dass wir Auswärtige sind», schwärmt Präsidentin Sandra Bachmann. Den Guuggenüberfall bezeichnet sie als vorfasnächtliches Highlight. «Der abendliche Einmarsch der Guuggenmusigen durch die engen Gassen ist etwas ganz Spezielles und eine tolle Abwechslung zu den Strassenumzügen tagsüber.»

Gleichzeitig werden sie 25

Zu den neun auswärtigen Guuggenmusigen gehörten am Samstagabend auch die Schabegrabscher aus Malters. Mit Car und Anhänger fuhr die 25-köpfige Crew in den Nidwaldner Hauptort. Der Besuch am Guuggenüberfall war für sie eine Premiere, nicht aber die hiesige Fasnacht. «Wir kommen immer wieder gerne nach Nidwalden und Obwalden, waren schon ein paar Mal am Schmutzigen Donnerstag in Stans oder am Sachsler Mattliball», erzählt Präsident Kevin Bühlmann. Das gute Verhältnis beruhe auf Gegenseitigkeit. So besuchten die Stanser Chälti-Sägler den Malterser Fasnachtsanlass vom vergangenen Samstag. Dass es gerade dieses Jahr mit dem Auftritt am Guuggenüberfall geklappt hat, sei aus einem bestimmten Grund besonders erfreulich. Auch die Guuggenmusig Schabegrabscher erblickte vor 25 Jahren das Licht der Welt.