Stans
Harmoniemusik lässt lateinische Rhythmen erklingen

Eine musikalische Reise nach Südamerika wurde mit der Harmoniemusik Stans zur Vergnügungsreise.

Primus Camenzind
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Die Harmoniemusik Stans unter der Leitung von Roberto Cereghetti.

Die Harmoniemusik Stans unter der Leitung von Roberto Cereghetti.

Bild: Primus Camenzind (Stans, 7. November 2021)

«Nach drei erfolglosen Versuchen haben wir es endlich wieder auf die Bühne geschafft», stellte eine zufriedene Judith Theiler nach dem Eröffnungsstück des Jahreskonzertes fest. Die Präsidentin der Harmoniemusik Stans wirkte ausserdem erwartungsfroh, denn die Mehrzweckhalle Turmatt in Stans war am vergangenen Sonntag sehr gut besetzt. Das gelungene Erscheinungsbild des Blasorchesters auf der geräumigen Bühne, der wohlige Klang des Ensembles im grossen Raum und ein Publikum, welches sich an den Tischen mit Getränken eindecken konnte, lässt schliessen, dass der Verein mit dem Umzug vom Theater in die Mehrzweckhalle einen tauglichen Schritt gemacht hat.

Die Harmoniemusikanten gaben südamerikanische Rhythmen zum Besten.

Die Harmoniemusikanten gaben südamerikanische Rhythmen zum Besten.

Bild: Primus Camenzind (Stans, 7. November 2021)

Mit «Argentina», einem melodiösen Tango des deutschen Komponisten Hans Ehrlinger (1931*), nahmen der Dirigent Roberto Cereghetti, die Musikantinnen und Musikanten und die Moderatorin Irene Fischer das Publikum mit auf eine Reise über den Atlantischen Ozean, in den fernen Südwesten, wo der Kontinent der lebensfrohen und rhythmischen Musik liegt. Mit «Conquistador» von John Glenesk Mortimer (Schottland, 1951*) drehte die Harmoniemusik das Rad der Zeit um 500 Jahre zurück. Das dramatische Werk mit szenischem Charakter handelt von der Eroberung und Zerstörung des Aztekenreichs durch die bis an die Zähne bewaffnete spanische Flotte.

Bandbreite des Stücks gefühlvoll dargestellt

Die Harmoniemusik verstand es mit ihrer Interpretation, die enorme emotionale Bandbreite des Werks gefühlvoll darzustellen. Auf diesen Höhepunkt folgten vor der Pause drei Stücke, welche die Gemüter wieder in versöhnliche Bahnen lenkten. Wer kennt nicht «Besame Mucho», den Dauerbrenner von Consuelo Velazquez (Mexiko, 1916-2005)? Dem Stanser Blasorchester war mit diesem von William Brighton gefällig aufgearbeiteten Song ein kräftiger Applaus sicher.

Es folgte «Por una Cabeza» von Carlos Cardel (Uruguay, 1887-1935). Als Sänger und Komponist zählt er zu den massgeblichen Persönlichkeiten des Tangos in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert.

Rhythmische Phrasen

Zum Repertoire der Harmoniemusik steuerte der US-Trompeter Chuck Mangione (New York, 1940*) einen Auszug aus dem Filmsoundtrack «The Children of Sanchez» (1978) bei. Rhythmische Phrasen des Schlagzeugs und vom tiefen Blech wechselten sich ab mit Soli von Altsaxofon, Trompete und Horn.

Den «musikalischen Faden» nahm die Harmoniemusik «nach dem Tee» wiederum mit einem Welthit auf: «Copacabana» des berühmten US-Sängers Barry Manilow (New York, 1943*) fand unverzüglich den Weg in die Herzen der Besucherinnen und Besucher. Schliesslich beschenkte das Orchester sein Publikum mit «Latin Gold», einem bunten und von Paul Lavender arrangierten Strauss traditioneller Melodien. Mit der Zugabe «Mexiko» der «Les Humphries Singers» aus den 1970er-Jahren reagierten die Musikanten nochmals auf den langen Applaus des Publikums.

Posaunen und Blockflöten boten Gastspiel

Trombonis» nennt sich ein Ensemble der Posaunenklasse der Musikschule Sarnen unter der Leitung von Theo Banz. Die Tatsache, dass in dieser Formation mit Simon Knüsel ein Mitglied der Harmoniemusik Stans mitwirkt, hatte zur Folge, dass nach der Pause ein Gastensemble das Jahreskonzert bereicherte. Nicht genug: Die Kombination von vier jungen Damen an ihren Blockflöten, sechs Posaunisten und einer Posaunistin darf als Rarität bezeichnet werden. Die Tunes «Mayflower» und «Lark in the Morning» stellten die Vereinbarkeit von dermassen unterschiedlichen Instrumenten überzeugend unter Beweis.

Das Ensemble «Trombonis».

Das Ensemble «Trombonis».

Bild: Primus Camenzind (Stans, 7. November 2021)

Im Dezember soll unter professionellen Bedingungen eine CD produziert werden. Dass sich die Protagonisten für dieses Unterfangen schon fast in Höchstform befinden, bewiesen sie mit den teils anspruchsvollen Songs der Genres Pop, Swing, Funk und Ragtime. «The Jazz Police», «It’s Never Over ‘till the Fat Lady Swings» und «Deep Brass Joke» hatten zur Folge, dass im Publikum da und dort die Füsse wippten. Die Zugabe sorgte für Abwechslung: «Use-mid-em», eine schnelle Polka von Ferdinand Lötscher. (cam)

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