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STANS: Hauch von Afrika in Nidwalden

Die neue Ausstellung «Afrika» im Museum Frey-Näpflin hat bereits an der Vernissage eingeschlagen. Auch dank einem prominenten Laudator.
Gemälde aus Nigeria und Ghana (Hintergrund) sowie Steinskulpturen aus Simbabwe (Vordergrund) und mittendrin Christoph Eckert, Kurator und Stiftungsrat. (Bild Kurt Liembd)

Gemälde aus Nigeria und Ghana (Hintergrund) sowie Steinskulpturen aus Simbabwe (Vordergrund) und mittendrin Christoph Eckert, Kurator und Stiftungsrat. (Bild Kurt Liembd)

Kurt Liembd

Schwarzafrika: Damit verbinden die meisten Menschen alles Mögliche – von der Wiege der Menschheit über Kolonialisierung bis zu Armut. Was aber die wenigsten Menschen damit verbinden, ist Kunst, am ehesten noch Spiritualität und Religion. Anderseits hat sich in den letzten 20 Jahren in Nigeria und Ghana eine breite, lebendige Kunstszene entwickelt, die bisher kaum von einem grösseren Publikum wahrgenommen wurde.

Der Alltag in Nigeria sowie in den meisten afrikanischen Ländern ist durch schwierige Lebensumstände so belastet, dass der grösste Teil der Bevölkerung die eigene neue Kunstszene nicht entdecken konnte. Entdecken kann man diese nun erstmals im Museum in Stans. Neben 47 Gemälden von diversen Künstlern aus Nigeria und Ghana sind zudem 21 Steinskulpturen zu bestaunen.

Mit viel Kraft entfaltet

Die Kunstwerke in Stans sind in vier Themenbereiche unterteilt: Jugend und Träume, Marktleben, Künstlerinnen, Vorbilder und Religionen. Ein Rundgang wirkt sehr inspirierend. Dabei erstaunt es, mit welcher Kraft sich diese Kunstszene – allen widrigen Umständen zum Trotz – entfalten konnte. «Die meisten afrikanischen Kunstschaffenden verfügen über eine akademische Ausbildung und damit auch über ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten», erklärt Christoph Eckert, Kurator und Stiftungsrat der Frey-Näpflin-Stiftung. «Die Forderung nach einer Synthese von Tradition und Moderne ist bis heute eine wichtige Quelle der Inspiration geblieben», so Eckert.

Begeistertes Publikum

Das zahlreiche Vernissagepublikum, rund 120 Leute, zeigte sich begeistert. Nebst den Gemälden aus Nigeria und Ghana vermögen auch die Steinskulpturen zu verblüffen. Sie alle stammen aus Simbabwe, einem Land, welches geprägt ist von seiner kolonialen Vergangenheit, von Befreiungskriegen und wirtschaftlichen Katastrophen. Vor diesem wechselvollen Hintergrund entstand eine ausdrucksstarke und formschöne Kunst.

Wer wäre für eine Würdigung dieser Kunstszene wohl geeigneter als Al Imfeld (80), Priester, Journalist und Freigeist aus Zürich? Al Imfeld (Taufname Alois Johann Imfeld) gilt als einer der kompetentesten Afrika-Kenner und ist bekannt als engagierter Aufklärer zwischen Schwarzafrika und Europa. Seine Laudatio über die «Bedeutung von Dichtung und Malerei im Aufbau einer Nation» geriet vom ersten bis zum letzten Satz zu einem eigenen Kunstwerk. «Dichtung und Malerei sind die Grundlagen einer Nation oder eines Staates», so Imfeld.

Ein Staat bestehe nicht aus Paragrafen, sondern aus einer Schau, die gedichtet und gemalt, die zuerst im Kleinen geformt werden müsse. «Kunst ist die Manifestation der Freiheit und begründet Freiheit stets neu», so Imfeld. Dabei sparte er nicht mit mahnenden und gar kritischen Worten. «Am Anfang stehen Bild, Wort und Musik und nicht das Geld.» Kunst sei das Band zwischen Kontinenten und Ländern, Kulturen und Religionen. «Umgekehrt zerfallen Weiler, Dörfer, Städte und Staaten ohne Kultur, ohne Zeichen und Symbole, ohne Erinnerungshinweise und visionäre Bilder», so Imfeld.

Hinweis

Ausstellung «Afrika – Alltag und Religion», Museum Frey-Näpflin, Hansmatt 30, Stans, bis 17. Januar 2016. Öffnungszeiten samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr, auf Anfrage auch unter der Woche möglich. 26./27. Dezember geschlossen. Führungen auf Anmeldung, auch für kleine Gruppen. www.freynaepflinstiftung.ch

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