STANS: Heisse Marroni gibts hier fast nie

Beim Bahnhof Stans steht seit Anfang Dezember ein Marronistand. Doch dieser ist meistens verwaist. Das ist auch dem Kanton nicht entgangen.

Matthias Piazza
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Der Marronistand beim Bahnhof Stans ist zu: ein gewohntes Bild. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 23. Januar 2017))

Der Marronistand beim Bahnhof Stans ist zu: ein gewohntes Bild. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 23. Januar 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

 

Man kennt sie von Luzern – die Bretterbuden in der kalten Jahreszeit, aus denen einem der Duft von frisch gerösteten Marroni in die Nase sticht. Für viele gehört zu einem Stadtbummel auch der Gang zum Marronistand dazu. Nicht so im Nidwaldner Hauptort. Dort musste man auf die feinen Edelkastanien verzichten – zumindest bis diesen Winter. Es war eines schönen kalten Wintertages im vergangenen Dezember, als in der Ecke beim Lift zwischen Postautohaltestelle und Bahnperron beim Bahnhof Stans plötzlich ein Marronistand zu erblicken war, wie man ihn eben aus den Städten kennt.

Wem nun das Wasser im Munde zusammenlief ob der Aussicht auf köstliche Marroni, der dürfte wohl mehr als einmal enttäuscht worden sein. Gemäss Schilderungen unserer Leser war der Stand die meiste Zeit verwaist. Dies deckt sich auch mit unseren eigenen Erfahrungen. Zu gerne hätten wir mit dem Marronibetreiber geredet, über seine Beweggründe, nach Stans zu kommen, ihn gefragt, wie denn die Geschäfte laufen. Doch Pech gehabt: Wenn wir aufkreuzten, war der Stand entweder zu, oder der Angestellte verwies uns für Gespräche an seinen Chef – der komme aber erst abends. Doch auch dann hatten wir Pech.

«Wollten dem Betreiber eine Chance geben»

«Wir erhielten im vergangenen November eine Anfrage fürs Verkaufen von Marroni zwischen Dezember und Februar», bestätigt Christoph Gander, Leiter des kantonalen Hochbauamtes. «Nach Rücksprache mit der Standortgemeinde Stans haben wir die Bewilligung erteilt. Wir wollten dem Betreiber eine Chance geben.» Gander spricht von einem bescheidenen Mietpreis, ohne den genauen Betrag nennen zu wollen. Natürlich sei der Baudirektion nicht entgangen, dass der Stand die meiste Zeit geschlossen sei. «Doch die Bewilligung wurde nicht an irgendwelche Öffnungszeiten geknüpft.» Nach Ende der Mietdauer werde man Bilanz ziehen. Für den Marronibetreiber fällt diese Bilanz wohl durchzogen aus.