STANS: Heiterkeit ist Pflicht

Bei der feierlichen Inthronisation wurde das Frohsinnpaar Franz IV. und Judith Odermatt in sein Amt eingesetzt. In seiner Proklamation setzt der Fasnachtsherrscher den Fokus auf Musik und Gesang und gute Laune.

Richard Greuter
Drucken
Teilen
Der feierlich inthronisierte Frohsinnvater Franz IV. übergibt Vorgänger Marcus I., dem ehemaligen Präsidenten Niklaus Minder und Einsetzer Albert Müller (von links) Geschenke. (Bild: Richard Greuter (Stans, 22. Januar 2017))

Der feierlich inthronisierte Frohsinnvater Franz IV. übergibt Vorgänger Marcus I., dem ehemaligen Präsidenten Niklaus Minder und Einsetzer Albert Müller (von links) Geschenke. (Bild: Richard Greuter (Stans, 22. Januar 2017))

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Ich erkläre die Fasnacht 2017 für eröffnet.» Dies sagte der soeben in sein Amt eingesetzte Frohsinnvater Franz IV. am Sonntag nach der feierlichen Inthronisation im Pestalozzisaal in Stans. Und er kann es kaum erwarten, bis es am Schmutzigen Donnerstag endgültig losgeht.

In seiner kurzen Ansprache begrüsste der neue Herrscher die Frohsinnfamilie nicht nur mit «Grüezi mitenand», sondern – wie sein Namensvetter Papst Franziskus nach seiner Wahl – mit «Buona sera». Seit dem 8. Dezember hätten sich die Ereignisse für ihn und Judith überschlagen, meinte der 54-jährige Fasnachtsherrscher. Dabei berichtete er von rührenden und wunderschönen Ereignissen seit der vergangenen Generalversammlung.

Gefängnisbluse für Marcus I.

Im Weiteren bedankte er sich für die gute Betreuung und sprach schon zu Beginn seiner Karriere von einer Erfahrung, die er zukünftigen Frohsinnvätern herzlichst empfehlen kann. Für die zahlreichen Frohsinnler, befreundeten Zünftler und Gäste, die ihrem neuen Herrscher gratulierten, war klar: Franz IV. freute sich auf sein Amt.

Zuvor galt die Aufmerksamkeit dem abtretenden Frohsinnpaar Marcus I. Risi und Andrea Husistein, welche noch einmal richtigen Fasnachtsspass erleben durften. Traditionsgemäss nahm ihm Mafiabruder Wüschi (Herbert Würsch) die fasnächtlichen Insignien ab und verabschiedete ihn mit lobenden Worten und Zitaten aus Mafiakreisen. Anstelle der Frohsinnkette erhielt Marcus Risi eine Halskette aus Korkzapfen und eine schwarz-weisse Gefängnisbluse. Zudem bekam der Liebhaber von feinen Zigarren billige Stumpen vom Kiosk. Etwas anders sah es das Frohsinnvolk: Es entliess Marcus I. mit stehenden Ovationen.

Letzter Schliff vom Zeremonienmeister

Besser erging es dem neuen Frohsinnvater Franz IV., der von Albert Müller in sein Amt eingesetzt wurde. Mit witzigen Worten berichtete Müller von seinen Nöten, die ihm dieser kurze Einsatz bereitete, und kam nach einer geschichtlichen Rückblende zum Schluss: «Fang diese Einsetzung nicht mit einem Witz an.» Was er dann auch unterliess.

Nach einem strengen Zeremoniell erhielt der neue Machthaber von den beiden Ehrendamen Nadja Britschgi und Mirjam Niederberger die Frohsinnkette umgehängt. Danach folgten Umhang, Hut und Zepter. Nach einem letzten Check von Zeremonienmeister Marlon Imober­steg durfte der frischgebackene Frohsinnvater auf seinem Thron Platz nehmen.

In seiner Proklamation bewies Franz IV. sein fachmännisches Geschick. Getreu dem Motto «Etz singid miär nu eis» verlangt der Herrscher, dass in Haushaltungen und Gaststätten gesungen wird und dass guten Musikgruppen Vortritt zu gewähren sei. Das Vermummungsverbot hebt er während der Fasnacht kurzerhand auf. Der Besuch am Urknall ist für das Frohsinnvolk obligatorisch, und gute Laune und Heiterkeit sind Pflicht. In Anspielung auf fasnächtliche Nebenaktivitäten meint Franz IV.: «Tue nichts, was du bereust, und bereue nichts, was du tust.»