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STANS: Hier können alle mitmachen

Unter dem Namen «Zämä Muisig erläbä» hat am vergangenen Samstag im Weidli ein Fest mit diversen Aktivitäten sowie mit Konzerten der Weidliband und Buschi & Anni stattgefunden. Der Anlass sollte aussergewöhnliche Begegnungen schaffen.
Flavia Niederberger
Reto Reiser aus Buochs zeigt sein Graffiti, das er am Anlass gesprayt hat. (Bild: Flavia Niederberger (Stans, 5. Mai 2018))

Reto Reiser aus Buochs zeigt sein Graffiti, das er am Anlass gesprayt hat. (Bild: Flavia Niederberger (Stans, 5. Mai 2018))

Flavia Niederberger

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Musik schallt über das Weidli-Gelände in Stans, Skater von 3 Sixty vollführen ihre Tricks auf dem Asphalt, und weiter hinten wird Unihockey gespielt. Ein Anblick, der nicht täglich in diesem Kontext zu sehen ist. Doch genau das ist der Gedanke hinter dem Anlass «Zämä Muisig erläbä», erklärt Klaus Keller, Leiter der Tagesstätte. Ihm geht es um den sozialen Kontakt zwischen Leuten, die sonst keinen Kontakt hätten.

Die vor einem Jahr neu eröffnete rollstuhlgängige Rampe, die vom Erdgeschoss bis in die oberen Stockwerke reicht, solle zum Ort der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung werden. Am vergangenen Samstag dient sie als Skater-Rennstrecke und soll junge Leute ansprechen.

Wände für Graffiti zur Verfügung gestellt

«Wir wollten die Bedingungen so schaffen, dass jeder sich kompetent fühlt in der Gesellschaft», betont Keller. Ganz nach dem Gedanken der Inklusion sollen alle Teil der Gesellschaft sein. Da der Anlass zum ersten Mal durchgeführt wird, sei ein Risikofaktor, dass man nicht einschätzen könne, wie viele Leute kommen würden. Dennoch zeigt sich Keller zufrieden mit den Leuten, die bis zu diesem Zeitpunkt gekommen sind, um die verschiedenen Posten auszuprobieren.

So sind zum Beispiel Mitglieder des Projekts 28 damit beschäftigt, an dafür vorbereiteten Wänden ihre Spraykunst zu demons­trieren und die Gäste bei ihren eigenen Kunstwerken zu unterstützen. Dank der Tipps und viel Fleiss kann man nun etwa Reto Reisers Namen in professioneller Schrift auf der Wand erkennen. Der 40-jährige Buochser hatte Spass mit den Spraydosen und zeigt sein Kunstwerk stolz.

Neue Interessen entdeckt

Die Spielfreudigen unter den Anwesenden können ihre Fähigkeiten im Unihockey-Spiel trainieren. Dafür stellte die Unihockey-Mannschaft «Power Wave Buochs-Ennetbürgen» verschiedene Posten wie Slalomlauf, Büchsenschiessen und auch ein freies Spiel bereit. Praktikant Jonas Schnyder (26) aus Luzern begleitet Weidli-Bewohner Nils Giesseling durch den Postenlauf. «Unihockey scheint ihn zu faszinieren», meint Jonas Schnyder. Er ist erst seit kurzem im Weidli tätig und zeigt sich überrascht. «Sonst sehe ich ihn nur fernsehen. Ich wusste nicht, dass er auch solche Interessen hat.» Er lobt die Unihockey-Mannschaft: «Sie erklären es ihnen gut und haben Geduld.»

Auch das Können der Mannschaft wird bei dem Spiel auf die Probe gestellt. Gemischte Teams bestehend aus «Power Waves»-Spielern und Weidli-Bewohnern messen sich mit und ohne Rollstuhl und werden von einem johlenden Publikum angefeuert. Ueli Weber (30) aus Buochs übte schon den ganzen Nachmittag über auf dem Feld den Schuss auf das Tor und zeigte nun bei einer der Spielrunden sein Können. Der Match habe ihm grossen Spass gemacht.

Auch in Zukunft solche Gelegenheiten

Ganz nach dem Ziel, Begegnungen zu schaffen, zieht das Fest auch Familien an, die nichts mit dem Weidli oder ihren Bewohnern zu tun haben. Die Familie Murer etwa ist gekommen, weil sie mit den Kindern etwas machen und das Konzert hören wollte. «Ich finde es schön, dass man einen Anlass macht, der für alle ist», erklärt Beda Murer (42) aus Oberdorf, während seine Söhne gerade den Barfuss-Pfad absolvieren. Zuvor lernten sie Reto kennen, der ihnen stolz sein Graffiti präsentierte. Damit ist das Ziel von Klaus Keller, dem Leiter der Tagesstätte, erreicht. Er wollte schliesslich aussergewöhnliche Begegnungen schaffen. Ob in dieser oder einer anderen Form, so will er auch in Zukunft für solche Gelegenheiten sorgen.

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