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STANS: Hochbetrieb für die Chefin der Kommunionskleider

Barbara Christen ist verantwortlich für die Kommunionskleider der Katholischen Pfarrei Stans. Dieser Tage hat sie Hochkonjunktur. Die Kleider müssen anprobiert und zugeteilt werden.
Marion Wannemacher
Barbara Christen kleidet Erstkommunikant Ben Imboden ein. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 5. April 2017))

Barbara Christen kleidet Erstkommunikant Ben Imboden ein. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 5. April 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@nidwaldnerzeitung.ch

Barbara Christen ist parat. Die Kommunionskleider hat sie vom Estrich des Pfarrhauses geholt. Sie hängen gereinigt, in Folie verpackt und nach Grössen sortiert an Garderobenständern. Am Nachmittag kommen die diesjährigen Erstkommunikanten mit Begleitperson zur Anprobe. Die Erstkommunion ist dieses Jahr in Stans am 7. Mai.

«Die Stimmung bei der Anprobe ist jeweils speziell», beschreibt die 48-Jährige. «Die Kinder sind gespannt, aufgeregt und strahlen», sagt sie. «Sie sind stolz auf ihre Kleider.» Sicher gebe es den einen oder anderen Buben, der sich zunächst im Kleid seltsam vorkomme. Mit dem Argument «alle tragen das Gleiche, du fällst nicht auf» seien dann aber auch Skeptiker schnell zufrieden.

Laufen und Treppensteigen im langen Gewand

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings das Laufen und Treppensteigen in den langen Gewändern. «Die Kinder gehen mit ihnen in der Regel ehrfürchtig um. Es gibt ihnen eine Verbundenheit, dass alle das Gleiche tragen und sie so gemeinsam als Gruppe auftreten», sagt die Stanserin.

Barbara Christen selbst begrüsst die in Nidwalden übliche Sitte, die Kinder in einheitlichen Gewändern die Erstkommunion feiern zu lassen. «Ich nehme an, dass man ursprünglich die Schichtenunterschiede nicht mehr wollte. Die einen kamen in festlicher Kleidung, die anderen nicht, das gibt es nun schon seit fast dreissig Jahren nicht mehr.»

An den Kommunionskleidern erkennt man den Wandel der Zeit: Die Kinder der zweiten Klassen sind heute grösser als früher. Deshalb mussten vor Jahren zehn neue gefertigt werden: Sie sind länger. Genäht hat sie das Atelier Schnittpunkt in Stans.

«Ärmel oder Saumlängen zu kürzen, ist kein Problem. Aber wenn ein Kleid zu kurz ist, kann man nichts machen», hält Barbara Christen fest. Allerdings sei es noch nie vorgekommen, dass zu viel Bein aus dem Gewand herausgeschaut hätte. Fürs Kürzen der Ärmel sind die Mütter selbst zuständig oder sie delegieren diese Aufgabe an Grossmütter oder Angehörige, die nähen können.

Insgesamt über hundert Gewänder für Erstkommunikanten hat die Katholische Pfarrgemeinde Stans. Im Schnitt gehen 70 bis 75 Kinder pro Jahr zur Erstkommunion. Die Kleider sind in einfachem Schnitt gehalten mit rundem Kragen und zwei Falten auf der Vorderseite. Das Material ist ein Gemisch aus Wolle und Baumwolle und wirkt durch die Farbe Ecru schlicht und edel.

Fünf Jahre lang ist Barbara Christen nun schon für die Kleider verantwortlich. Als die Pfarrköchin pensioniert wurde, fragte sie der Pfarrer an. Es war genau die richtige Aufgabe für die vierfache Mutter, die selbst viel und gern näht und mit ihrer Familie vis-à-vis vom Pfarrhaus wohnt.

Plötzlich zu viele Gewänder auf dem Estrich

Als Barbara Christen dieses Jahr den Bestand durchging, erlebte sie eine Überraschung. Plötzlich waren es 17 Kleider zu viel. «Die überzähligen Kleider hatten auch einen anderen Schnitt. Sie unterschieden sich deutlich von unseren.» Barbara Christen rief die Reinigung an. Und tatsächlich, diese hatte fremde Gewänder an sie ausgeliefert. Verantwortliche anderer Pfarreien waren froh, dass die vermissten Gewänder wieder zum Vorschein kamen.

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