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STANS: Im Chäslager wurde für einmal mit Klassik überzeugt

Am Freitag fesselte Pianist Adrian Oetiker mit Werken von Franz Schubert und Maurice Ravel das Publikum. Der Abend zeigte: Das Chäslager kann’s auch mit klassischer Musik.
David Sonder
Pianist Adrian Oetiker gastierte am Freitag im Chäslager. (Bild: Markus Frömml)

Pianist Adrian Oetiker gastierte am Freitag im Chäslager. (Bild: Markus Frömml)

David Sonder

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Die Programmwahl wirkte nur auf den ersten Blick zufällig und erwies sich im Laufe des Abends als wohldurchdachtes in sich geschlossenes Konzept. Adrian Oetiker begann verhalten mit Schuberts «Drei Klavierstücken» aus dem Nachlass. Es gelang ihm ausgezeichnet, dem Publikum die Unmittelbarkeit der kompositorischen Einfälle zu vermitteln. Faszinierend waren in Oetikers Live-Interpretation die für Schuberts Zeit sehr gewagten Modulationen.

Berührend war die Klang­seligkeit im dreimal wiederkehrenden Hauptthema des zweiten Stücks, fulminant die virtuose Euphorie zum Abschluss des dritten Stücks. Als Fortsetzung spielte er einen Zyklus von 12 Walzern, welcher den Bezugspunkt zu Ravel darstellte.

Nur scheinbare zufällige Auswahl

Den zweiten Programmteil eröffnete Oetiker mit Ravels «Valses nobles et sentimentales». Dieses Werk ist eine Hommage an Schubert. Es zeigt die Bewunderung, die Ravel für Schuberts Miniaturen im ersten Konzertteil gehegt hat. Adrian Oetiker gelang es hervorragend, die musikalischen Edelsteine ein zweites Mal in einem neuen Licht erglänzen zu lassen. Äusserst differenzierte Klanggestaltung gepaart mit filigraner Virtuosität prägte auch das Abschlusswerk des Abends.

«Gaspard de la nuit» gilt als eines der schwierigsten Werke der Klavierliteratur. Der flimmernde Klang von «Ondine», die trostlos klingende Totenglocke in «Le Gibet» und die skurrile Virtuosität von «Scarbo» zeugten vom grossen technischen Können und poe­tischen Gestaltungsvermögen des Pianisten. Das Publikum konnte auch feststellen, dass hier ein wunderschönes Musikinstrument in einem akustisch hervorragenden Raum steht. So liess es sich Adrian Oetiker nicht nehmen, seiner Hoffnung Ausdruck zu geben, dass sein Einsatz als «Götti» dieses Instruments der Anfang einer neuen Ära mit klassischer Musik im Chäslager Stans sein könnte. Er bedankte sich beim Publikum für den langen Applaus mit dem Prelude op. 23,1 von Sergej Rachmaninow.

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