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STANS: Italianità pur im Nidwaldner Brockenhaus

Das «Brockähuis» erlebt einen wahren Publikumsansturm. Der Grund: Man hat mit der Formation Cerfeda und italienischer Volksmusik das Tüpfelchen aufs i einer neuen kulturellen Idee gesetzt.
Romano Cuonz
Gute Stimmung dank italienischer Musik an ungewohntem Ort. (Bild: Romano Cuonz (Stans, 28. Februar 2018))

Gute Stimmung dank italienischer Musik an ungewohntem Ort. (Bild: Romano Cuonz (Stans, 28. Februar 2018))

Romano Cuonz

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Wie bringen wir möglichst viele Leute dazu, uns zu besuchen und sich dabei auch mit unserem nicht so angenehmen Thema Arbeitslosigkeit zu befassen?», fragten sich Rolf Forster (Leiter von Job-Vision Ob- und Nidwalden) und seine Leute vor einiger Zeit. Das Team hat eine Antwort gefunden: «Kultur im Brocki». Musik, Literatur, und dazu auch Essen und Trinken.

Nun muss man wissen, dass das «Brockähuis» Nidwalden an der Oberstmühle in Stans ein wichtiger Teilbereich von Job-Vision ist. Programmgestalter des Kulturanlasses ist Bereichsleiter Viktor Wyss. Er erklärt: «Mit der neuen Idee konnten wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.» Mitarbeiter des ­Anlasses seien die arbeitslosen Personen, die bei Job-Vision ­vor­übergehend eine vom RAV bezahlte Beschäftigung hätten. Bei der Organisation, dem Bühnenbau, der Dekoration oder der Gastronomie für diese kleinen Kulturevents würden sie ganz gerne einmal auch andere Arbeiten verrichten. Andererseits lerne während solcher Veranstaltungen ein breites Publikum das Brockenhaus, die Organisation Job-Vision und vor allem auch Menschen, die dort Arbeit finden, näher kennen.

Antonio Cerfeda füllt das Haus

Zu den ersten beiden Konzerten des «Brockähuis» Nidwalden kamen jeweils 50 bis 70 Personen. Einmal waren es eher Junge, dann wieder eher die Generation «45 plus». Mit ihrer dritten Veranstaltung unter dem Titel «Cerfeda – Italienische Volksmusik im Stil der Regionen Salento und Neapel» aber treffen die Organisatoren am vergangenen Mittwoch den Geschmack aller. Ja, sie trauen ihren Augen nicht, als weit über 100 Zuhörer jeden Alters in den Laden strömen. Antonio Cerfeda – er gibt dem Quartett seinen Namen – ist einer von denen, die in unser Land einreisten und unsere Esskultur um Köstlichkeiten wie Minestrone, Pizza, Lasagne oder Spaghetti bereicherten. «Hier im Brockenhaus ist es mir wohl, weil sie da zu Leuten schauen, die Schwierigkeiten mit der Arbeit haben», sagt Cerfeda. Er ist der Sänger des Quartetts. Von ihm stammen die bald melancholischen, bald fröhlich malerischen Texte der Lieder.

Cerfeda hat eine eigene, unverwechselbare Literaturgattung kreiert. Etwa, indem er seine Klage über die Ohnmacht der Menschen gegenüber der Mafia, in der Heimat Salento, vorbringt und damit den Zuhörern Hühnerhaut beschert. Wie die drei Musiker – Pascal Galeone, Pino Masullo und Urs Kummer – Cerfedas Poesie mit beissend stechenden Tönen der Pizzica oder schnellen Rhythmen der Tarantella untermalen, mitsingend gestalten, ist grosse Kunst. Dass zu diesem Konzert – das wie alle gratis ist – auch noch Minestrone und Vino im Boccalino genossen werden kann, macht den Abend perfekt.

Viel Lob für ungewöhnliche Idee

So viel Italianità blüht im Brockenhaus so richtig auf. Dies belegen begeisterte Aussagen. Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger meint: «Eine ausgezeichnete Idee, die ich sehr gerne unterstütze.» Der frühere grüne Politiker Josef Blättler sagt: «Einfach gut, dass eine Institution wie Job-Vision auf diese Weise zum Publikum geht.» Und Marianne Achermann, frühere Chäslager-Präsidentin, ergänzt: «Dies ist wirklich ein sympathischer Ort für einen solchen Event.» Auch die KV-Angestellte Astrid Niederberger – sie hat bei Job-Vision selber einmal Arbeit auf Zeit gefunden – ist wieder hergekommen. Ihr Urteil: «Die Stimmung hier war immer schon gut. Mit solchen Konzerten und typisch italienischem Essen für so wenig Geld wird sie sogar noch besser!»

Hinweis

Die nächste Veranstaltung im ­«Brockähuis»: «2tGEIST» – Mandy ­Oberle und Heimo Schneider mit «Austropop, Rock & more». 21. Juni, 18.30 Uhr.

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