Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STANS: Kollegischüler werden zu «Tatort»-Stars

Der «Tatort» war zu Gast im Kollegi. Schüler durften als Statisten mit­wirken. Einen besonderen Auftritt hatte der Prorektor.
Das Kollegi diente als Drehort für den «Tatort» – sowohl für Innen- wie für Aussenaufnahmen. (Bild: PD)

Das Kollegi diente als Drehort für den «Tatort» – sowohl für Innen- wie für Aussenaufnahmen. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Eine junge Frau, Schülerin eines Eliteinternats, wird nachts auf einer Landstrasse von einem Lastwagen erfasst. So beginnt der Schweizer «Tatort» mit dem Titel «Kleine Prinzen», der voraussichtlich im kommenden Frühling ausgestrahlt wird. Gedreht wurde auch im Stanser Kollegi. Während dreier Tage, vom 9. bis 11. Juni, nahmen die «Tatort»-Macher die Gebäulichkeiten in Beschlag. Wie kam das Kollegi zu dieser Ehre? «Die Macher suchten ein Gebäude, das ein Elite-Internat repräsentieren kann und sich gut für Aussenaufnahmen eignet», erklärte Rektor Patrik Eigenmann. Das Kollegi in Schwyz mit seiner Kirche beispielsweise sei nicht in Frage gekommen, weil christliche Wahrzeichen sich für die Darstellung eines internationalen Internats nicht eigneten.

Als er das Okay des Bildungsdirektors Res Schmid einholte, habe dieser keine Sekunde mit der Bewilligung gezögert und euphorisch nach dem Ausstrahlungsdatum gefragt.

Rektor musste Büro räumen

Und so wurde das Schulhaus an der Mürg also zum Drehort des Sonntagabend-Kultkrimis. Dafür musste Patrik Eigenmann gar seinen Arbeitsplatz zügeln, weil in einer Szene Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) die Internatsdirektorin in «ihrem» Büro befragt. Für den Dreh im Schulzimmer sorgte eine «richtige» Schulklasse für die passende Atmosphäre. 65 weitere Schüler spielten auf den Gängen und dem Schulhausplatz sozusagen sich selber, in Form von Komparsen, als Hintergrundfiguren ohne Sprechrolle.

Doch nicht jeder bekam eine Rolle. Einerseits kamen nur Schüler der ältesten drei Jahrgänge, also der vierten, fünften und sechsten Klasse, in Frage, um auch altersmässig dem fiktiven Internat gerecht zu werden. Und hier wurde streng selektioniert. «Da es in diesem ‹Tatort› um ein Elite-Internat geht, wählten wir passenderweise die vier besten Schüler eines jeden Jahrgangs für den Statistenauftritt aus», so Patrik Eigenmann.

Auch Lehrer kamen zum Handkuss. So wurden für eine Szene in einem Chemielabor zwei Lehrer gecastet, darunter auch Prorektor Christoph Gyr, für den spontan gar eine eigene Minirolle als Spurensicherer geschrieben wurde.

Professionelle Zusammenarbeit

Bei Patrik Eigenmann, der sich selber als «Tatort»-Fan bezeichnet, hinterliess das Abenteuer einen bleibenden Eindruck – nicht nur wegen der eigentlichen Drehs, sondern auch in technischer Hinsicht. «Fast armdicke Stromkabel wurden durchs ganze Schulhaus verlegt. Riesige Scheinwerfer sorgten als künstliche Sonne für natürliche Lichtverhältnisse.» Gefordert war im Vorfeld auch der Hauswart, der sicherstellen musste, dass das Stromnetz den Anforderungen genügte.

Die Zusammenarbeit mit der Filmcrew habe vorbildlich geklappt. Besonders diese Anekdote blieb ihm in Erinnerung: «Bevor die Crew die rund dreissig Kisten Bücher und Ordner von meinem Regal entfernte, weil sie sich farblich nicht für die Aufnahmen eigneten, fotografierte sie das Regal und räumte es nach dem Dreh haargenau wieder ein, wie sie es vorgefunden hatte», erzählte er. «Überhaupt beeindruckte mich die hochprofessionelle Arbeit, die sie unter extrem engen Zeitvorgaben leisteten.»

Aufnahmen nach Maturaprüfung

Dank der guten Absprache habe man die Aufnahmen und den Schulbetrieb problemlos unter einen Hut bringen können. Nicht selbstverständlich in dieser speziellen Zeit des Schuljahres. Am dritten und letzten Drehtag starteten bereits die mündlichen Maturaprüfungen. «Wir konnten ausbedingen, dass erst nach Prüfungsschluss gedreht wurde.»

Begeistert vom «Tatort»-Erlebnis hätten sich auch die Schüler gezeigt. «Sie fanden es spannend, Dreharbeiten hautnah zu erleben, erfuhren, wie viel Arbeit hinter einer Szene steckt, wie viele Anläufe manchmal nötig sind, bis die Szene sitzt.» Der Zeitpunkt des «Tatort»-Drehs sei für die eine Klasse, die im Film als Ganzes auftritt, goldrichtig gewesen, weil sie sich mit Medien im Unterricht auseinandergesetzt habe.

Noch habe man keine Sekunde der Aufnahme sehen können. Rektor Patrik Eigenmann kann sich vorstellen, die Premiere zusammen mit den Schülern gemeinsam anzusehen – um so in Erinnerungen an ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis zu schwelgen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.