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STANS: Legendäre Austrinket im LSE-Buffet: 20-jährige Wirte-Ära zu Ende

An der Austrinket im LSE-Buffet ging es am Samstag zu und her wie im «hölzigen Himmel». Trotz ausgelassener Stimmung kam auch etwas Wehmut auf.
Kurt Liembd
Walter und Trudy Amstutz vor der «Gedenkwand» im LSE-Buffet. (Bild: Kurt Liembd)

Walter und Trudy Amstutz vor der «Gedenkwand» im LSE-Buffet. (Bild: Kurt Liembd)

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Der letzte Samstag war ein spezieller Tag im Leben von Walter Amstutz (70) und seiner Frau Trudy (71), denn es war ihr letzter Tag als Wirtsleute im legendären LSE-Buffet. Nach 20 Jahren verabschiedeten sie sich von ihren Gästen. Unzählige Stammgäste erwiesen dem beliebten Wirtepaar die Ehre und trauerten einem Ort nach, der für viele fast wie ein zweites Zuhause war. Entsprechend ging es am Samstag den ganzen Tag hoch zu und her. Schon morgens früh spielte Schwyzerörgeler «Röbeli» alias Robert Lindegger am Stammtisch und verbreitete gute Stimmung. Der Stammtisch sang gleich mit zu Melodien wie «Auf Wiedersehn ...».

Berührende Sprüche im Gästebuch

An den Wänden hiess es in grossen Lettern: «Lieber Walti, danke für 20 Jahre LSE», versehen mit zahlreichen Unterschriften von Stammgästen. Wieder andere schrieben berührende Sprüche ins Gästebuch wie: «Wir werden Euch vermissen», «LSE for Ever» oder «Herzlichen Dank für die tolle Gastfreundschaft». Und im Internet schrieb die Stanserin Marlene Zelger, dass sogar ihr Pudel Sascha das LSE-Buffet ­vermissen werde. Denn immer, wenn sie dort vorbeispaziere, mache der Hund keinen Schritt mehr und wolle immer in die Beiz. Denn dort erhalte er jedes Mal vom Chef Hundeguetzli, was er natürlich wisse. Wieder an­dere Stammgäste brachten gar Abschiedsgeschenke mit wie etwa ein junges Apfelbäumchen.

Je länger der Samstag dauerte, umso ausgelassener wurde die Stimmung. Schon am späten Nachmittag spielte die Gruppe «Hans Ueli Ammann mit Band», während Toni von Matt (58), bekannt als «Risotto-Toni», sein berühmtes Steinpilz-Risotto zubereitete, natürlich offeriert vom Hause. Wie viele Portionen gegessen wurden, weiss keiner so genau. Um 22.30 Uhr war der ganze Risotto weg und alle Gäste satt. Umso ausgelassener wurde anschliessend das Flüssige konsumiert. Es wurde getanzt, gesungen und natürlich geraucht, was das Zeug hält. Denn es war ja auch der letzte Abend, an dem im LSE geraucht werden durfte. In Zukunft soll das Lokal auf Wunsch der Gemeinde, welche Eigentümerin ist, rauchfrei sein.

Auch ein Bundesrat war zu Gast

Walter Amstutz war erst der dritte Pächter in der 53-jährigen Geschichte des LSE-Buffets. «Es waren 20 wunderbare Jahre», blickt er mit etwas Wehmut zurück. Fast im gleichen Atemzug sagt er andererseits: «Ich freue mich auf meine Pensionierung.» Viele schöne Momente habe er in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebt. Besonders gefreut habe ihn, dass im LSE Leute jeglicher Couleur einkehrten – Büezer, Beamte, Politiker, Chauffeure, Handwerker, Junge wie Alte, Einheimische wie Touristen. Sogar Bundesrat Moritz Leuenberger sei schon im LSE abgestiegen und habe in der Gartenwirtschaft ein kühles Bier getrunken, erinnert sich Amstutz. Auf die Frage, was er als Pensionär vorhabe, kommt er ins Schwärmen. Und zwar von seinem Ford Fairlane, einem Old­timer mit Jahrgang 1968 – ein Original aus den USA. Mit diesem Bijou will er in Zukunft vermehrt ausfahren und mehr Zeit haben für sich und seine Frau.

Inzwischen war es bereits weit nach Mitternacht, und die Stimmung wurde zunehmend ausgelassener. Und immer noch strömten neue Leute ins kleine LSE, auch Junge, die gerade auf dem Heimweg von den Musik­tagen waren. Einzig eine Vertretung des Stanser Gemeinderates vermisste Walter Amstutz an diesem denkwürdigen Abschiedsfest. Denn die Gemeinde ist Eigentümerin des LSE-Buffets und somit seit 20 Jahren seine Vermieterin. Auch habe ihm die Gemeinde bis heute nicht einmal mitgeteilt, wer sein Nachfolger als Pächter sein wird. Das war aber auch der einzige kleine Wermutstropfen für Walter Amstutz an diesem Abend. Er lachte und genoss das Fest weiter in vollen Zügen mit seinen Gästen.

Die Gäste feierten ein letztes Mal in dem Lokal im Bahnhof Stans. (Bild: Kurt Liembd)

Die Gäste feierten ein letztes Mal in dem Lokal im Bahnhof Stans. (Bild: Kurt Liembd)

Für musikalische Unterhaltung ist beim Abschied gesorgt. (Bild: Kurt Liembd)

Für musikalische Unterhaltung ist beim Abschied gesorgt. (Bild: Kurt Liembd)

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