STANS: Märkte sollen keine Festmeile werden

Ein Marktreglement soll dafür sorgen, dass die Frühlings- und Herbstmärkte Warenmärkte bleiben. Die Gemeindeversammlung befasst sich zudem mit einem Trennsystem an der Nägeligasse und mit einer Erhöhung der Kita-Tarife.

Philipp Unterschütz
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Der Stanser Markt zieht jeweils viel Publikum an. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 13. April 2016))

Der Stanser Markt zieht jeweils viel Publikum an. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 13. April 2016))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Die Stanser dürfen an ihrer Gemeindeversammlung von morgen nicht nur über einen beneidenswert guten Rechnungsabschluss 2016 befinden, der mit einem Plus von 3,5 Millionen Franken satte 4 Millionen besser als budgetiert abschliesst (Ausgabe vom 5. Mai). In weiteren Traktanden geht es auch um die Investition von grösseren Summen.

Gut 1,7 Millionen für Nägeligasse West

So haben sich die Stimmberechtigten mit Anträgen des Gemeinderates für Projekt- und Kreditbewilligungen für die Einführung des Trennsystems Nägeligasse West (Strassensanierung, Ersatz der Trinkwasserleitung, Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung und Ersatz der Gewölbekonstruktion Unterführung Stanserhornbahn) zu befassen. Gesamthaft kosten die fünf Vorhaben gut 1,7 Millionen Franken. Sie werden zwar in einem Traktandum vorgelegt, über jedes wird aber einzeln abgestimmt. «Diese Teile sind sehr stark verzahnt und sollten sinnvollerweise miteinander umgesetzt werden. Weil sie aber verschiedene Rechnungen betreffen oder über Anschlussbeiträge und Gebühren spezialfinanziert sind, werden sie einzeln zur Abstimmung vorgelegt», erklärt Gemeindepräsident Gregor Schwander auf Anfrage.

Das eidgenössische Gewässerschutzgesetz verbietet es, ­unverschmutztes Regen- und Sickerwasser in die Schmutzwasserkanalisation einzuleiten. Dies ist im westlichen Bereich der Nägeligasse aber noch der Fall, wo im Mischwassersystem entwässert wird. Das Projekt sieht deshalb vor, analog dem Projekt ­Knirigasse/Nägeligasse Ost/St.-Klara-Rain von 2015/16 das unverschmutzte Regenwasser mit einer neuen Leitung zu sammeln und unterirdisch versickern zu lassen. Die Kosten dieses teuersten Projektteils belaufen sich auf 780000 Franken. Weil die lokalen Pflästerungen, Randabschlüsse und Belagsflächen des Strassenabschnitts vom Kreisel Karliplatz bis zur Unterführung Stanserhornbahn in schlechtem Zustand sind, müssen sie erneuert und die Kieskofferung teilweise ersetzt werden.

Gleichzeitig soll aus Altersgründen die Trinkwasserleitung wegen des Risikos von Rohrbrüchen erneuert werden, und auch die Beleuchtung entspricht nicht mehr den heutigen Vorgaben, sodass sie durch eine LED-Beleuchtung ersetzt wird.

Und schliesslich soll die bestehende Gewölbekonstruktion der Unterführung Stanserhornbahn komplett erneuert werden. Die bestehende Konstruktion von 1891 reicht für die heutigen Verkehrslasten nicht mehr aus, sodass seit Frühling 2016 bereits ein schmaler Abschnitt für den Verkehr gesperrt ist. Die Stanserhornbahn ist mit 20 Prozent an diesen Kosten beteiligt.

Marktreglement für Frühlings- und Herbstmarkt

Schliesslich legt der Gemeinderat ein Reglement über die Durchführung des Stanser Frühlings- und Herbstmarktes vor. Stans hat bisher noch kein solches, obwohl man das nach einem entsprechenden Entscheid des Nidwaldner Landrats seit 2005 hätte erlassen können und es auch schon lange auf der Pendenzenliste der Gemeinde stand. Es habe sich in den letzten Jahren ein klarer Trend zu immer mehr Anfragen für Festwirtschaften gezeigt, erklärt Gregor Schwander. «Wir möchten aber nicht, dass jeder seine eigene Beiz führt. Die Frühlings- und Herbstmärkte sollen Warenmärkte bleiben.» Priorität für einen Marktstand hätten zuerst die professionellen Marktfahrer, dann das einheimische Gewerbe. Mit dem Marktreglement gibt sich die Gemeinde eine Grundlage für klare Strukturen, Zuständigkeiten und Sanktionsmöglichkeiten. Die Erfahrungen, welche man in der Vergangenheit gemacht habe, seien im vorliegenden Reglement berücksichtigt, heisst es in der Botschaft an die Stimmbürger.

Eltern sollen mehr für Kinderbetreuung zahlen

Die Kindertagesstätte Stans (Kita) erfreut sich grosser Beliebtheit. Die Zahl der Betreuungshalbtage ist von 2012 bis 2016 von knapp 4300 auf gut 6600 gestiegen. Die Elternbeiträge wurden 2009 festgelegt und seither nicht angepasst. Mittlerweile kann das geltende Kostendach von 60000 Franken nicht mehr eingehalten werden, sodass die Tarifstruktur angepasst werden muss. Die Tarife für die verschiedenen Einkommensstufen sollen deshalb um 20 bis 50 Prozent angehoben werden. Die Gemeinde schreibt zudem in der Botschaft zur Gemeindeversammlung, es sei das Ziel, dass künftig das Kostendach wieder eingehalten werde.

Befinden können die Stimmberechtigten schliesslich noch über eine Anpassung des Entschädigungsreglements für die Teilnahme an Sitzungen von Gemeinderat, Kommissionen und Projektgruppen sowie über einen Vertrag mit der Gemeinde Dallenwil. Danach würde das Gemeindesteueramt Stans über 1100 Dossiers von unselbstständig erwerbenden Steuerpflichtigen aus Dallenwil bearbeiten und dafür pro Veranlagung mit 85 Franken entschädigt.

Schlussendlich muss auch Stans wie heute die Nachbargemeinde Stansstad (wir berichteten) über die weitere Mitfinanzierung der Postautoverbindung zwischen den beiden Gemeinden abstimmen.

Hinweis

Gemeindeversammlung Stans: Morgen Mittwoch, 31. Mai, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Turmatt.