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STANS: Mandala-Weg mit 24 «Helgästeckli»

Die Heilpädagogische Schule Nidwalden hat mit Kindern und Jugendlichen Mandalas gemalt. Seit kurzem nun animieren diese als farbige «Helgästeckli» am Bruder-Klausen-Weg zum Nachdenken.
Zwei Lehrer setzen mit Schülern der Heilpädagogischen Schule Nidwalden selber gemalte Mandalas in Ennetmoos am Bruder-Klausen-Weg. (Bild: Romano Cuonz (27. März 2017))

Zwei Lehrer setzen mit Schülern der Heilpädagogischen Schule Nidwalden selber gemalte Mandalas in Ennetmoos am Bruder-Klausen-Weg. (Bild: Romano Cuonz (27. März 2017))

Romano Cuonz
redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Alois Durrer ist ein kräftiger Mann mit schwarzem Vollbart. Wie ein Strassenarbeiter trägt er eine leuchtend gelbe Jacke und orangefarbene Hosen. Wenn er jetzt den drei Jugendlichen und ihren Lehrpersonen beim Rammen von Pfählen ins Erdreich und beim Einfügen grosser Mandala-Bildtafeln in die «Helgästeckli» zur Hand geht, ist er ganz der Fachmann aus der Werkstatt. Mit der Wasserwaage prüft er haargenau, ob auch wirklich alles stimmt. Man würde es wohl kaum ahnen, wüsste man es nicht: Alois Durrer hat seit seiner Jugend eine Beeinträchtigung. Genau wie die 17-jährigen Jugendlichen Maurizio Mock, Dominik von Deschwanden und Carmen von Matt, die ihm bei dieser Arbeit helfen. Es lohnt sich, auch einen zweiten und dritten Blick auf das Kunstwerk zu werfen, das sie da am Bruderklausenweg (er ist auch Teil des Jakobsweges) zwischen Stans und Flüeli-Ranft platzieren. Ein wundervoll gestaltetes Lebensrad – ein Mandala eben – mit allen Farben des Regenbogens ist es.

Maurizio Mock sagt voll Stolz: «Ich habe auch ein Mandala gemalt, es ist spannend, wenn wir unsere Bilder auf dem Weg aufstellen, ich mache diese Arbeit gerne.» Im Ganzen stellt der kleine Arbeitstrupp der Heilpädagogischen Schule Nidwalden (HPS) an diesem schönen Tag 24 solch schöne «Helgästeckli» auf. Vor einem alten Bauernhaus, im Wald, in St. Jakob oder St. Niklausen. Beim Flüeli-Ranft soll dann gar ein Gesamtbild «Mandalagarten» als gemeinsame Installation des Bildungsklubs Insieme und der Heilpädagogischen Schule Nidwalden entstehen.

Ein Projekt, das allen Mitwirkenden guttut

Auch die beiden andern Kinder mit Handicaps sind hell begeistert. Carmen von Matt sagt: «Mein Mandala ist gleich das erste bei der Stanser Kirche, ich habe es mit Farbstiften gemalt.» Und Dominik von Deschwanden schwärmt: «Ich helfe gerne mit, wenn wir jetzt die Pfosten in den Boden hämmern, ich finde das eine schöne Arbeit, wir sind ein gutes Team.»

Auch die beiden Lehrpersonen, welche die Schüler begleiten, sind vom Projekt «Helgästeckli» sehr angetan. René Durrer (Fachlehrer für Bildnerisches Gestalten an der HPS) sagt: «Für unsere Schüler ist es unter Umständen einfacher, sich in dieser bildnerisch meditativen Sprache auszudrücken als in der verbalen.» Und Klassenlehrer Hannes Bühler meint: «Es ist eine schöne und sinnvolle Arbeit, mit Jugendlichen, die in der Berufsfindung stehen, diese Tafeln in der Landschaft aufzustellen.»
Wie ist es überhaupt zu «Mein Lebensrad – Mein Mandala» als Mitmachprojekt von «Mehr Ranft» gekommen? Cécile Wyrsch, Schulleiterin der HPS, sagt es so: «Wir haben für unsere 5- bis 18-jährigen Schüler Kunst als zentrales Jahresthema gesetzt.» Als Insieme angefragt habe, ob die HPS sich an ihrem Projekt beteiligen wolle, sei man gerne dazu bereit gewesen. «Die grosse Neugier und Offenheit, Bruder Klaus kennen zu lernen und später mit seinem Meditationsrad kreativ zu experimentieren, war ein Gewinn für un-sere Schüler», freut sich Cécile Wyrsch. Kinder und Jugendliche hätten so ihre Gefühle, Freuden und Leiden ausdrücken können. Auch für Anna Wolfisberg vom Bildungsklub Insieme, ist das Projekt ein Glanzlicht. «Indem Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung zusammenarbeiten, erreichen wir sehr gut Integration, was eines unserer Hauptziele ist.»

Mandala Ausstellung

Bildteppich «Das Jubiläumsjahr 600 Jahre Niklaus von Flüe gab den Anstoss, ein aussergewöhnliches Kunstprojekt mit Menschen mit Beeinträchtigung auf die Beine zu stellen», sagt die Buochser Künstlerin Angelika Fuchs. In enger Zusammenarbeit mit dem Bildungsklub insieme (Leitung Anna Wolfisberg) hat sie an drei Kurstagen das berühmte Meditationsrad von Bruder Klaus in den Mittelpunkt einer kreativen Meditation gestellt.

Was den zwölf erwachsenen Teilnehmern vorerst wie ein Rätsel erschien, inspirierte und packte sie mehr und mehr. Mit der Farbe Gelb wurde das Licht eingefangen. Blau animierte zur Darstellung des Wassers. Regenbogenfarben flossen schliesslich ineinander. «Alle haben sehr intensiv und konzentriert gearbeitet», lobt Angelika Fuchs. Am zweiten Kurstag wurde gemalt, gespachtelt, gestempelt oder geschnitten: Es entstanden viele ausdrucksstarke Einzelbilder. Am Schluss traf man eine Auswahl und montierte die Mandalas auf eine grundierte Leinwand. Entstanden ist schliesslich ein prächtiger Bildteppich, der dem Publikum im Stanser «Engel»-Saal vom 13. April bis zum 30. September in einer Ausstellung gezeigt wird. (cuo)

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