STANS: Milder Winter und Trockenheit beschleunigen Arbeiten

Der Rohbau ist fertig, der Einbau der Technik hat begonnen – mit rund einem Monat Vorsprung. Bei der Sanierung der Kläranlage Rotzwinkel läufts rund.

Philipp Unterschütz
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Walter Odermatt, Präsident der Baukommission (links), und Betriebsleiter Eugen Achermann auf dem neuen Betriebsgebäude. (Bild Corinne Glanzmann)

Walter Odermatt, Präsident der Baukommission (links), und Betriebsleiter Eugen Achermann auf dem neuen Betriebsgebäude. (Bild Corinne Glanzmann)

Philipp Unterschütz

«Anfänglich hatten wir noch Befürchtungen, dass der enge Terminplan nicht eingehalten werden kann», sagt Eugen Achermann, Betriebsleiter der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Rotzwinkel. Doch die dritte und grösste Sanierungsetappe der in die Jahre gekommenen Anlage für rund 14 Millionen Franken kam bisher bestens voran. Der milde Winter und der tiefe Grundwasserspiegel im letzten Jahr waren von Vorteil, zudem habe die Baufirma sehr gut gearbeitet. Der Rohbau des Betriebsgebäudes mit drei Becken, sogenannten Reaktoren, ist fertig. Einen Monat vor dem Terminplan und unfallfrei. Auch auf der Kostenseite darf man mehr als zufrieden sein. «Bis jetzt liegen wir rund 1 Million Franken unter dem Budget. Ich wage die Prognose, dass die erwarteten Endkosten um bis 1,5 Millionen unterschritten werden», freut sich Walter Odermatt, Vorstandsmitglied im Abwasserverband und Präsident der Baukommission.

Verfahren braucht mehr Zeit

Die Betonarbeiten beim Rohbau der drei neuen Biologiebecken waren anspruchsvoll. Für die rund 8 Meter hohen und 50 Zentimeter dicken Wände, die erhöhten Ansprüchen genügen müssen, wurden 3000 Kubikmeter Beton verbaut. Die drei Reaktoren haben zusammen eine Kapazität von 10 800 Kubikmetern (je 3600 pro Becken). Diese massiv höhere Kapazität, bisher hatte man beispielsweise für die Stufe Biologie 1200 Kubikmeter zur Verfügung, ergibt sich aus dem anderen Verfahren in der neuen Anlage. Wurde bisher das Abwasser im Durchlaufverfahren gereinigt, erfolgen neu alle biologischen Reinigungsprozesse abwechslungsweise in einem der drei neu erstellten Becken. «Ausserdem kommt in der neuen Anlage die Stickstoffelimination dazu, was ebenfalls mehr Volumen nötig macht. Die Bakterien brauchen nämlich mehr Zeit, um den Stickstoff zu eliminieren», erklärt Eugen Achermann.

Wenn die Anlage im November in Betrieb geht, wird sie zu 80 Prozent ausgelastet sein. «Die verbleibenden 20 Prozent dürften angesichts der pro­gnos­tizierten Zunahme an Abwasser für mindestens 20 Jahre genügen», schätzt Walter Odermatt. Die ARA Rotzwinkel reinigt das Abwasser der Verbandsgemeinden Stans, Dallenwil, Ennetmoos, Oberdorf, Stansstad und Wolfenschiessen, welche sich der Einwohnerzahl entsprechend an den Kosten beteiligen.

Rotzwinkel ist Massanfertigung

«Wir haben jetzt die Karosserie, nun sind wir am Einbau des Motors, des Getriebes und der elektrischen An­lagen», vergleicht Betriebsleiter Achermann den Arbeitsstand mit einem Autobau. Bereits installiert wurden beispielsweise Messflosse. Bis im September folgen die Montage der Verfahrenstechnik, der Lüftung und der Elektroinstallationen. Der Zeitvorsprung von einem Monat wird sich angesichts der komplexen, massgeschneiderten Anlage aber nicht auf den Eröffnungstermin auswirken.

Man hat jetzt zwar etwas mehr Zeit für die Zwischenarbeiten, aber die benötigten Anlagen und Teile werden gemäss Terminplan produziert und angeliefert. Beispielsweise ist jede Krümmung in den bereits angelieferten Wasserrohren speziell für die Anlage im Rotzwinkel massgefertigt. «Es gibt keine Abwasserreinigungsanlagen ab Stange, jede ist anders», sagt Achermann, der sich auf die Inbetriebnahme freut.

Im Probebetrieb, der im November 2016 losgeht und von den Planern der Anlage begleitet wird, seien zwar sicher auch Kinderkrankheiten zu überwinden. «Aber es wird spannend, die Anlage so zu optimieren, dass bei möglichst tiefen Energiekosten sauberes Wasser in bester Qualität produziert wird.»

Geheimnis noch nicht gelüftet

Auch optisch macht sich das Betriebsgebäude gut. Die Fassade wurde farbig gestaltet mit Aluminium und dient zugleich als Geländer der Becken.

Auf die Eröffnung hin ist zudem auch eine Aufwertung der Fassade des Hauptgebäudes der ARA Rotzwinkel geplant. «Es wird eine neue Beschriftung und ein gemaltes Bild geben, das wohl um die 20 Quadratmeter gross sein wird.» Mehr will Walter Odermatt zur Kunst am Bau noch nicht verraten.

Es müsse im Vorstand zuerst noch über das Sujet, die Masse und die genaue Platzierung entschieden werden. Das Bild solle aber im September fertig sein.