STANS: Mondobiotech: Viel Kritik – und Unterstützung

Vom Kloster in Stans aus sucht die Firma Mondobiotech nach Komponenten für Medikamente gegen seltene Krankheiten. Seit dem Gang an die Börse hagelt es jedoch massenweise Kritik.

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Mondobiotech-CEO Fabio Cavalli in den Räumlichkeiten des Kapuzinerklosters in Stans. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Mondobiotech-CEO Fabio Cavalli in den Räumlichkeiten des Kapuzinerklosters in Stans. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

In die Negativschlagzeilen geriet Mondobiotech zum einen aufgrund des gigantisch wirkenden Börsenwerts von 2,5 Mia. Franken am Ende des ersten Tages des Börsengangs Ende August. Gemäss einem in der «SonntagsZeitung» zitierten, anonym bleibenden «Pharma-Analysten» eine «Lachnummer» und klar überbewertet für eine so kleine Firma. Zum anderen wurde bemängelt, dass die Firma zu wenig Transparenz geboten und nur die nötigsten Informationen veröffentlicht hätte. 

Verschwenderische Praxis behauptet
Doch damit nicht genug: Vom «grandiosen Gebaren einer defizitären Firma» ist in der «Sonntagszeitung» die Rede. Die kumulierten Verluste hätten sich Ende Juni auf über 27 Mio. Franken belaufen, und im ersten Halbjahr 2009 sei bei einem Umsatz von 7,9 Mio. ein Verlust von 3,9 Mio. Franken geschrieben worden. CEO Fabio Cavalli verdiene mehr als ein Bundesrat und habe sich zwei Privatflugzeuge angeschafft. Mondobiotech trete als Sponsor von sportlichen Grossanlässen auf und lasse sich seine Immobilien und den Umbau des Klosters Stans einiges – Subtext: zu viel – kosten.

«Wir haben grosses Potenzial»
Cavalli wiegelt in einem auf «Tagesanzeiger.ch» publizierten Interview ab: Es sei sehr unfair, über Dinge zu schreiben, «die nicht genau geprüft wurden». So nenne er beispielsweise nur einen PC 12 sein eigen – «ein billiges Modell». Und das Kloster sei eine «gute Investition in Sachen Immobilien». Für die Projektierung des  Umbaus in Stans , für den Stararchitekt Norman Forster verpflichtet wurde, hätte ein «Luzerner Büro» das Fünffache verlangt. Auch verdiene er netto längst nicht so viel wie von der «Sonntagszeitung» angegeben – nämlich «nur» 180'000 Franken. Und ja: Verluste werde man auch noch in den nächsten fünf bis sechs Jahren schreiben, «wir investieren alles verdiente Geld in die Forschung». Doch die Unterstützung der Investoren sei gesichert. Auch sei sein Unternehmen an der Börse keineswegs überbewertet – «wir haben grosses Potenzial».

Support vom Volkswirtschaftsdirektor
Wie auch immer: Der Nidwaldner Volkswirtschaftsdirektor hält dem Unternehmen die Stange: «Ich erlebe Fabio Cavalli als angenehme Persönlichkeit, die eher bescheiden lebt und viel arbeitet», sagte er gegenüber dem «DRS Regionaljournal Zentralschweiz» . «Deshalb habe ich keinen Grund, etwas anzuzweifeln» – schliesslich habe die Firma bislang alle Versprechen gehalten, die es dem Kanton gegeben habe. Und: «Für die Gestaltung des Geschäftgangs ist allein das Unternehmen verantwortlich.»

scd

«Eco»-Beitrag über Mondobiotech vom Februar 2009: