STANS: Multimillionen-Projekt entpuppt sich als Scherz

Kandidaten des Kleinen Rates erlaubten sich mit «Stans am See» einen Jux. Teilweise erkannten Besucher des «Spatenstichs» erst vor Ort den Jux.

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Christian Huser (von links), Stefan Flury, Philippe Sollberger, Rochus Stöckli und Marcel Jann haben sich mit ihrem Scherz «Stans am See» erfolgreich um eine Mitgliedschaft im Kleinen Rat beworben. (Bild Urs Rüttimann/Neue NZ)

Christian Huser (von links), Stefan Flury, Philippe Sollberger, Rochus Stöckli und Marcel Jann haben sich mit ihrem Scherz «Stans am See» erfolgreich um eine Mitgliedschaft im Kleinen Rat beworben. (Bild Urs Rüttimann/Neue NZ)

Der Kanton Nidwalden wird um eine See-Gemeinde reicher», ist am Mittwoch im «Unterwaldner» angekündigt worden. Und geheimnisvoll stand geschrieben: «Nachdem das Projekt ?Offenlegung Stanser Dorfbach? nicht realisiert werden konnte, hat sich ein Initiativ-Komitee einer neuen Vision verschrieben. Ganz nach dem Motto ?Bach ab – See her?.» Das Foto eines lauschigen Sees auf der Turmatt-Liegenschaft am Rande des Dorfs Stans wurde gleich mitgeliefert, sollte doch möglichst viel Vorfreude am Projekt aufkommen. Unter dem Titel «Stans am See» wurde dann samstags zu einem Spatenstich mit Hafenkneipe, Entenfischen und Information vor Ort eingeladen. Täuschend ähnlich war dazu das Logo von der Stanserhorn-Bahn benutzt worden.

Mit Beach-Party-Zone
Von Neugier getrieben, schlenderten am Samstagnachmittag die ersten Stanserinnen und Stanser auf die Liegenschaft Turmatt, wo ein Bagger, eine Festwirtschaft und ein gelbes Gumpi-Schloss für die Kinder bereitstanden. Auf Plakaten an einer Holzbeige wurden die Besucher detailliert in die Baupläne eingeweiht. Ein öffentliches Strandbad, eine Beach-Party-Zone, ein Blumenpark «Stansau», eine Schwebebahn – von Plakat zu Plakat wurde immer dreister aufgetischt. Spätestens jetzt begann es auch den gutgläubigen Besuchern zu dämmern, dass sie auf einen Jux hereingefallen waren. «Ist hier ein Multi-Millionen-Dollar-Investor am Werk? Nein! Es ist der Kleine Rat», löste das letzte Plakat schliesslich die Geschichte über «Stans am See» auf.

Ein Dorfgespräch lostreten
Ihre Aufgabe sei es gewesen, mit einem aberwitzigen und doch irgendwie glaubhaften Projekt ein Dorfgespräch loszutreten, um in den Verein Kleiner Rat aufgenommen zu werden, sagt Christian Huser. Zusammen mit Philippe Sollberger, Stefan Flury, Marcel Jann und Rochus Stöckli hat er sich mit dem Projekt «Stans am See» beworben, vollwertiges Mitglied des Kleinen Rates zu werden. Zwei Monate lang hätten sie darüber sinniert, was für einen Scherz sie aushecken könnten, um in den Kleinen Rat aufgenommen zu werden. Die Männer dieses Vereins treffen sich monatlich einmal zu kulturell-geselligen und vor allem humorvoll-witzigen Anlassen.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.