In Stans ist ein 50-Mio-Projekt geplant

Das Alters- und Pflegeheim Nägeligasse in Stans soll fast vollständig neu gebaut werden. Damit will man sich für die Zukunft rüsten.

Kurt Liembd
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So verändert das Siegerprojekt die Landschaft an der Nägeligasse in Stans. (Visualisierung: Studio 12 GmbH, Luzern/PD

So verändert das Siegerprojekt die Landschaft an der Nägeligasse in Stans. (Visualisierung: Studio 12 GmbH, Luzern/PD

«Für Menschen da sein mit Herz und Kompetenz» – so lautet der Slogan der über 50-jährigen Stiftung Alters- und Pflegeheim Nidwalden. «Dieser Idee wollen wir auch in Zukunft nachleben», sagt Stiftungspräsidentin Marianne Blättler. Gemäss dieser Vision soll der grösste Teil der Anlage in den nächsten Jahren vollständig erneuert werden. Das Gesicht der Nägeligasse wird sich in den nächsten Jahren markant ändern.

Aktuell bietet die Anlage 121 Pflegeplätze in vier freistehenden Häusern sowie 20 Alterswohnungen. Beschäftigt werden rund 180 Mitarbeiter. Geplant sind ein Ersatzneubau für die 20 Alterswohnungen im Haus zum Allweg sowie ein Ersatzneubau für die Pflegeabteilungen im Haus an der Gasse Ost und West im Umfang von 72 Pflegebetten. Zudem soll die Demenzabteilung im Haus im Park umstrukturiert und erweitert werden. Die Kapazität des ganzen Areals wird dadurch von heute 121 auf neu 140 Plätze erhöht, verbunden mit mehr Komfort. So soll es zum Beispiel im Neubau nur noch Einzelzimmer geben.

Zukunftsweisend statt «Pflästerlipolitik»

Vorausgegangen ist ein Architekturwettbewerb, zu dem zehn Planer eingeladen worden waren. Als Sieger des anonym durchgeführten Wettbewerbes wurde das Projekt Dianthus des Architekturbüros Lussi + Partner aus Luzern auserkoren. Das Preisgericht setzte sich zusammen aus einem Sachpreisgericht und einem Fachpreisgericht. Zudem wurden Berater und Experten ohne Stimmrecht zugezogen, unter anderem vom Denkmalschutz und aus der Bauökonomie. In Anbetracht der hohen Investitionen von rund 50 Millionen sagt Stiftungsratspräsidentin Marianne Blättler:

«Wir wollen keine Pflästerlipolitik machen, sondern ein Projekt mit Zukunft.»

Das Wohl der Bewohner soll im Zentrum stehen und für den Betrieb sollen effiziente Strukturen geschaffen werden, so Blättler. Für die Finanzierung seien in den letzten Jahren bereits grössere Rückstellungen gemacht worden. Natürlich reichten diese nicht, sodass zusätzlich auf dem Kapitalmarkt noch Gelder aufgenommen werden müssen, erklärt Marianne Blättler.

Demografie spricht klare Sprache

Urs Schaub, Geschäftsführer der Stiftung, zeigt sich vom Projekt ebenfalls voll überzeugt und spricht von einem «Vorzeigeprojekt». Zu den Gründen für die hohen Investitionen verweist er auf die demografische Entwicklung der Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Im Jahre 2016 lebten allein in Nidwalden 2048 Personen, die älter als 80 Jahre alt sind. Im Jahre 2040 werden es geschätzte 5482 Personen sein, was einer Steigerung um rund 170 Prozent in bloss 24 Jahren entspricht.

Von links: Thomas Lussi (Architekt), Urs Schaub (Geschäftsführer) Nägeligasse, Marianne Blättler (Stiftungsratspräsidentin) und Daniele Savi. (Architekt) (Bild: Corinne Glanzmann, Stans, 23. Oktober 2019)

Von links: Thomas Lussi (Architekt), Urs Schaub (Geschäftsführer) Nägeligasse, Marianne Blättler (Stiftungsratspräsidentin) und Daniele Savi. (Architekt) (Bild: Corinne Glanzmann, Stans, 23. Oktober 2019)

«Mit diesem Projekt sind wir für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte gerüstet», so Urs Schaub. Mit dem Baustart rechnet die Stiftung frühestens Anfang 2022. Der Bau erfolgt in mehreren Etappen und die Bauzeit beträgt rund vier Jahre. Laut Urs Schaub bleibt der gesamte Betrieb während der ganzen Bauzeit vollständig aufrechterhalten.

Historisch gut eingebettet im Dorf

Die verantwortlichen Architekten heissen Thomas Lussi und Daniele Savi. «Es ist ein sehr interessanter Auftrag und eine spezielle Herausforderung, weil die Institution in einem historischen Umfeld liegt», sagt Thomas Lussi. In der Tat erhält die Nägeligasse nach dem Umbau ein ganz neues Gesicht. Entsprechend wurde dies vom Preisgericht gewürdigt. So heisst es in dessen Bericht: «Das Projekt besticht durch seine präzise städtebauliche Setzung der drei neuen Gebäude und deren Bezug zueinander. Die Pflegeabteilungen sowie die Wohnungen besitzen funktionale, betrieblich gute Grundrisse.»

Das Projekt ist bis Sonntag, 3. November, in der Gastwirtschaft «zum Briggli» zu den Öffnungszeiten öffentlich ausgestellt. Am Dienstag, 29. Oktober, von 16 bis 17.30 Uhr stehen der Geschäftsführer und die Architekten für Fragen zur Verfügung.