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STANS: Neubauprojekt am Dorfplatz landet wieder bei der Regierung

Die Häuser am Dorfplatz 4 und 5 sind schutzwürdig, befindet das Verwaltungsgericht. Ob eine effektive Unterschutzstellung auch verhältnismässig ist, muss der Regierungsrat nochmals neu beurteilen.
Matthias Piazza
Um diese beiden Häuser am Stanser Dorfplatz (vorne mit Schaltafeln abgedeckt) geht es. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 7. März 2017))

Um diese beiden Häuser am Stanser Dorfplatz (vorne mit Schaltafeln abgedeckt) geht es. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 7. März 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Seit rund drei Jahren zeugen Profilstangen vom Neubauprojekt am Dorfplatz 4 und 5. Doch die beiden abbruchreifen Häuser machen wohl nicht so schnell einem Neubau Platz. Das Nidwaldner Verwaltungsgericht hat die Beschwerde der Nidwaldner, der Innerschweizer sowie der nationalen Sektion des Heimatschutzes (SHS) gutgeheissen. Diese hatten den Entscheid des Regierungsrates angefochten, die beiden Gebäude nicht unter Denkmalschutz zu stellen. Das Gericht bezieht sich dabei auf die Stellungnahme der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD). Demnach ginge durch den Abbruch dieser Häuser ein bauhistorisch wichtiger und bautypologisch einzigartiger Zeuge der baulichen Entwicklung nach dem Dorfbrand von 1713 verloren, heisst es in der 25-seitigen Urteilsbegründung.

Der Eingriff hätte laut Urteil auch die Zerstörung umfangreicher geschützter beziehungsweise schützenswerter Bausubstanz zur Folge. Das innere Ortsbild, bereits durch verschiedene Abbrüche und Auskernungen in Mitleidenschaft gezogen, würde an Authentizität verlieren, ein zeitgemässer Ersatzbau die historisch gewachsene Einheit der Gebäude am Dorfplatz 4 und 5 und deren Bezug zur gebauten Umgebung ausradieren.

Weiter stützt sich das Verwaltungsgericht in seinem Urteil auf eine bauhistorische Beurteilung. Demnach ist das nordseitig am Stanser Dorfplatz gebaute Haus Nummer 4 das einzige übrig gebliebene aus der Phase des Wiederaufbaus nach der verheerenden Brandkatastrophe von 1713. Der Regierungsrat muss nun die Angelegenheit nochmals neu beurteilen beziehungsweise sein Urteil besser dokumentieren und belegen, so die Forderung des Verwaltungsgerichts.

Grundstückbesitzer denken nicht daran aufzugeben

«Das verzögert das Neubauprojekt nun weiter», sagt André Britschgi, der Anwalt von Erich Amstutz und Herbert Würsch, denen die 724 Quadratmeter grosse Parzelle vis-à-vis des Dorfbrunnens gehört. André Britschgi gibt sich zuversichtlich, dass der Regierungsrat in seiner Beurteilung wieder zum selben Schluss kommt, nämlich, dass eine Sanierung unverhältnismässig teuer wäre – insbesondere wegen der Statik, des Brandschutzes und der Erdbebensicherheit.

Auch aufgrund der vielen baulichen Anpassungen und Veränderungen vermöge der Eigenwert der Gebäude eine Unterschutzstellung nicht zu rechtfertigen, argumentierte die Regierung vor zwei Jahren, als sie ihren Entscheid bekanntgab, die Häuser nicht unter Schutz zu stellen. «Die Bauherrschaft hält am Neubauprojekt fest. Eine Sanierung ist kein Thema», hält André Britschgi fest. Nun gelte es abzuwarten.

Baugesuch ist bereits drei Jahre alt

Eigentlich wäre das Gesuch für Abbruch und Neubau bereits im Februar 2014 vorgelegen. Nach der Einsprache des Historischen Vereins Nidwalden (HVN) und des Innerschweizer Heimatschutzes (IHS) beim Gemeinderat Stans, hielt die Kommission für Denkmalpflege am Erhalt der Häuser fest und stimmte dem Abbruchgesuch nicht zu. Auch lehnte die Denkmalpflege das Neubauprojekt wegen fehlender ortsbaulicher Qualitäten ab.

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