Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STANS: Neue Glaubenskräfte entfesselt

Die evangelisch-reformierte Kirche wollte «500 Jahre Reformation» nicht mit einem historischen Anlass feiern. Vielmehr zeigte sie bei einem Volksfest, wie fröhlich, inspirierend und heilsam Glaube noch heute sein kann.
Romano Cuonz
Pfarrer Ulrich Winkler und Pfarrerin Silke Petermann begrüssen ihre Gäste am Rosenburg-Fest, die spirituellen Heiler Beatrice Anderegg und Roman Grüter (von rechts). (Bild: Romano Cuonz (Stans, 9. Juni 2017))

Pfarrer Ulrich Winkler und Pfarrerin Silke Petermann begrüssen ihre Gäste am Rosenburg-Fest, die spirituellen Heiler Beatrice Anderegg und Roman Grüter (von rechts). (Bild: Romano Cuonz (Stans, 9. Juni 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Die Reformation, die Martin Luther und Huldrych Zwingli vor 500 Jahren eingeleitet hatten, war ein Neustart», sagte der reformierte Hergiswiler Pfarrer Ulrich Winkler im Garten der Stanser «Rosenburg» zu rund 250 Gästen. Mit ihr sei der Horizont für Bildung und Entdeckungen erweitert worden. «Genau das wollen wir auch heute wieder machen, hier bei unserem Rosenburg-Fest!» Winkler gehörte zu den Hauptinitianten eines ebenso gelungenen wie fröhlichen Volksfestes, zu dem die evangelisch-reformierte Kirche die ganze Nidwaldner Bevölkerung einlud. Ein offenes Fest sollte es werden, Konfessionsgrenzen sollte es sprengen! Und auch für einen ganz schön frischen kirchlichen Wind sorgen. All dies gelang den Organisatoren tatsächlich.

Zusammen mit reformierten Glaubensbrüdern und -schwestern feierten an diesem schönen Samstagabend zahlreiche Katholiken, Muslime, ja selbst Leute, die sich von der Kirche als Institution längst abgewandt hatten. Auch an Würdenträgern fehlte es nicht: Da begegnete man Klosterfrauen vom St. Klara, angeführt von Frau Mutter Sabine Lustenberger. An andern Tischen konnte man sich ganz ungezwungen mit den Nidwaldner Regierungsmitgliedern Res Schmid, Karin Kayser oder Othmar Filliger unterhalten. Nur etwas war an diesem Volksfest wohltuend anders als üblich. Nicht nur Ehrengäste durften die Köstlichkeiten und den guten Wein, die der ­«Rosenburg»-Wirt Martin Meier ­auftischte, kostenlos geniessen. Nein, für einmal waren alle Anwesenden, ohne jede Einschränkung, Gäste der evangelisch-reformierten Kirche. «Ein Dankeschön an die Nidwaldner und Nidwaldnerinnen», meinte Kirchenratspräsident Wolfgang Gaede. Und die Stanser Pfarrerin Silke Petermann ergänzte: «Vernetzung ist uns ganz wichtig, wissen wir doch genau, dass wir nur gemeinsam etwas verändern, nur miteinander Kraft schöpfen und Visionen haben können.» Niemand solle da ausgegrenzt werden.

Eine besonders heilsame Idee

Man habe reiflich überlegt, welchen Höhepunkt man an einem solchen Fest setzen könnte, erklärte Pfarrer Winkler. Schliesslich habe man sich entschieden, Menschen wieder einmal die versöhnende, heilende und ermutigende Kraft des Glaubens aufzuzeigen. Im Neuen Testament stehe nämlich: «Die glauben, haben die Kraft, Kranken die Hand aufzulegen, dass es ihnen besser geht.» Anders gesagt: Religiöse Kompetenz zeige sich auch in der Fähigkeit, zu heilen. Deshalb brachte man das Publikum mit zwei spirituellen Heilenden in Kontakt: mit dem katholischen Priester Roman Grüter aus Littau und mit Beatrice Anderegg, die in der Offenen Elisabethen-Kirche in Basel Menschen durch Handauflegen und Gespräche hilft. Das Interesse war riesig. «Glaube tut wunderbare Dinge», meinte Pfarrer Winkler, als er dem Publikum seine Gäste vorstellte. Und mit einem leisen Lächeln: «Wenn Menschen in der Kirche Heilung und Versöhnung finden, wird sich deren Kompetenz wohl wieder schlagartig erhöhen!»

Der Heiler Roman Grüter erzählte, wie er von Bischof Felix Gmür als Seelsorger freigestellt worden war. Seine heilenden Kräfte sollten den Menschen zugutekommen. Jedoch, dies beteuerte Grüter immer wieder: «Heilung ist stets Selbstheilung.» Als Heiler besitze er lediglich die Kraft, das Gleichgewicht herzustellen zwischen Kopf und Herz. «Wir erreichen, dass sich Menschen wieder selber wahrnehmen, dass Energien in ihnen ­wieder fliessen.» Auch Beatrice Anderegg betonte: «Ich mache eigentlich nur, was jede Mutter mit einem kranken Kind tut.» Nämlich Menschen seelisch von Herzen die Hände auflegen. Oft würden dann Gespräche Knoten lösen. Oder bildlich: Steine vom Herzen fallen lassen. «Dass ich Leiden lindern kann, betrachte ich als eine Gnade, die mir in die Wiege gelegt worden ist», meinte Beatrice Anderegg. Lebhafter Zuspruch aus dem Publikum – selbst von medizinischen Fachleuten – zeigte, wie da die Nidwaldner Reformierten an ihrem besonderen Kirchenfest ein in der heutigen Zeit heikles – aber gerade deswegen auch versöhnendes – Thema in den Mittelpunkt gestellt hatten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.