Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STANS: Nidwalden geht Energiewende an

Während man in Bundesbern noch über die Energiestrategie 2050 diskutiert, haben ein Dutzend Nidwaldner selbst die Initiative ergriffen und eine Energiegenossenschaft gegründet.
Matthias Piazza
Seit Herbst 2013 in Betrieb: die Solaranlage auf dem Dach der Turnhalle in Buochs. Bild: PD

Seit Herbst 2013 in Betrieb: die Solaranlage auf dem Dach der Turnhalle in Buochs. Bild: PD

Energiewende, Energiestrategie 2050, erneuerbare Energien, ­Energieeffizienz: Für rund ein Dutzend Nidwaldner sind dies keine hohlen Phrasen. Statt zu warten, bis aus den langwierigen politischen Entscheiden Taten werden, haben sie das Heft selber in die Hand genommen und am Donnerstagabend die erste Nidwaldner Genossenschaft für nachhaltige Energien «Eysi Energii GEN» gegründet.

«Ich glaube nicht, dass wir die Welt verändern können, aber wir können Nachhaltigkeit und Eigenbestimmung in den Energiefragen bei den Leuten fördern», erklärte Präsident Max Ziegler an der Gründungsversammlung. «Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Konstrukt etwas bewegen können und so unseren Beitrag zur Energiewende leisten, auch wenn wir nur ein kleines Puzzle im ganzen Energiebild sind.»

Wie bei der «grossen» Energiestrategie, die zurzeit im eidgenössischen Parlament beraten wird, gehe es auch bei der Genossenschaft generell um die Förderung erneuerbarer Energien. Wobei der Solarenergie eine besondere Bedeutung zukomme. «Schliesslich ist Strom ein wichtiger Energieträger in der Region, sorgt für Licht, für Wärme und auch für Mobilität», erklärt Ziegler, der als Inhaber der Firma Ceo-Zwei die Bausubstanz und den Energieverbrauch von Gebäuden und Anlagen untersucht.

Mit 1000 Franken ist man dabei

Was als Einzelkämpfer wesentlich schwieriger ist, soll gemeinsam erreicht werden. Getreu dem Genossenschaftsgedanken will man durch gemeinsame Selbsthilfe den Mitgliedern wirtschaftlichen Nutzen mit der Förderung von erneuerbaren Energien und nachhaltiger Energieverwendung sowie zur Speicherung von erneuerbaren Energien verschaffen. Auch sollen Projekte zur Erhöhung der Energieeffizienz gefördert werden. Bedingung für einen Beitritt ist die Zeichnung mindestens eines Anteilscheines von 500 Franken (zuzüglich Eintrittsgeld von 500 Franken).

Den gordischen Energieknoten lösen

«Für ein konkretes Projekt ist es noch zu früh», relativierte Ziegler, «aber damit haben wir schon mal die Marschrichtung vorgegeben, suchen nun weitere Interessierte und entwickeln Projekte für die Umsetzung.» Stefan Flury, Mitglied der Genossenschaftsverwaltung, hebt das enorme Know-how hervor, das in der Genossenschaft nun gebündelt ist.

In der Tat: Viele der Gründungsmitglieder kommen aus der Architektur- oder Energiebranche. Ein häufig genanntes Motiv unter ihnen war sozusagen das Lösen des gordischen Energieknotens. «Wir brauchen alle immer mehr Energie und gleichzeitig wollen wir die Atomkraftwerke abschalten», brachte es jemand auf den Punkt, wohl auch vor dem Hintergrund der Atomausstiegsinitiative, über die am 27. November abgestimmt wird. Sie verlangt, dass bis 2029 alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Für ein anderes Mitglied stellen solche Energiegenossenschaftsmodelle Top-Alternativen zu den Kernkraftwerken dar.

Deutschland als erfolgreiches Beispiel

Der Stanser Gemeinderat Lukas Arnold, der als Privatperson der Genossenschaft beigetreten ist, ist vom Erfolg des eingeschlagenen Weges mit den Genossenschaften als Schnittstelle zwischen Einzelpersonen mit beschränkten Möglichkeiten und den Gemeinden überzeugt – auch mit Blick auf das nahe Ausland.

«In Deutschland gibt es Gemeinden, die sich dank Energiegenossenschaften zu hundert Prozent eigenständig mit Energie versorgen können.» Für ihn ist klar: «Man kommt von den Grosskraftwerken weg. In Siedlungsgebieten liegt die Lösung im Bau von kleinen Anlagen wie Solaranlagen oder Kleinwasserkraftwerken.»

Mit im Boot ist auch das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN). «Wir können mit unserem Wissen einen wertvollen Beitrag leisten», erklärt EWN-Direktor Christian Bircher. Und beteuert, dass das EWN hinter den erneuerbaren Energien stehe, mit 60 Prozent Strom aus Nidwaldner Wasserkraft, auch wenn gewisse Kreise dies anders sähen.

Er spielte damit auf den Unmut ab, den das EWN bei den Grünen ausgelöst hatte, als bekannt geworden war, dass es die Solarzellen auf dem Dach der A 2 in Stansstad im Moment nicht baut. «Wir haben zum damaligen Zeitpunkt aus unternehmerischen Gründen diesen Entscheid gefällt, der ist aber nicht in Stein gemeisselt.»

Matthias Piazza

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.